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22.03.2016

Trio der KTV Straubenhardt fährt zur Olympia-Quali - Große Frage: Ist Hambüchen fit?

Selbst in der Stunde seines ersten Weltcupsieges waren die Gedanken von Andreas Bretschneider beim derzeit verletzten Fabian Hambüchen. „Wir haben Angst“, brachte der Chemnitzer die Gefühle seiner Mannschaftskameraden auf den Punkt. Die große Frage ist, ob der hessische Vorturner bis zum alles entscheidenden Termin am 16. April wieder fit ist. Dann kämpfen die Deutschen in Rio de Janeiro ums Olympia-Ticket.

Hambüchen quält sich seit viereinhalb Wochen mit einer hartnäckigen Schulterverletzung, die er sich im Training bei einem Sturz vom Reck zugezogen hatte. Die Probleme des für die Mannschaft so wichtigen Leitwolfs seien kaum besser geworden, informierte sein Manager Klaus Kärcher am Rande des DTB-Pokals in Stuttgart. „Er kann immer nur bis zur Schmerzgrenze trainieren. Das schränkt ihn sehr ein.“, Kärcher findet gut, dass sich sein Schützling in den vergangenen Wochen bei einigen Fernsehshows ablenken konnte. In der ZDF-Fernsehshow „I can do that“ bewies Hambüchen Geschicklichkeit beim Balanceakt auf dem Seil, bei Feuerakrobatik und Seifenblasen. Für einen guten Zweck gewann er 50.000 Euro.

Cheftrainer Andreas Hirsch sieht die gesundheitlichen Probleme als „eine ätzende Situation für Fabian. Aber ich gebe keinerlei medizinische Urteile ab“. Hirsch hob hervor: „Wenn die sicherste Säule ein Problem hat, dann haben wir alle ein Problem.“ Fest nominiert hat der Coach daher nur fünf Turner für den Test an der Copacabana. Zur Riege gehören Weltcupsieger Andreas Bretschneider und der Olympia-Zweite Marcel Nguyen. Hinzu kommen als dritter Mann aus dem Bundesliga-Team der KTV Straubenhardt Lukas Dauser, Philipp Herder und Andreas Toba. Falls sich Hambüchen bis zum 30. März fit meldet, kann er einen Tag später einen Überprüfungswettkampf in Kienbaum bestreiten und auf diesem Weg das sechste Ticket buchen.

Nach Experten-Schätzungen würde ein Ausfall von Hambüchen die Riege mindestens fünf Punkte kosten. Damit wäre die Qualifikation für die Sommerspiele akut gefährdet. Nur vier Riegen könnten sich noch die Tickets sichern.

Er würde eine riesige Lücke hinterlassen“, meinte Hirsch. Doch er habe sich in der Vergangenheit immer auf seinen Top-Turner verlassen können: „Wir haben jahrelang ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. Es gibt keinen Grund, nun daran zu zweifeln“. Er hofft auch, dass Hambüchen für den Fall, dass er nicht bis Ende des Monats fit wird, rechtzeitig Signale sendet. „Fabian war immer zuverlässig in seinen Aussagen. Und er weiß auch, dass ein eventueller Ersatz rechtzeitig Bescheid wissen sollte.“