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Rugby-Bundesliga: Erfolgsmodell TV Pforzheim

Da kamen alle Klammerversuche der Neckarsulmer zu spät. Jérome Himmer macht sich für den TV Pforzheim lang und legt einen Versuch im Malfeld der NSU ab. Foto: Horst Wernicke
Starkes Comeback: Alis Sürer auf dem Weg zu einem seiner drei Versuche beim klaren Sieg gegen Neckarsulm. Foto: J. Keller
01.07.2018

TV Pforzheim sprintet ins DRV-Pokalfinale: 101:24 gegen Neckarsulmer SU

Pforzheim. Es gibt Sportereignisse, da darf man einfach nicht zu spät kommen. Nach drei Minuten führte der TV Pforzheim am Samstagnachmittag im SüdwestEnergie-Stadion in Pforzheim-Eutingen im Halbfinale des DRV-Pokals durch zwei erhöhte Versuche schon mit 14:0. Nach zehn Minuten stand es überraschend 14:12, weil sich die Rugbyspieler der Neckarsulmer SU heftig wehrten. Weitere zehn Minuten war das Spiel im Grunde schon entschieden und der TVP auf dem Weg ins Pokalfinale nicht mehr aufzuhalten.

In zwei Wochen müssen die Pforzheimer „Rhinos“ nun gegen Vizemeister RG Heidelberg (31:24 gegen RK Heusenstamm) ihren Pokaltitel verteidigen.

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Bereits der Halbzeitstand von 49:12 für den TVP machte klar: Der Sechste der Rugby-Bundesliga Süd/West, der zuvor mit Hannover 78 den Ersten der Bundesliga Nord/Ost aus dem Pokalrennen warf, hatte beim Titelverteidiger aus Pforzheim keine Chance. Am Ende erzielten die „Rhinos“ 15 Versuche, die NSU kam auf vier – und der überaus treffsichere Oliver Paine schraubte mit seinen 13 verwandelten Erhöhungskicks das Endergebnis auf 101:24 für den TVP.

Die starken Männer im Sturm ließen nichts anbrennen und hielten die Neckarsulmer über weite Phasen des Spiels vom Pforzheimer Malfeld entfernt. Und zwischendurch schoben sie auch mehrere Pakete über die NSU-Mallinie. Die Muskelpakete Jérome Himmer, Antipas Kamkwindo und Mannschaftskapitän Rob May, der in den Pokalspielen sein Talent als spurtstarker Bulldozer entdeckt hatte, legten jeweils einen Versuch. Der große Schock: Die TVP-Sturm-Legende Tim Kasten verletzte sich nach drei Versuchen und wird im Finale schmerzlich vermisst werden.

Besonders auffällig: Die blitzschnelle und kreative Hintermannschaft des TVP entschied schon früh das Pokal-Halbfinale zu Gunsten des Titelverteidigers aus der Goldstadt. Tafadzwa Chitokwindo legte zwei Versuche und war mit seinen wieselflinken Vorstößen an weiteren Versuchen als entscheidender Lückenöffner und Passgeber beteiligt. Unnachahmlich: 20 Meter vor dem eigenen Malfeld sprintete er von rechts außen fast bis zur linken Auslinie und als dann niemand mehr folgen und sich ihm in den Weg stellen konnte, sprintete er an der Außenlinie die restlichen 80 Meter ungehindert bis unter die NSU-Stangen. Manasah Sita tat es ihm gleich. Bei seinen drei Versuchen sah es so aus, als könnte das spurtende Kraftpaket jeden Neckarsulmer Annäherungsversuch einfach abschütteln.

Samj Harris legte ebenfalls im NSU-Malfeld ab. Endlich wieder zurück im Team: Ali Sürer, kreativer Kopf und Strippenzieher, belohnte seinen Einsatz nach der langen Ausbildungspause mit drei Versuchen. Er könnte im Finale dem TVP das nötige Überraschunsmoment bescheren, um die in der Bundesligasaison in Hin- und Rückspiel siegreiche RG Heidelberg vor Probleme zu stellen.

Und die NSU? Die Neckarsulmer Bundesliga-Neulinge konnten das hohe Tempo der Pforzheimer nicht mithalten, warfen sich aber immer wieder mutig den Angriffen der „Rhinos“ entgegen. Aufgeben schien keine Option für die Gäste zu sein. Am Ende fehlte es vielleicht in entscheidenden Momenten an der individuellen Klasse.

Der Gegner im Pokalfinale ist ein anderes Kaliber. Mit der RG Heidelberg muss ein Team geschlagen werden, dass in der Bundesliga-Saison für den TVP nicht zu besiegen war. Die Pforzheimer müssen einen guten Tag erwischen, um den Titel verteidigen zu können, zumal sie aus diversen Gründen auf Stammpersonal verzichten müssen.

TVP-Versuche: Manasah Sita, Tim Kasten, Ali Sürer (je 3), Tafadzwa Chitokwindo (2), Samj Harris, Antipas Kamkwindo, Jérome Himmer und Rob May

TVP-Kicks: Oliver Paine (13 von 15 Erhöhungskicks)

DRV-Pokal Halbfinale

RG Heidelberg

31:24

RK Heusenstamm

TV Pforzheim

101:24

Neckarsulmer SU

DRV-Pokal Finale

TV Pforzheim

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RG Heidelberg