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Nur noch bis Ende Juni ein Team beim Karlsruher SC: KSC-Trainer Markus Kauczinski (links) will seinen Vertrag nicht verlängern, KSC-Präsident Ingo Wellenreuther bedauert den Schritt.
Nur noch bis Ende Juni ein Team beim Karlsruher SC: KSC-Trainer Markus Kauczinski (links) will seinen Vertrag nicht verlängern, KSC-Präsident Ingo Wellenreuther bedauert den Schritt. © dpa
05.10.2015

Trainer Markus Kauczinski verlängert nicht beim KSC

Karlsruhe. Cheftrainer Markus Kauczinski hat dem Präsidium des Karlsruher SC mitgeteilt, dass er seinen Vertrag über den 30. Juni 2016 hinaus nicht verlängern wird. Das offenbar überraschte KSC-Präsidium bedauert die Entscheidung.

„Das Präsidium ist in den letzten Jahren auch in schweren Zeiten immer zu mir gestanden. Mir wurde in den sehr harmonischen und konstruktiven Vertragsgesprächen immer das Vertrauen für einen  weiteren gemeinsamen Weg durch das Präsidium entgegengebracht“, sagte Markus Kauczinski. Und: „Nach intensiver Überlegung ist bei mir jedoch die Entscheidung gereift, dass es für beide Seiten sinnvoller ist, neue Wege zu gehen. Deshalb werde ich ab dem 1. Juli 2016 eine neue sportliche Herausforderung suchen. Bis dahin gilt meine volle Konzentration und Energie der Mannschaft und dem Verein.“

KSC-Präsident Ingo Wellenreuther erklärt: „Das Präsidium bedauert die Entscheidung von Markus Kauczinski sehr und ist auch darüber überrascht, weil der KSC den bisherigen gemeinsamen erfolgreichen Weg gerne fortgesetzt hätte.“ Aber, so führt Wellenreuther weiter aus: „Wir akzeptieren die Beweggründe unseres Trainers. Der gemeinsame Fokus von Markus Kauczinski und dem KSC liegt jetzt darin, die laufende Saison erfolgreich zu gestalten.“

Der 45-jährige Kauczinski hatte mit den Badenern in der vergangenen Saison in den Relegationsspielen gegen den Hamburger SV nur denkbar knapp den Aufstieg verpasst. 2001 kam er vom FC Schalke 04 und begann als Jugendtrainer beim KSC. In dieser Saison reichte es dem KSC in zehn Spielen nur zu zwei Siegen, denen fünf Niederlagen gegenüber stehen. Mit neun Punkten stehen die Karlsruher auf dem 14. Platz. Das hatte man nach der vergangenen Saison in der 2. Liga so wohl nicht erwartet.

Einmal mehr ist der KSC schwach in die

Saison gestartet. Das ist aber nicht anders als in den vergangenen Jahren. Die Mannschaft hat zwar immer wieder die Kurve gekriegt, dennoch schallten erstmals „Trainer raus“-Rufe durchs Wildparkstadion.

Dass die Gespräche zur Vertragsverlängerung zunächst vertagt wurden, könnte der KSC-Trainer auch als Misstrauensvotum verstanden haben, ebenso wie die Tatsache, dass Vereinsboss Ingo Wellenreuther die Vertragsverlängerung zur Chefsache gemacht hatte, statt sie in den Händen von Sportdirektor Jens Todt zu belassen. Zudem wird kolportiert, das Vertragsangebot habe eine vergleichsweise niedrige Abfindung im Fall einer Entlassung beinhaltet, aber eine vergleichsweise hohe „Ablöse“, falls ein anderer Club den Trainer holen wolle.

Die Trainerarbeit von Kauczinski hat bundesweit Anerkennung gefunden – Sorgen über die Zukunft muss sich der Trainer kaum machen, auch wenn er beteuert, bislang noch nicht mit anderen Clubs verhandelt zu haben.

Der KSC wiederum muss die Frage nach einem Nachfolger für Kauczinski beantworten. Ob dabei vereinsinterne Optionen (Co-Trainer Argirios Giannikis, Amateurtrainer Stefan Sartori) eine Rolle spielen, bleibt abzuwarten.