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02.02.2017

Trennung der HSG Pforzheim: Das Tauziehen hat begonnen

Jetzt, da das Ende der Pforzheimer Handball-Spielgemeinschaft (HSG) beschlossene Sache ist, drängt die Zeit. Die beteiligten Vereine Turngemeinde 1888 und Turnerbund müssen die Zukunft planen. Deshalb luden beide Vereine am Mittwochabend Spielerinnen, Spieler und Eltern ein, um zu sehen, wer künftig wo spielen wird. Das Tauziehen hat begonnen. Allerdings ist bei vielen Beteiligten über die Freude über die Auflösung der HSG „sehr begrenzt“, wie es ein Elternteil formulierte.

Rund 50 Interessenten versammelten sich beim Turnerbund im Vereinsheim auf dem Buckenberg, darunter zehn bis 15 junge Spielerinnen und Spieler. „Das war sehr konstruktiv. Wir sind zuversichtlich für die Zukunft“, sagt David Bregazzi. Der TB-Vorsitzende bestätigt, dass sein Verein in der Jugend möglichst viele Altersklassen bei Mädchen und Jungen besetzen will. Sein Verein erhält auch das Landesliga-Spielrecht für die Männer – ob es hier aber eine Mannschaft geben wird, bleibt offen. „Da drängt die Zeit im Moment nicht so wie bei der Jugend“, sagt Bregazzi.

Etwas größer war der Andrang bei der TG 88 in der Benckiser-Halle, wo mehr als 20 Spielerinnen und Spieler aus dem Nachwuchs gezählt wurden, Die Turngemeinde will künftig weiter mit allen drei Frauen-Mannschaften antreten und setzt darauf, dass das auch Zugkraft im Mädchenbereich erzeugt.

Doch droht im Nachwuchsbereich gerade dort, wo die HSG zuletzt besonders stark war, eine Zerreißprobe. Eigentlich wollte die weibliche B-Jugend die Qualifikation zur Oberliga spielen – und hatte sich dafür gute Chancen ausgerechnet.

Derzeit ist aber völlig offen, ob die beiden Jahrgänge dieser Altersstufe den gleichen Weg einschlagen. Die älteren Mädchen könnten eher zur TG, die jüngeren eher zum TB tendieren. Die ebenfalls vielversprechende C-Jugend scheint ihre Zukunft eher beim Turnerbund zu sehen. Die Jungs wiederum, die sich sowieso stiefmütterlich behandelt fühlten, landen möglicherweise geschlossen bei der Turngemeinde. Das Ergebnis könnte kurios sein: Ein Turnerbund mit Männerspielrecht – aber ohne männlichen Nachwuchs; und eine Turngemeinde mit Frauenspielrecht – aber einer heftig gerupften weiblichen Jugendabteilung.