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Jens Poff, Rugby-Teammanager TV Pforzheim, hatte vor dem Spiel nicht an den Meistertitel geglaubt und wurde ebenso überrascht wie der Rest von Rugby-Deutschland. Foto: Kessler-Sportfotografie
08.05.2016

TVP-Teammanager Jens Poff zum DM-Titel: „Das war David gegen Goliath“

Die Vorzeichen waren eindeutig: Der Heidelberger RK war haushoher Favorit auf den deutschen Rugby-Meistertitel. Entsprechend realistisch hatte man sich in der Führungsspitze des TV Pforzheim und bei den TVP-Fans darauf eingestellt, maximal ein gutes Spiel mit hoffentlich nicht zu derber Niederlage zu sehen. Am Ende kam es anders. Die Pforzheimer Rhinos wollten den Sieg gegen scheinbar übermächtige Heidelberger erzwingen. Im PZ-Interview spricht TVP-Teammanager Jens Poff über Erwartungen und Überraschungen, Gründe für den Sieg und Auswirkungen des Erfolgs.

PZ: Der TV Pforzheim ist nach drei vergeblichen Anläufen im Finale nun erstmals deutscher Rugby-Meister geworden. War das zu erwarten?

Jens Poff: Um ganz ehrlich zu sein: Uns hatte niemand auf der Rechnung und ich selbst hatte vor dem Spiel eigentlich nur auf ein gutes Match und einen leidenschaftlichen Kampf unserer Rhinos gehofft. Ich wäre angesichts der zahlreichen Ausfälle von Stammspielern mit einer knappen Niederlage zufrieden gewesen. Dass es nach einem extrem spannenden Spiel doch noch für uns gereicht hat, ist eine riesengroße Überraschung. Das zieht sich wie ein roter Faden durch alle Kommentare im Internet. Das war David gegen Goliath.

PZ: Was hat am Ende den Ausschlag für den überraschenden 41:36-Sieg des TVP gegeben?

Jens Poff: Ich bin vor lauter Feiern noch nicht zu einer Analyse gekommen. Eventuell hatten die Spieler des Heidelberger RK schon in Gedanken die siebte Meisterschaft in Folge fest eingeplant. Kann man ihnen auch nicht verdenken, denn bisher bleiben sie in drei Finalspielen zuvor immer siegreich gegen uns. Mag sein, dass das den HRK gelähmt hat. Was uns dagegen so beflügelt hat, weiß ich noch nicht. Das war unglaublich, wie die Mannschaft über sich hinausgewachsen ist. Jeder kämpfte für jeden und warf sich unerbittlich ins Getümmel, selbst wenn es nur blaue Flecken zu ernten gab. Auch konnte unser von der Verletztenmisere getroffener Sturm unerwartet gut mithalten. Das war einer dieser magischen Momente im Sport, die man nur einmal erlebt.

PZ: Was bedeutet der TVP-Erfolg, dieser sensationelle Außenseitersieg für das deutsche Rugby allgemein?

Jens Poff: Viele Gratulanten freuen sich darüber, dass nach sechs HRK-Meisterschaften in Folge endlich wieder ein neuer Vereinsname auf den Pokal kommt. Das wird anderen Teams Mut machen, sich noch mehr ins Zeug zu legen, und das macht das Rugby in Deutschland wieder spannender. Für Pforzheim ist es eine Sensation. In der Stadt wird schon seit fast einem Jahrhundert Rugby gespielt, aber das ist die erste deutsche Meisterschaft, wenn man von unserem DM-Titel im 7er-Rugby von 2012 absieht.

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