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Kraftvoll zur Sache gehen die Rugbyspieler des TV Pforzheim (grün-weiße Trikots) in der Bundesliga – bislang aber nur als Untermieter im ehemaligen Fußballstadion des FC Eutingen. Foto: PZ-Archiv, Keller
15.01.2013

TVP-Rugbyspieler suchen eigenes Stadion und EM-Sponsor

Deutscher Meister und Vizemeister in 2012, Titelaspirant in 2013, international gespielt und für die Vereins-Europameisterschaft qualifiziert – die Rugbyspieler des TV Pforzheim haben sich nach dem kometenhaften Aufstieg durch alle Ligen hinweg in der Bundesliga in kürzester Zeit als feste Größe etabliert. Nur ein eigenes Stadion haben sie noch nicht.

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Bislang kämpfen die harten Männer mit den Muskelpaketen als Gäste auf dem früheren Trainingsplatz des FC Eutingen, der nach der Fusion mit Germania Brötzingen nun auf dem Fußballplatz des SV Kickers Pforzhein auf der Wilferdinger Höhe spielt. In der vergangenen Saison kamen rund 350 Zuschauer pro Spiel. Teammanager Jens Poff würde gerne für die Kickers als Platzmieter einspringen. Vermieter sind die Stadtwerke Pforzheim.

Für die Kickers ist das Eutinger Spielfeld wohl eher ein finanzieller Ballast, für den TVP wäre es die Chance, ein eigenes Stadionumfeld aufzubauen. Aber spätestens Ende 2016 wäre auch dieses Spielfeld für die verloren. Dann soll das Areal aus Wasserschutzgründen renaturiert werden.

Doch Poff sucht nicht nur nach einer eigenen Spielstätte, sondern auch nach einem Sponsor, der es dem Deutschen Meister im 7er-Rugby ermöglichen würde, zur Vereins-Europameisterschaft nach Moskau zu fahren. Bis zu 15000 Euro würde dieses große Sportabenteuer den Verein kosten. Die Spieler, die im Vorjahr nach der Vizemeisterschaft im 15er-Rugby kurz darauf den Titel im demnächst olympischen 7er-Rugby geholt haben, seien enttäuscht, dass der Verein die Teilnahme noch nicht zugesagt habe. Aber, so Poff: „Der TVP ist schuldenfrei, und unsere Vereinspolitik zielt darauf ab, keine Schulden zu machen.“

Dass der Pforzheimer Verein so gut in der Bundesliga mithalte, liege laut Poff auch an einer vernünftigen Vereinspolitik. Beim TVP locke man nicht mit hohen Spielergehältern. Hier biete man Sportlern außerhalb des Vereins Perspektiven im Berufsleben oder jungen Spielern in Kooperation mit der Hochschule Pforzheim einen Studienplatz. Der Etat für sein Bundesliga-Team sei nicht annähernd vergleichbar mit dem Etat eines Amateur-Fußballvereins.

Dabei spielen beim TVP sogar Nationalspieler mit. Einer von ihnen, Mustafa Güngör, TVP-Kapitän und bis vor kurzem Leitfigur der 7er-Nationalmannschaft, hat jedoch aus beruflichen und familiären Gründen sein Engagement im deutschen 7er-Team aufgegeben. Ein Punkt war wohl auch die Enttäuschung darüber, dass sein Sportförderplatz bei der Bundeswehr nicht verlängert wurde.

Da habe man beim deutschen Rugby-Verband wohl andere Prioritäten gesetzt, meint Poff. Mit dem Verband kämpft der TVP seit einem Punktabzug im Vorjahr wegen unzureichender Jugendarbeit. Auch dieses Jahr sei dem TVP „zu Unrecht“ ein Punktabzug angedroht worden. Dabei sei noch nicht einmal über den vergangenen Punktabzug endgültig entschieden, so Poff.

Aber das störe im Grunde nicht weiter, denn der TVP werde nach der Punktephase in der Bundesliga Süd/West in den Playoffs der Finalrunde gegen die Teams aus der Bundesliga Nord/Ost als Favorit ins Spiel gehen. Und dann wiederholt sich vielleicht die Erfolgsgeschichte von 2012.