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Gibt sich mit dem Erreichten noch lange nicht zufrieden: VfB-Trainer Hannes Wolf. Foto: dpa
Gibt sich mit dem Erreichten noch lange nicht zufrieden: VfB-Trainer Hannes Wolf. Foto: dpa
27.02.2017

Trainer Hannes Wolf hält beim VfB Stuttgart die Spannung hoch

Der VfB Stuttgart hat die nächste Hürde auf dem Weg zurück in die Fußball-Bundesliga genommen. Nach dem 2:0-Sieg über den 1. FC Kaiserslautern hat Zweitliga-Spitzenreiter VfB Stuttgart selbst auf den schärfsten Verfolger Hannover 96 schon fünf Punkte Vorsprung. Sind die Schwaben nach dem fünften Sieg im fünften Spiel des neuen Jahres überhaupt noch zu stoppen?

Für sie spricht die Lernfähigkeit, sich mit unterschiedlichen Spielweisen der Gegner auseinanderzusetzen und zu bestehen. Zum Rückrundenauftakt beim FC St. Pauli zeigte der VfB, dass er auch den Kampf annehmen kann. Er landete einen glücklichen und „dreckigen“ 1:0-Sieg. Auch die Erfolge über Düsseldorf, Sandhausen, Heidenheim und nun gegen Lautern waren keine Husarenstücke, sondern Produkte ernsthafter Arbeit, taktischer Flexibilität und einer Siegermentalität, ohne die das Unternehmen Aufstieg zum Scheitern verurteilt wäre.

Die Art und Weise, wie die Stuttgarter Kaiserslauterns starke Abwehr bespielten, war beachtlich. Es bedurfte jeder Menge Geduld, Variationsmöglichkeiten und nicht zuletzt Qualität, um den pfälzer Beton zu knacken. „Dosenöffner“ war laut VfB-Trainer Hannes Wolf der Treffer zum 1:0 durch Torjäger Simon Terodde (58. Minute), der sich in der ersten Hälfte einen Nasenbeinbruch zugezogen hatte, aber tapfer und erfolgreich weiterspielte. Der 28-Jährige steht beispielhaft für die Durchsetzungsfähigkeit und den Erfolgshunger der Mannschaft. Im Hinblick auf das Spitzenspiel kommenden Montag (20.15 Uhr/Sport 1 und Sky) bei Eintracht Braunschweig meinte Terodde: „Wir wollen uns weiter absetzen. Ich habe großen Bock auf dieses Spiel.“

Erfolg macht Spaß und verleiht Selbstbewusstsein. Und auf dieser Welle möchte der VfB möglichst lange weiterreiten. Wolf wird alles dafür tun, damit das Ganze nicht in Leichtfertigkeit oder gar Überheblichkeit kippt. „Wir werden den Teufel tun und uns zurücklehnen“, wiederholt er gebetsmühlenartig. Als Spieler des 1. FC Nürnberg II hat er in der vierten Liga schon erlebt, wie eine Mannschaft trotz eines großen Vorsprungs die Meisterschaft verspielte. „Ich habe auch den Anspruch an die Spieler, dass sie weiterhin das Niveau in allen Bereichen brutal hochhalten, sei es Schlaf, Ernährung, Regeneration oder Trainingsintensität“, macht der 35-jährige Coach deutlich, dass er keinen Schlendrian dulden wird.

Eine große Kunst wird es sein, den Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaft zu steuern und alle bei der Stange zu halten, die sich derzeit auf der Ersatzbank oder gar auf der Tribüne wiederfinden. Jan Schindelmeiser jedenfalls sieht momentan keine Gefahr, dass einer für schlechte Stimmung sorgt. „Die Jungs verhalten sich alle überragend, auch wenn es einige natürlich derzeit sehr schwer haben“, sagt der VfB-Sportvorstand. Diejenigen, die derzeit erste Wahl sind, wissen, dass sie weiter auf einem hohen Niveau agieren müssen, um in der Mannschaft zu bleiben.