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Es war ein langer Kampf, doch am Ende brachten die Heidelberger (blaue Trikots) den TV Pforzheim zu Fall. Foto: Jürgen Keller, PZ-Archiv
Es war ein langer Kampf, doch am Ende brachten die Heidelberger (blaue Trikots) den TV Pforzheim zu Fall. Foto: Jürgen Keller, PZ-Archiv
23.06.2013

TVP verpasst um Haaresbreite den DM-Titel im 7er-Rugby

In der Halbzeit des Finales um die deutsche Meisterschaft im 7er-Rugby in Heusenstamm hatten die Spieler des TV Pforzheim die Hand schon am Pokal. Mit 14:10 lag der TVP vorne und durfte von der Titelverteidigung träumen. Am Ende hatte der Heidelberger RK die etwas größere Portion Glück und sicherte sich mit einem 20:19-Sieg den Meistertitel.

Das Finale war die Wiederholung des Endspiels von 2012. Damals bezwangen die Pforzheimer den Heidelberger RK mit 31:24 und holten sich den wichtigsten Titel in der Vereinsgeschichte. Diesmal reichte es nicht ganz. „Das Spiel wogte hin und her, wir waren gleichauf. Mal gingen wir in Führung, mal der HRK“, bilanzierte Erste-Reihe-Stürmer Klaus Mainzer, der als Teambetreuer in Heusenstamm fungierte. „Pforzheim hat ein ganz starkes Spiel gezeigt, uns stark unter Druck gesetzt, unsere Fehler eiskalt ausgenutzt und uns einen harten Fight geliefert“, lobte der deutsche National-und HRK-Cotrainer Kobus Potgieter den TVP. Am Ende, so 7er-Spieler Sidney Brenner, hätten die Heidelberger in den letzten Minuten etwas mehr Glück gehabt.

Von Spiel zu Spiel gesteigert

Das war im Halbfinale um die deutsche 15er-Rugby-Meisterschaft in Heidelberg noch anders, als der HRK mit einem 51:9-Sieg den TVP aus dem Titelrennen warf. Doch vom ersten Spiel im 7er-Wochenendturnier in Heusenstamm an hatten die Pforzheimer unter Beweis gestellt, warum sie zum Favoritenkreis gezählt wurden. „Beim ersten Spiel gegen Köln waren wir noch etwas nervös. Doch dann haben wir uns von Spiel zu Spiel gesteigert“, erklärt Mainzer.

In der Vorrunde gab es ein 12:7 gegen den ASV Köln, ein 47:0 gegen das Piratenteam und ein 26:14 gegen den SC 1880 Frankfurt. Mit 55:0 wurde der Heidelberger TV im Viertelfinale düpiert.

Spannend machte es der TVP im Halbfinale gegen Topfavorit RG Heidelberg. „In diesem Spiel verletzte sich Russel Kupa, der im Krankenhaus seine Schulter untersuchen lassen musste. Das machte im Finale den Unterschied aus“, sagte Brenner.

Glücklich waren die Pforzheimer über eine unverhoffte Verstärkung. Sprinter Manasah Sita war kurzfristig aus Zimbabwe zurückgekehrt, weil er in seinem Heimatland den Sprung in den Weltmeisterschaftskader verpasst hatte. Sein Versuch in letzter Minute gegen die RGH, so Brenner, hätte den TVP ins Finale gebracht. Brenner und Mainzer lobten unisono die Leistung von Mannschaftskapitän Mustafa Güngör. Dessen Spielwitz und Teamgeist hätten die Pforzheimer an den Rand eines Finalsieges gebracht.

Mannschaft bleibt zusammen

Mit der Vizemeisterschaft im 7er- und der Halbfinal-Teilnahme im 15er-Rugby hat sich der TV Pforzheim im zweiten Jahr seiner Bundesliga-Zugehörigkeit als Rugby-Macht etabliert. Im Augenblick sieht es so aus, als könnte das Team zusammenbleiben. Die Niederlagen zu Beginn der Saison 2012/13 resultierten aus Abstimmungsproblemen. Trainer John Willis musste ein zu großen Teilen neu zusammengestelltes Team erst zu einer Einheit formen.

Klaus Mainzer aber spricht von Rücktritt ¨– wegen zu hoher Belastungen zwischen Job und Sport. Von Funktionärsseite war zu hören, dass man dem erfahrenen, kraftvollen Stürmer den Abschied jedoch noch einmal ausreden wolle.