nach oben
Packendes Finish: Patrick Karl hatte im Ziel des Männer-Hauptlaufes die Brust vorn vor Jannik Arbogast (links). Der Läufernachwuchs hatte mächtig viel Spaß bei der Jagd nach dem Hahn (rechts).  Ripberger
Packendes Finish: Patrick Karl hatte im Ziel des Männer-Hauptlaufes die Brust vorn vor Jannik Arbogast (links). Der Läufernachwuchs hatte mächtig viel Spaß bei der Jagd nach dem Hahn (rechts). Ripberger
12.11.2017

Trotz trüben Wetters fast 900 Teilnehmer beim Huchenfelder Crosslauf

Echte Crosslauf-Spezialisten wirft einfach nichts aus der Spur: Selbst kühler Wind, unwirtliche Temperaturen um die fünf Grad plus, zeitweise Regen und ein schwieriges und schlammiges Geläuf halten knapp 900 Leichtathleten zwischen drei und 78 Jahren nicht davon ab, nach Huchenfeld zu pilgern.

Wenn alljährlich Wolfgang Hohl und sein Sohn Stephan zu einer der wichtigsten deutschen Leichtathletik-Veranstaltungen außerhalb von Stadien und Hallen locken, will die Elite nicht fehlen. Und Spannung ist zudem garantiert bei der zehnten Auflage am Lohwiesenhof. Wie am vergangenen Samstag beim abschließenden der 19 Läufe über die längste Distanz von 9000 Metern für Männer und Junioren (bis zu 23 Jahren).

Karl knapp vor Arbogast

Drei Zehntelsekunden entscheiden in einem packenden Finish über den Sieg, so dass fast noch das Zielfoto zu Rate gezogen werden muss. Patrick Karl, Vize-Europameister 2015 bei der U 20, vom TV Ochsenfurt hat in 33:16,0 Minuten die Brust vorn vor Jannik Arbogast, deutscher Vizemeister auf der Bahn über 10 000 Meter, von der LG Region Karlsruhe. Wie fair es trotz harten Kampfes unter Leichtathleten zugeht, macht der Dialog nach dem Einlauf deutlich. „Das war ein starkes Ding. Du hast verdient gewonnen, weil Du lange die Führungsarbeit übernommen hast und bist halt ein Hindernisläufer“, gratuliert der Durlacher dem Franken. „Du hast es mir schwer gemacht. Ich wollte Dich früher abhängen“, lobt auch Karl. Doch Arbogast ist auch Gewinner: Schließlich holt er sich den Sieg bei den Männern – Karl ist Junior – und wird deutscher Hochschulmeister. Als Meister darf sich zudem ein Kelterner feiern lassen: Der Ellmendinger Philipp Kern von der TG Dietlingen sichert sich zusammen mit Jannik Arbogast und Felix Köhler den Mannschafts-Titel für das KIT (Karlsruher Institut für Technologie) unter Deutschlands besten Studenten.

Elena Burkard souverän

Klarer ist die Sache im Hauptlauf der Frauen über 6600 Meter. Elena Burkard von der LG farbtex Nordschwarzwald hat keine Probleme, sich in 26:04,8 Minuten durchzusetzen. „Das hat Spaß gemacht. Aber die letzte Runde war zäh“, bekennt die 25-jährige Baiersbronnerin, die bei Jugend-Cross-Europameisterschaften bereits zwei Medaillen im Team einheimste. Um eben diese EM-Tickets ging es bei der U 20-Jugend. Ilyas Yonis Osman aus Wiesbaden verweist zwar über dieselbe Distanz souverän Markus Görger (LAC Freiburg) und Nick Jäger (TSV Penzberg) auf die Plätze zwei und drei. Dennoch darf der 18-jährige Somalier Mitte Dezember nicht nach Samorin/Slowakei zur Cross-EM reisen. Er benötigt erst noch einen deutschen Pass. „Auf dem Matsch war es sehr schwer“, so der Hauptschüler. Die Favoritinnen setzen sich über 4800 Meter der Jugend U 20 mit Josina Papenfuß (Westerstede) und Lisa Tertsch (Darmstadt) durch. Sie sind somit für die EM qualifiziert.

In den Kinder- und Seniorenklassen können etliche Teilnehmer aus Pforzheim die oberste Stufe des Podests erklimmen.

Wolfgang Hohl freut sich, dass das Meeting erstmals europäischen Status erhielt. Dieser Herausforderung mit fünf Doping-Kontrolleuren habe man sich gerne gestellt. Für ihn gilt: „Wir wollen immer besser werden.“ Dennoch steht für ihn fest: „Ohne die rund 100 Helfer würde es diese Veranstaltung nicht geben.“