nach oben
Nicht zu halten waren die Rugbyspieler des TV Pforzheim. Der ASV Köln fand kein Mittel, die grün-weiße Angriffsmaschine aufzuhalten. Am Ende siegte der TVP mit 131:0. © Jürgen Keller
28.04.2013

TV Pforzheim deklassiert ASV Köln und empfiehlt sich für Rugby-Finalrunde

Das letzte Bundesliga-Spiel in der Rugby-Meisterrunde Süd war für den TV Pforzheim der erwartete Spaziergang. Mit 131:0 siegte der nicht in Bestbesetzung spielende TVP gegen den chancenlosen, aber trotz dezimiertem Kader munter kämpfenden ASV Köln. Damit bleiben die Pforzheimer Rugbyspieler auf dem zweiten Platz und können nun schon mal mit zwei Heimspielen in der jetzt startenden Playoff-Finalrunde rechnen.

Bildergalerie: Rugby: TV Pforzheim gewinnt gegen SC Frankfurt 1880

Im Rugbystadion am Rattachweg 46 in Pforzheim-Eutingen konnten sich die im Regen frierenden Zuschauer am schnellen, druckvollen Spiel des TVP etwas aufwärmen. Die Kölner waren in allen Belangen unterlegen. Ein ums andere Mal schoben die Pforzheimer ein Paket oder ein komplettes Gedränge über die Mallinie. Der nur mit 17 Mann angereiste ASV hatte kräftemäßig wenig entgegenzusetzen. Auch läuferisch blieben die Pforzheimer immer die entscheidenden Meter voraus.

So kam der TVP zu 19 Versuchen. Jeweils drei davon legten Uwe Hermann, der eine besonders gute Leistung zeigte, und David Schulz. Die weiteren Versuche legten Josh Fisiiahi (2), Aidan Winter (2), Ionel Oprea (2), Carlos Soteras Merz (2), Timo Vollenkemper (1), Rob May (1), Marlen Walker (1) und Klaus Mainzer (1). Jeremy te Huia hatte einen Supertag erwischt und trotz widriger Wetterumstände 18 Kicks aus allen Winkeln in Punkte verwandelt. Auch konnte er das Spiel von hinten souverän dirigieren.

In der aktuellen Form scheint der zu Beginn der Saison noch uneingespielt und unsicher wirkende TVP wieder zu einem Meisterschaftsfavoriten gereift zu sein. Kapitän Mustafa Güngör hatte vor kurzem erklärt, dass man 2012 vielleicht mit besseren Einzelspielern ins mit 16:20 nur knapp verlorene Finale gegangen wäre, aber in diesem Jahr sei die Teamleistung höher einzuschätzen. Bis zum 2013-Finale am 15. Juni aber müssen noch drei Playoff-Spiele gewonnen werden. Im Augenblick sieht es so aus, als könnte der TV Pforzheim am kommenden Samstag, 4. Mai, um 15 Uhr den als chancenlos einzuschätzenden TSV Victoria Linden, Tabellensiebter der Meisterrunde Nord, im Rattachstadion empfangen.

Nur der drittplatzierte SC Neuenheim könnte den Pforzheimern noch einen Strich durch die Rechnung machen: mit einem Sieg am Mittwoch im Nachholspiel gegen den Tabellenführer und den amtierenden deutschen Rugby-Meister Heidelberger RK. Doch der HRK ist in dieser Saison bislang ungeschlagen geblieben und selbst im Schongang noch stärker als der SCN anzusehen. Bleibt der TVP auf Platz zwei, entgehen die Pforzheimer einer Halbfinal-Begegnung mit dem HRK, was die Chancen aufs Finale erhöht.

Während der HRK nicht nur Titelverteidiger, sondern auch Topfavorit für den deutschen Meistertitel im 15er-Rugby ist, gilt das Gleiche für den TVP im 7er-Rugby. Die Pforzheimer werden am 22./23. Juni aussichtsreich in das Turnier um die deutsche Meisterschaft im 7er-Rugby gehen. Mit den 7er-Nationalspielern Manasah Sita (Simbabwe) und Carlos Soteras Merz (Deutschland), dem früheren 7er-Nationalmannschaftskapitän Mustafa Güngör sowie den pfeilschnellen Russell Ngamarama Kupa, David Schulz und Verdon Bartlett haben die Pforzheimer herausragende Spieler, die an eine Titelverteidigung glauben lassen.