760_0900_26231_.jpg Taafel mischt auch die 3. Liga auf
Typisch Florian Taafel: Der Torjäger der TGS Pforzheim (links) steigt hoch, visiert das Tor an, und trifft auch meist ins Netz. Ripberger, Becker, PZ-Archiv
760_0900_26232_.jpg Taafel mischt auch die 3. Liga auf
Andrej Klimovets

Taafel mischt auch die 3. Liga auf

Der Mann scheint keine Grenzen zu kennen. Zumindest, wenn es um seinen Sport geht. Florian Taafel, der Kapitän der TGS Pforzheim, ist auch in der 3. Handball-Bundesliga Torschützenkönig – zumindest nach der Hinrunde. Sollte der 27-Jährige von Verletzungen verschont bleiben, spricht vieles dafür, dass er am Ende der Saison erneut eine Torjäger-Trophäe in den Schrank stellen darf.

Dass er nun die Torjägerliste der semi-professionellen neuen Spielklasse anführt, überrascht Taafel selber ein wenig. „Ich wusste aber, wenn ich von Verletzungen verschont bleibe, kann ich vorne dabei sein. Dass es so gut läuft, war natürlich nicht planbar.“

131 Tore hat Taafel nach den 15 Spielen der Hinrunde auf dem Konto. Damit führt er die Torjägerliste der 3. Liga Süd an. In allen vier Drittliga-Staffeln (Nord, Ost, West, Süd) gibt es überhaupt nur einen Spieler, der mehr Tore auf dem Konto hat: Michael Weidinger von der HSG Rodgau Nieder Roden (136 Tore, 3. Liga Ost).

Bei so viel Schusskraft und Klasse stellt sich wie immer die Frage: Warum spielt ein Mann dieses Kalibers nicht eine Etage höher? „Vieles spricht dafür, hier bei der TGS zu spielen. Ich fühle mich einfach wohl. Die TGS ist wie eine große Familie“, erklärt Florian Taafel, dessen Vater Wolfgang auch der große Macher im Hintergrund ist.

Auch zum neuen Trainer Andrej Klimovets hat Florian Taafel ein sehr gutes Verhältnis. Also hofft er auch, dass der Weltmeister von 2007 TGS-Trainer bleibt. „Es ist noch nichts fix. Aber er wird wohl bleiben. Die Chancen stehen, glaube ich, recht gut. In den nächsten Tagen könnte der Deckel drauf kommen“, glaubt Florian Taafel. Trotz der Wohlfühl-Atmosphäre bei den Pforzheimer Turngesellen bleibt Taafel stets offen für Veränderungen. Wenn ein Angebot eines Zweitligisten käme, wäre er durchaus gesprächsbereit. Trotzdem spricht aktuell einiges dafür, dass der Torgarant ein weiteres Jahr das Trikot der TGS überstreifen wird. Denn auch der Rest der Stammbesetzung scheint dem Aufsteiger die Treue zu halten.

Der Klassenerhalt in der 3. Liga ist drin, denn die TGS hat sich nach schwachem Saisonstart gefangen. „Der Unterschied zwischen BW-Oberliga und 3. Liga ist noch krasser, als ich gedacht hatte“, sagt Florian Taafel. „Tempo und Physis der Mannschaften sind enorm. Wenn Du fünf Minuten nicht konzentriert bist, kann alles verloren sein.“ Besonders beeindruckt war Taafel vom Spiel beim HSC Coburg vor mehr als 2000 Zuschauern. „Coburg und Neustadt sind Profitruppen. Da muss man erst mal mithalten.“ Mit elf Treffern hielt Taafel in des Höhle des Löwen in Coburg sehr gut mit.