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Aufopferungsvoll kämpfte der RK 03 Berlin (Schwarz-Gelb) gegen den TV Pforzheim, doch die TVP-Rhinos konnten am Ende die Verteidigungskette viermal durchbrechen und zu vier Versuchen ins Malfeld eintauchen. © Karsten Schröder
01.05.2016

TV Pforzheim besiegt RK 03 Berlin und steht im Finale der Rugby-DM

Mit in einigen Teilen notgedrungen neu formierter Mannschaft und viel Respekt vor der Kampfstärke des Gegners ist der TV Pforzheim im Halbfinale der deutschen Rugbymeisterschaft beim RK 03 Berlin, dem bis dahin ungeschlagenen Überraschungsteam der Bundesliga Nord/Ost, angetreten. Nach einem großen Kraftakt der Pforzheimer Rhinos siegte am Ende Erfahrung über Euphorie, und so steht der TVP nach seinem 30:15-Erfolg nun am kommenden Samstag im DM-Finale gegen Serienmeister Heidelberger RK.

Bildergalerie: Super DM-Halbfinale: TV Pforzheim siegt 30:15 bei RK 03 Berlin

„Die Berliner betraten mit breiter Brust das Spielfeld, wurden von den lautstark anfeuernden Fans vorangetrieben, gaben niemals auf, scheuten kein Tackling, warfen sich mit unbändiger Macht in jedes offene Gedränge und machten uns das Leben schwer“, verweist TVP-Coach John Willis auf die Stärke des von einer ungeheuren Begeisterung getragenen RK 03 Berlin. Jene Halbfinale-Lust musste Willis bei seinen Schützlingen die vergangene Woche über erst noch wecken, denn eine Woche vor dem Ausscheidungsmatch in Berlin hatten seine Rhinos das Pforzheimer SüdwestEnergie-Stadion mit hängenden Köpfen verlassen: Im letzten Bundesliga-Saisonspiel waren sie eine Halbzeit lang dem Meister HRK ebenbürtig, um dann am Ende doch noch deutlich einzubrechen.

Diese bittere Niederlage führte denn auch dazu, dass Pforzheim ohne die drei verletzten Nationalspieler Rob May und Carlos Soteras-Merz (beide Deutschland) sowie Manasah Sita (Zimbabwe) und ohne Andreij Rosljakov beim RK 03 auflief und den angeschlagenen Mustafa Güngör bis wenige Minuten vor dem Abpfiff auf der Ersatzbank schonte. Dafür kam der langzeitverletzte Hüne Josh Fisiiahi wieder zum Einsatz, der jedoch im Spielverlauf gleich wieder verletzt ausgewechselt werden musste. „Wir hatten schon vor dem Spiel befürchtet, dass die als kampfstark bekannten Berliner im Gedränge oder im Paket besondere Kräfte freisetzen und über einige Zeit hinweg auch dominieren würden, aber wir haben dann doch vereint dagegen gehalten“, erklärte TVP-Teammanager Jens Poff.

„Der Druck der Berliner provozierte bei uns viele einfache Fehler, leider oft genug kurz vor guten Möglichkeiten, Punkte zu machen. Aber am Ende haben wir gemeinsam den Gegner zermürbt und konnten dank einiger besonderer individueller Momente den Sieg holen“, beschreibt Willis den Spielverlauf. Dabei hatte alles nach dem Geschmack der am Spieltag ein großes Fest feiernden Gastgeber angefangen, die gleich in den ersten Minuten den TVP hart bedrängten und in der 4. Minute mit einem Strafkick 3:0 in Führung gingen. Nach rund einer Viertelstunde hatte sich der TVP sortiert und kam durch Taina Tamou und Sven Penwarden zu den ersten, von Jeremy te Huia erhöhten Versuchen, denen noch ein verwandelter Strafkick von te Huia zum 17:3-Halbzeitstand für die Rhinos folgte.

Nach der Pause rannten die Berliner weiter mutig und druckvoll an, doch die zwei RK-03-Versuche beantworteten Chris Talanoa und Penwarden mit je einem Versuch für den TVP und te Huia mit einem weiteren Strafkick, sodass den Gastgebern am Ende mit dem 15:30 zwar ein ordentliches Resultat, aber kein Überraschungssieg gegen den Vizemeister gelang. „Das war ein echtes, Mut forderndes und Kräfte zehrendes Halbfinale“, bilanziert Willis.

Ganz anders sah es beim Heidelberger RK aus. Beim Meister lief es beim 104:12-Sieg gegen SC Germania List, Zweiter der Bundesliga Nord/Ost scheinbar wie von selbst. Da dürfte es für den TVP sehr schwer werden, am Samstag, 7. Mai beim DM-Finale auf dem Platz des RK Heusenstamm die Sensation zu schaffen. Dieses Endspiel ist für die Pforzheimer übrigens das vierte Finale in fünf Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit – und immer ging es gegen den HRK und stets hatten die Heidelberger das bessere Ende für sich.

Versuche: Sven Penwarden 2, Taina Tamou und Chris Talanoa

Erhöhungskicks: Jeremy te Huia (2 von 4)

Straftritte: Jeremy te Huia (2 von 4)

DM-Finale: Samstag, 7. Mai, 15 Uhr, beim RK Heusenstamm: Heidelberger RK - TV Pforzheim

 

Halbfinale zur deutschen Rugby-Meisterschaft

Samstag, 30. April, 15 Uhr

RK 03 Berlin

15:30

TV Pforzheim

Samstag, 30. April, 15 Uhr

Heidelberger RK

104:12

SC Germania List

Finale zur deutschen Rugby-Meisterschaft

Samstag, 7. Mai, 15 Uhr

Heidelberger RK

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TV Pforzheim