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Trotz Steigerung: KSC trägt nach Pokal-Aus Schwarz.
Trotz Steigerung: KSC trägt nach Pokal-Aus Schwarz © dpa
27.10.2011

Trotz Steigerung: KSC trägt nach Pokal-Aus Schwarz

Karlsruhe. Das Pokal-Aus gegen Schalke 04 schmerzt die badische Seele. 80 Minuten lang schien für den angeschlagenen Karlsruher SC ein sportlicher wie finanzieller Meilenstein zum Greifen nahe zu sein. «Aber das ist eben der Unterschied. Die andere Seite hat einen Huntelaar.

Den lässt man einmal für einen Moment los und dann macht er ein Tor», haderte KSC-Verteidiger Giuseppe Aquaro nach der unglücklichen 0:2-Niederlage des Fußball-Zweitligisten gegen den Favoriten und Titelverteidiger aus dem Ruhrpott.

Erst in den letzten Minuten machten die Schalker den Sieg durch Tore von Klaas-Jan Huntelaar perfekt. Den KSC brachte das um eine große Chance. In der vergangenen Woche musste der Verein für das abgelaufene Geschäftsjahr ein Minus von rund 2,5 Millionen Euro einräumen. Einen Teil dieses Verlustes hätten die Badener mit nur einem Spiel und dem Erreichen des Achtelfinals wieder ausgleichen können. Auch für das Selbstvertrauen wäre ein Pokal-Coup nach zuletzt neun Zweitliga-Partien ohne Sieg wichtig gewesen. «Wir hätten einfach einmal den Lucky-Punch setzen müssen, dann hätten wir eine Chance gehabt», meinte Trainer Rainer Scharinger. Einen Tag nach dem Spiel folgte dann die nächste Hiobsbotschaft: Stammtorhüter Dirk Orlishausen zog sich am Mittwochabend eine Schultereckgelenkssprengung zu und wird mehrere Wochen ausfallen. «Das ist ein sehr schwerer Schlag, weil er uns zuletzt sehr viel Stabilität gegeben hat», sagte Scharinger.

Trotzdem nahm der KSC mit Blick auf das wichtige Spiel am Samstag (13.00 Uhr) bei Dynamo Dresden auch viel Positives mit aus dieser Partie. Was die Ordnung, taktische Disziplin und den Mut anging, präsentierte sich der erstmals ganz in Schwarz spielende Tabellen-16. der zweiten Liga wie ausgewechselt. Von der Verunsicherung der vergangenen Wochen war nichts zu sehen.

«Gegen Schalke war es vom Kollektiv her eine hervorragende Leistung. Selbst die, die draußen gesessen haben, haben das Spiel mitgelebt», lobte Scharinger und fügte hinzu: «Ich hoffe, dass die Mannschaft die Frechheit mitnimmt und weiß, dass sie nicht nur gegen Fürth oder Schalke, sondern auch in solchen Spielen wie in Dresden bestehen kann.»

Auch Sportdirektor Oliver Kreuzer, der in der Kabine wegen seiner deutlichen Ansprachen inzwischen gefürchtet ist, verteilte fleißig Komplimente. «Ich glaube, dass die Mannschaft heute gezeigt hat, dass sie gut Fußball spielen kann. Gerade die zuletzt viel gescholtene Defensive hat eine sehr gute Leistung gezeigt», sagte er.

Von den rund 29 000 Zuschauern im ausverkauften Wildparkstadion bekam der KSC zum ersten Mal seit langem wieder warmen Beifall. Die Fans honorierten die Leistungssteigerung genauso wie die Verantwortlichen des Vereins. «Die Niederlage ist trotz der guten Leistung bitter. Aber wir können nun wieder mutig und selbstbewusst nach Dresden fahren», sagte Kreuzer.