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Die erfolgreichen Huchenfelder Turner beim Stauseecup: hinten von links Eldar Kanivets, Tim Aschenbrenner, Laurin Ullrich, Florian Bonn, Luc Walterspacher. Vorne von links Julian Aschenbrenner, Nico Giebelhäuser, Fabian Giebelhäuser. 

TV Huchenfeld: International erfolgreich und ein Vorbild bei der Integration junger Turner

Schömberg/Huchenfeld. Die junge Mannschaft der Gerätturner des TV Huchenfeld hat sich einer neuen Herausforderung gestellt und ist beim Stauseepokal der TG Schömberg im Zollernalbkreis gegen internationale Konkurrenz angetreten. Dabei belegten in der Mannschaftswertung im Kürsechskampf der Jugend und Schüler Kür modifiziert Leistungsklasse zwei Fabian Giebelhäuser, Eldar Kanivets, Luc Walterspacher, Tim Aschenbrenner, Florian Bonn und Laurin Ullrich mit 186,65 Punkten hinter der TG Schömberg und dem SV Dotternhausen auf Anhieb den dritten Rang. Doch nicht nur das: der TVH beweist großes Engagement beim Thema Integration.

Auch in den Einzelwettkämpfen zeigten die Turner um Trainerteam Dirk Walterspacher und Kampfrichterin Anna Giebelhäuser in einem starken Teilnehmerfeld der meist um mindestens ein Jahr älteren Turner, unter anderem aus der Schweiz und der Ukraine, hervorragende Leistungen.

Jüngster Turner auf Rang 8

In der Einzelwertung im Kür-Sechskampf an allen olympischen Geräten belegte Eldar Kanivets (Jahrgang 2010, jüngster Turner) mit 65,75 Punkten den sechsten Platz, mit 64,40 Zählern folgte Luc Walterspacher (Jahrgang 2008) knapp hinter seinem Teamgefährten auf Rang sieben. Ihre Teamkameraden Fabian Giebelhäuser, Laurin Ullrich, Tim Aschenbrenner und Florian Bonn folgend auf den Rängen zwölf, 14, 15 und 18.

Im Rahmenwettbewerb der Jugend und Schüler, in den Pflichtübungen der Jahrgänge 2004 und jünger platzierte sich Nico Giebelhäuser (Jahrgang 2012) mit 80,00 Punkten und dem achten Platz im vorderen Feld der Konkurrenz. Die 70,10 erturnten Punkte und Rang 17 bedeutet für Julian Aschenbrenner (Jahrgang 2011) ein Platz im Mittelfeld.

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Mit dem zwölfjährigen Ukrainer Eldar Kanivets hat sich im Team des TV Huchenfeld ein junger Turner integriert und auch etabliert.

So treten die Nachwuchsturner langsam in die Fußstapfen ihres Trainers Walterspacher, der in der Vergangenheit schon im Trikot der KTV Straubenhardt beim Stauseepokal selbst triumphieren konnte.

Mit Eldar Kanivets hat sich im Team des TV Huchenfeld nach mehreren Monaten ein junger Turner integriert und auch etabliert, der aufgrund der politischen Lage in der Ukraine nach Deutschland fliehen musste. Nach Vermittlung von Stefan Ermentraut von der TSG Niefern hat der Zwölfjährige zumindest vorübergehend bei den Huchenfeldern eine neue turnerische Heimat gefunden, obwohl aufgrund der Sprachschwierigkeiten zum Anfang eine Verständigung nahezu unmöglich war.

„Sport und Turnen ist international, da verständigt man sich mit Händen und Füßen“, sagt Dirk Walterspacher.

Kanivets trainiert momentan bis zu vier Mal in der Woche bei Walterspacher und hat beispielsweise beim Baden-Württemberg-Cup im Rahmen des Landesturnfestes in Lahr auf sich aufmerksam machen können. Dabei wird er zu allen Wettkämpfen von seiner Mutter begleitet, die mit ihrem Engagement ebenfalls versucht, die Sprachbarrieren zu überwinden.

„Wenn ich es mir richtig überlege, sind solche positiven Momente mehr wert als jede Goldmedaille und jeder Pokal. Der TV Huchenfeld freut sich sehr, dass wir so ein wenig einer unserer eigentlichen Aufgabe laut Satzung nachkommen und gesellschaftliche Aufgaben wahrnehmen. Aber Eldar ist sicherlich nur ein Beispiel für die vielen Sportler, die in zahlreiche anderen Vereinen integriert wurden und so in der Sporthalle zumindest etwas Normalität erleben dürfen“, blickt Walterspacher tief bewegt auf die letzten Monate zurück.