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Die Übersicht behalten muss der TV Pforzheim mit Oliver Paine (am Ball) im Rugby-Finale gegen Heidelberger RK.  J.Keller
Die Übersicht behalten muss der TV Pforzheim mit Oliver Paine (am Ball) im Rugby-Finale gegen Heidelberger RK. J.Keller
05.05.2016

TV Pforzheim will Meister Heidelberger RK Paroli bieten

Für diesen Tag haben die Rugbyspieler des TV Pforzheim eine ganze Saison lang ihre Knochen hingehalten, aber im Finale der deutschen Meisterschaft gegen den Heidelberger RK haben wir nach den vielen Verletzungen leider nur Außenseiterchancen“, beschreibt TVP-Teammanager Jens Poff die Situation vor dem Endspiel am Samstag, 15 Uhr, im Stadion des RK Heusenstamm. TVP gegen HRK – so lautete in den vergangenen fünf Jahren viermal die Finalpaarung der Rugby-DM. Für die Pforzheimer wird es schwer werden, im vierten Endspiel endlich den ersten Sieg zu holen.

„Unsere Spieler machen sich keine Illusionen über das, was am Samstagnachmittag vor ihnen liegt, aber sie werden mutig die Herausforderung annehmen, auch wenn der Heidelberger RK klarer Favorit ist“, sagt TVP-Coach John Willis. Einen Vorgeschmack auf das Finale gab es schon am 23. April im letzten Saisonspiel der Bundesliga Süd/West, als der Serienmeister aus Heidelberg im Pforzheimer SüdwestEnergie-Stadion antrat. Bis zum 12:12-Halbzeitstand konnten die TVP-Rhinos sehr gut mithalten, nach der Pause aber gab es einen Einbruch und am Ende eine 17:41-Niederlage „Ohne die Verletzten aus diesem Spiel gegen Heidelberg und ohne die Ausfälle nach dem Halbfinale hätten wir die Chance gehabt, an die erste Hälfte von unserem letzten Heimspiel gegen den HRK anzuknüpfen, aber so wird es extrem schwierig“, sieht Poff die Siegchancen einseitig beim amtierenden Meister liegen.„Ein großer Verlust ist der Ausfall von Tim Kasten, der mit Verdacht auf Gehirnerschütterung im Halbfinale vom Arzt aus dem Spiel genommen wurde. Er hinterlässt eine große Lücke und wird schwer zu ersetzen sein, weil er sehr viel Erfahrung ins Team brachte“, erklärt Willis. Neben Kasten werden die Nationalspieler Carlos Soteras-Merz (Deutschland) und Manasah Sita (Zambia) fehlen. Nichts geht mehr im Finale für Center Sven Penwarden und Hackler Zinzan Ransfeld, die sich im Training verletzt haben. Mit dem Ausfall von Ransfeld fehlt dem TVP mittlerweile der sechste Erste-Reihe-Stürmer, so dass die Pforzheimer aufgrund des Reglements vermutlich nur mit 18 Mann im Kader starten können. Die im HRK-Spiel verletzten Rob May und Andreij Rosljakov könnten vielleicht mit viel Glück am Samstag auflaufen, so hofft es der TVP-Coach, aber sicher sei das noch nicht. Vor allem Nationalspieler May als starker Mann im Sturm könnte das Team gegen die Heidelberger Angriffswellen führen. Größere Fragezeichen gebe es, so Poff, auch hinter dem Einsatz von Josh Fisiiahi, der nach langer Verletzungspause im Halbfinale erneut verletzt ausgewechselt wurde, und von Tafadzwa Chitokwindo, Nationalspieler aus Zambia. Damit dürfte es sehr schwierig werden, einen kompletten Erste-Reihe-Sturm aufzubieten.

„Ein super eingespieltes Team“

„Der HRK ist ein super eingespieltes, auf allen Positionen stark besetztes Team mit ganz wenigen Schwachpunkten. Die Heidelberger wissen, wie man die Schwächen des Gegners ausnützt“, sagt Willis. Seine Pforzheimer Rhinos müssten volle 80 Minuten konzentriert und fokussiert sein und beim Verteidigen dem Spielsystem folgen, mannschaftlich geschlossen arbeiten und mit mutigen, harten Tacklings die starken Männer des HRK zu Boden bringen. Und: „Wenn wir angreifen, dürfen wir nicht in Panik verfallen und den Ball vorschnell spielen, sondern wir müssen mehrere Phasen ruhig spielen, um großen Druck zu erzeugen. Aus diesem Druck resultieren dann hoffentlich Möglichkeiten, Versuche zu legen“, gibt Willis die Marschrichtung vor. „Wenn wir es gegen den HRK nicht schaffen, dann versuchen wir es wieder im Juli bei der deutschen Mannschaft im 7er-Rugby. Das wird auch nicht einfach, aber wird sind 2012 schon einmal deutscher 7er-Meister geworden und haben ein starkes Team“, erklärt Poff die Titeljagd-Saison des TVP als noch nicht beendet.