nach oben
Ausgebremst: In der Offensive kam das Pforzheimer Team zum Florian Taafel (am Ball) gegen Oftersheim/Schwetzingen häufig nicht wie gewünscht zum Zuge.   Ripberger
Ausgebremst: In der Offensive kam das Pforzheimer Team zum Florian Taafel (am Ball) gegen Oftersheim/Schwetzingen häufig nicht wie gewünscht zum Zuge. Ripberger
01.11.2017

Trotz einer 11:6 Führung verliert Pforzheimer Drittligist mit 20:21

Handball-Drittligist TGS Pforzheim lieferte in der heimischen Bertha-Benz-Halle ein Negativ-Lehrstück dafür ab, wie man nach einer sicher scheinenden 11:6-Führung nach 25 Minuten doch noch 20:21 verlieren kann.

Die meisten der 700 Zuschauer konnten es kaum glauben: Nervosität, Fehler im Aufbau und Zuspiel, Konzentrationsmängel und Schussschwäche brachten Gegner HG Oftersheim/Schwetzingen zurück in die Partie. Nach aufopferungsvollem Kampf setzte sich der Oberligameister und Aufsteiger der Saison 2015/2016 aus der Spargelstadt mit 21:20 durch, wenngleich die Pforzheimer wenigstens ein Pünktchen verdient gehabt hätten.

Marco Kikillus überragend

„Wir haben viele Fehler im Angriff gemacht. Unsere Abwehr stand dagegen nicht schlecht“, fasste TGS-Trainer Andrej Klimovets die spannenden, wenn auch nicht immer hochklassigen 60 Minuten zusammen. In der Tat: Beide Pforzheimer Torhüter Sebastian Ullrich und später Jonathan Binder entschärften einige harte Schüsse des Gegners. Doch ein überragender Marco Kikillus, der die Hälfte aller 20 Treffer der Gastgeber im Netz versenkte, ist im Spiel nach vorne zu wenig. Zu oft war er allein auf sich gestellt.

Dabei mussten die Mannen aus dem Rhein-Neckar-Kreis schon in der 16. Minute einen schweren Schlag verkraften, von dem sie sich lange nicht erholten. Der herausragende Rückraum-Stratege Daniel Hideg, HG-Rekordtorschütze dieser Saison mit 56 Treffern, sah nach einer Attacke gegen Davor Sruk die Rote Karte. „Er hat mir mit der Faust ins Gesicht geschlagen“, sagte der Gefoulte. Das spielte der Klimovets-Truppe zunächst mächtig in die Karten, weil sich in den folgenden zwölf Minuten die Oftersheimer wie ein aufgeschreckter Hühnerhaufen präsentierten, so dass die TGS mit einem 8:0-Lauf aus einem 3:6-Rückstand die 11:6-Führung zauberte.

Reformfreudiger Gästecoach

Doch nach dem 10:13-Halbzeitstand aus HG-Sicht, reagierte deren Coach Holger Löhr am Reformationstag reformfreudig. „Da muss man als Trainer den Arsch in der Hose haben“, begründete er seine Entscheidung, mutig immer wieder ohne Torwart und folglich mit sieben Feldspielern anzugreifen sowie mit einer offensiven 4- 2 oder 3 - 2 - 1-Abwehr zu operieren. „Deshalb haben wir verdient gewonnen“, steht für ihn fest, wenngleich er mit der Roten Karte haderte: „Das muss nicht sein.“

Dass für die Pforzheimer zum Ungeschick auch noch Pech hinzu kam, tat das Übrige zum doppelten Punkverlust. Der sonst so sichere Kikillus vergab 82 Sekunden vor Schluss einen Siebenmeter und 15 Sekunden vor dem Ende warf Versakovs über den Kasten.