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Die Fans des KSC sahen am Samstag gegen Aalen keine Tore. Foto: Ripberger/Archiv

Torloses Unentschieden gegen Aaalen: Karlsruher SC offensiv zu harmlos

Torlose Unentschieden werden oftmals unterteilt in solche der besseren, beziehungsweise solche der schlechteren Sorte. Das 0:0 zwischen den Drittligisten Karlsruher SC und VfR Aalen muss der zweiten Kategorie zugeordnet werden.

Das, was die nordbadischen Hausherren und ihre Gäste von der Ostalb bei winterlichen Temperaturen zu bieten hatten, war jedenfalls nicht geeignet, die Herzen der etwas mehr als 10 000 Zuschauer – darunter circa 250 Gästefans – zu erwärmen.

Zufriedener mit der Punkteteilung auf schwachem Niveau war zweifelsohne der VfR. „Das war das Maximalergebnis, das wir in Karlsruhe erreichen konnten und nach Hause gekämpft haben“, sagte Gästetrainer Peter Vollmann nach dem angestrebten Teilerfolg. „Wir freuen uns sehr über diesen Zähler.“ Schließlich hatte seine Mannschaft zuvor auswärts dreimal hintereinander verloren.

Sein Karlsruher Kollege Alois Schwartz trauerte der Überlegenheit (vier Eckbälle in den ersten zehn Minuten) und den Chancen seiner Schützlinge in der Anfangsphase der Partie nach. Eine Führung hätte gegen die tief stehenden Gäste wie ein „Dosenöffner“ wirken können, meinte der KSC-Coach. Nach einer Ecke von Marvin Wanitzek scheiterte aber zunächst Anton Fink an dem in Karlsruhe geborenen Gäste-Keeper und -Kapitän Daniel Bernhardt. Und den Nachschuss drückte Marcel Mehlem, der später seine fünfte Gelbe Karte sah und am nächsten Samstag in Jena gesperrt ist, an den Aalener Querbalken (9.). „Wir haben zu viel in die Breite gespielt“, erklärte Schwartz die offensive Harmlosigkeit des KSC. Aalen konzentrierte sich in erster Linie auf seine Abwehrarbeit und zeigten kein Interesse, nach vorne zu spielen.

In der zweiten Halbzeit wollte der KSC eigentlich mehr in die Tiefe spielen. Aber Szenen wie jene, in der Fabian Schleusener von Torben Rehfeldt kurz vor der Strafraumgrenze nur durch ein Foul gestoppt werden konnte (51.), „hatten wir zu selten“, bedauerte Schwartz ein. Trotzdem hätte der KSC Mitte der zweiten Hälfte (64. Föhrenbach, 71. Schleusener, 73. Fink, 77. Mehlem, 77. Schleusener) und in der Nachspielzeit (90.+2 Gordon) noch gewinnen können. Aber dass mal „so ein Glücksding“ reinrutscht, wie Schwartz sagte, war den Wildparkprofis in ihrem letzten Heimspiel des Jahres nicht vergönnt. Trotzdem wurde der Karlsruher Cheftrainer auf der Suche nach positiven Gesichtspunkten des aus Karlsruher Sicht eher enttäuschenden Resultats fündig. „Meine Mannschaft hat zum neunten Mal in zwölf Spielen unter meiner Regie keinen Gegentreffer zugelassen. Das ist richtig gut.“ Außerdem blieb der KSC zuhause ungeschlagen und hat seit sieben Spielen nicht mehr verloren. „Darauf können wir aufbauen“, meint Marvin Wanitzek.