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Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart hat den früheren Nationalspieler Thomas Hitzlsperger als neuen Sportvorstand berufen.
Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart hat den früheren Nationalspieler Thomas Hitzlsperger als neuen Sportvorstand berufen. © dpa
12.02.2019

Thomas Hitzlsperger ersetzt beim VfB Stuttgart Sportvorstand Michael Reschke

Stuttgart. Der abstiegsbedrohte VfB Stuttgart hat sich inmitten der sportlichen Krise mit sofortiger Wirkung von Sportvorstand Michael Reschke getrennt. Wie der Tabellen-16. am Dienstag mitteilte, wird der frühere VfB-Profi Thomas Hitzlsperger sein Nachfolger.

Hitzlsperger war bislang Direktor des Nachwuchsleistungszentrums und Präsidiumsmitglied beim schwäbischen Fußball-Bundesligisten. Ende Januar erst wurde verkündet: Hitzlsperger bleibt bis 2020 Fußball-Experte bei der ARD. Er vereine „sämtliche Eigenschaften, die bei unseren Zuschauerinnen und Zuschauern gefragt sind: fachliche Kompetenz, Mut zur eigenen Meinung sowie die nötige Lockerheit und Sprachgewandtheit“, begründete ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky in einer Pressemitteilung die Vertragsverlängerung.

Der 36 Jahre alte Hitzlsperger, der 2007 mit dem VfB Stuttgart die deutsche Meisterschaft gewann und 52 Mal im Nationalteam spielte, sollte demnach bis einschließlich der Europameisterschaft 2020 weiterhin alle Fußball-Live-Übertragungen im Ersten an der Seite von Jessy Wellmer, Alexander Bommes, Gerhard Delling und Matthias Opdenhövel bewerten und analysieren. Ob das nun noch möglich ist, wurde bislang noch nicht bekannt.

«Leider hat seine Arbeit bislang nicht den gewünschten sportlichen Erfolg gebracht und der Klassenerhalt in der Bundesliga ist nach den jüngsten Ergebnissen in erheblicher Gefahr», sagte VfB-Präsident Wolfgang Dietrich in einer Mitteilung über Reschke. «Der Aufsichtsrat war nicht mehr überzeugt davon, dass in der bestehenden Konstellation die notwendigen Kurskorrekturen vorgenommen werden können.»

Sportvorstand Michael Reschke hatte einen Tag vor seiner Abberufung noch Fragen zu seiner eigenen Zukunft beim abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart zurückgewiesen. „Meine persönliche Zukunft ist im Moment vollkommen uninteressant. Es geht nur um den VfB Stuttgart und darum, die schwierige Situation zu meistern“, sagte Reschke am Montag in Stuttgart. Am Sonntag zuvor hatten die Schwaben mit 0:3 bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf verloren.

Reschke war vor rund 18 Monaten vom FC Bayern zum VfB Stuttgart gekommen und kam mit dem Ruf eines hervorragenden Kaderplaners und Experten für den internationalen Spielermarkt. Seine Transfers haben beim VfB Stuttgart aber nicht die erhoffte Wirkung gezeigt. Mit großen Erwartungen waren die Schwaben in die Saison gestartet und müssen nun in den verbleibenden 13 Spieltagen zumindest den direkten Abstieg vermeiden.

«Aufgrund der negativen sportlichen Entwicklung in den letzten Monaten habe ich Verständnis für die Entscheidung des Aufsichtsrates, auch wenn ich sehr gerne für den VfB Stuttgart weitergearbeitet hätte», wurde Reschke zitiert. «Fakt ist aber auch, dass die Summe meiner Entscheidungen aktuell nicht zum gewünschten und erwarteten Ergebnis geführt hat.»

Nach dem desolaten 0:3 bei Fortina Düsseldorf am Sonntag hatte es Gerüchte über eine Trennung von Trainer Markus Weinzierl gegeben. Der 44-Jährige bleibt aber vorerst im Amt. Reschke hatte ihm am Dienstag eine Jobgarantie bis zum nächsten Spiel am Samstag gegen RB Leipzig ausgesprochen.

Das ist die Pressemitteilung des VfB Stuttgart im Wortlaut:

Michael Reschke abberufen,

Thomas Hitzlsperger neuer Sportvorstand

Der Aufsichtsrat der VfB Stuttgart 1893 AG hat mit sofortiger Wirkung Michael Reschke als Sportvorstand abberufen. Nachfolger als Sportvorstand wird ebenfalls ab sofort Thomas Hitzlsperger, bislang Direktor des Nachwuchsleistungszentrums und Mitglied des Präsidiums des VfB Stuttgart 1893 e.V.

Wolfgang Dietrich, Vorsitzender des Aufsichtsrats:

„Michael Reschke war als verantwortlicher Sportvorstand maßgeblich daran beteiligt, dass unsere Mannschaft als Aufsteiger einen hervorragenden siebten Platz in der vergangenen Bundesligasaison erreicht hat. Dazu hat er mit seiner Expertise und seinem Netzwerk für eine Saisonplanung für 2018/19 gesorgt, von der wir alle überzeugt waren. Leider hat seine Arbeit bislang nicht den gewünschten sportlichen Erfolg gebracht und der Klassenerhalt in der Bundesliga ist nach den jüngsten Ergebnissen in erheblicher Gefahr. Der Aufsichtsrat war nicht mehr überzeugt davon, dass in der bestehenden Konstellation die notwendigen Kurskorrekturen vorgenommen werden können. Im Namen des Aufsichtsrates des VfB Stuttgart danke ich Michael Reschke für seine geleistete Arbeit für unseren Verein.“

Michael Reschke:

„Aufgrund der negativen sportlichen Entwicklung in den letzten Monaten habe ich Verständnis für die Entscheidung des Aufsichtsrates, auch wenn ich sehr gerne für den VfB Stuttgart weitergearbeitet hätte. Ich glaube weiterhin an das Potenzial der Mannschaft. Fakt ist aber auch, dass die Summe meiner Entscheidungen aktuell nicht zum gewünschten und erwarteten Ergebnis geführt hat. Es fällt mir unglaublich schwer den VfB Stuttgart zu verlassen, der mir in den letzten eineinhalb Jahren zu einer Heimat geworden ist. Ich wünsche mir, dass nun alle Beteiligten in dieser schwierigen sportlichen Situation den Schulterschluss finden und gemeinsam alles daran setzen, in der Bundesliga zu bleiben. Für die Zukunft wünsche ich dem Klub, der Mannschaft und allen handelnden Personen alles erdenklich Gute und vor allem den Klassenerhalt.“

Wolfgang Dietrich zur Ernennung von Thomas Hitzlsperger:

„Mit Thomas gewinnen wir einen Fachmann, der nicht nur Sportkompetenz und die Nähe zum aktiven Profifußball mitbringt, sondern auch die notwendige Führungsqualität. Beides hat er in den vergangenen Jahren in verschiedenen.“

Thomas Hitzlsperger:

„Nach der Beendigung meiner aktiven Karriere habe ich in den vergangenen zweieinhalb Jahren beim VfB Stuttgart in sportlicher Verantwortung viele wichtige Erfahrungen gesammelt und wertvolle Kontakte geknüpft und vertieft. In meiner neuen Funktion als Sportvorstand werde ich nun alles daransetzen, beim VfB die Kräfte für den Klassenerhalt zu bündeln und gleichzeitig in einem starken Team die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen. Ich bedanke mich bei unserem Präsidenten und dem Aufsichtsrat für das in mich gesetzte Vertrauen und freue mich sehr auf diese großartige Aufgabe.“