nach oben
Mit Anatolii Buruian (in Rot) ist wieder zu rechnen. Vergangene Saison ließ sein Club KSV Ispringen den KSV Weingarten mit Alexandru Chirtoaca hinter sich und holte sogar den DRL-Titel. Foto: Hennrich/PZ-Archiv
Mit Anatolii Buruian (in Rot) ist wieder zu rechnen. Vergangene Saison ließ sein Club KSV Ispringen den KSV Weingarten mit Alexandru Chirtoaca hinter sich und holte sogar den DRL-Titel. Foto: Hennrich/PZ-Archiv
14.09.2018

Titelverteidiger Ispringen eröffnet neue Saison der Deutschen Ringer-Liga

Ispringen. „Die wollen mit Sicherheit angreifen“, sagt Leipold im Wissen darum, dass die Gäste in der vergangenen Saison nicht einmal im Finale standen. Auch aufgrund des Derby-Charakters sagt Leipold, das Duell habe „eine gewisse Brisanz“. Aus seiner Aufstellung macht der frühere Weltklassemann und spätere Freistil-Bundestrainer ein großes Geheimnis.

Doch für beide Trainer gehe es darum, zu erahnen, wie wohl der andere aufstelle – und was er vorhabe. Taktik spielt eine Rolle: Leipold deutet sogar an, dass es zum täglichen Geschäft gehört, einzelnen Ringern die Vorgabe zu machen, statt auf Sieg zu setzen und dadurch womöglich ein hohes Risiko einzugehen, Priorität auf die Schadensbegrenzung zu legen.

Eine interessante Komponente ist auch, dass in gut einem Monat (20. bis 28. Oktober) die WM in Budapest ansteht. Im Hinblick auf den Saisonhöhepunkt seien die Club-Wettkämpfe eine reizvolle Herausforderung und Standortbestimmung, verdeutlicht Leipold: „Man hat da ja auch eine gewisse Stressbelastung.“ Zwar seien die Ergebnisse in der DRL nicht für die Nominierung entscheidend, gleichwohl sei anzunehmen, dass so gut wie kein Ringer die WM-Fahrkarte bereits hundertprozentig sicher hat. Obwohl er mit Informationen im Detail geizt, versucht Leipold Lust aufs anstehende Duell Ispringen gegen Weingarten zu machen. „Im Freistil dürfte es einen Kampf geben, der ein potenzielles WM-Finale ist.“ Klar ist, dass der DRL-Titelverteidiger erneut eine osteuropäisch geprägte Auswahl aufbieten wird. Erst gestern traf das Team zusammen und absolvierte am Abend ein Training.

Weniger ist mehr

In den Stunden vor dem Wettkampf lässt Leipold seine Schützlinge in Ruhe, ist aber da, sollte sich der eine oder andere an ihn wenden. Um 17.15 Uhr geht es dann in die Halle und dort um 18.45 Uhr auf die Waage. Nicht weiter ungewöhnlich wäre, wenn der eine oder andere gut einen Monat vor der WM in einer höheren Kategorie als normalerweise antritt – viel Gewicht verlieren zu müssen, würde Stress bedeuten.

„Kurz bevor er auf die Matte geht, kriegt jeder Sportler noch zwei, drei Tipps“, sagt Leipold und verdeutlicht: „Es gibt viele, die dem armen Athleten in 30 Sekunden noch ungefähr 30 Informationen vermitteln wollen, aber das funktioniert nicht.“ Und wie wichtig ist es, dass gleich der erste Team-Vergleich einen Sieg bringt? „Wir wollen gewinnen“, sagt Leipold, schränkt aber ein: „Wir haben acht Kämpfe, dann ist es wichtig, dass man unter den Top 4 ist, in Halbfinale und Finale ist dann sowieso alles möglich.“ Um fürs Ringen – und für die DRL – zu werben, sei es ansonsten wichtig, spannende und faire Kämpfe zu bieten.

Hohe Leistungsdichte

Dass es nicht zu einseitig wird, ist Jürgen Banz wichtig, der in Ispringen und anderswo regelmäßig Kämpfe besucht. Da er einst für den TV Mühlacker auf der Matte stand, interessiert ihn der Ringsport: „Das ist die Faszination Mann gegen Mann.“ Eine klare Präferenz hat Banz nicht: Weingarten als zweiter nordbadischer DRL-Club ist ihm praktisch genauso lieb wie Ispringen. Auch Besuche bei Kämpfen der vom DRB parallel betriebenen Bundesliga kämen für Banz infrage. Heilbronn-Neckargartach ist da der nächste Standort. Jedoch weist die Bundesliga für seinen Geschmack eine zu geringe Leistungsdichte auf. Deshalb sind DRL-Kämpfe wie Ispringen gegen Weingarten für Banz viel interessanter.