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Bereits mit Blick auf Olympia 2020 präsentierte sich Andreas Bretschneidervon der KTV Straubenhardt in Stuttgart im Sechskampf.  Foto: Murat 
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Marcel Nguyen hat noch Reserven, war aber nicht unzufrieden.  Foto: Murat 

Turnen: Duo der KTV Straubenhardt quält sich im Mehrkampf

Stuttgart. Knapper geht es kaum: Nur 0,099 Punkte haben Elisabeth Seitz in Stuttgart zum dritten Weltcup-Sieg der deutschen Turnerinnen in Serie gefehlt.

Damit In jedem Fall stahlen die Frauen einmal mehr den Männern die Schau.

Marcel Nguyen und Andreas Bretschneider vom deutschen Meister KTV Straubenhardt waren am Samstag Sechster und Siebter geworden. Das brachte den KTV-Turnern 5000 beziehungsweise 4500 Franken Preisgeld. Beide absolvierten ihren ersten Mehrkampf nach langer Pause.

Nguyen empfand die Atmosphäre vor den 23 000 Zuschauern an drei Tagen als „besten Vorgeschmack auf die Heim-WM“ im kommenden Jahr. Bei seinem ersten Sechskampf seit den Olympia 2016 in Rio sah er nach 81,966 Punkten neben „einigen kleinen Fehlern“ vor allem Reserven am ungeliebten Pauschenpferd. An Barren (14,633) und Ringen (13,700) war Nguyen stark.

Nach der Ringeübung war Bretschneiders Gesicht schmerzverzerrt. „Ich hoffe nur, dass es nicht ein neuer Riss ist, sondern nur die Muskulatur reagiert hat“, meinte er. 14 Monate nach seinen beiden Schulteroperationen sind die Nachwirkungen aber wohl noch nicht abgeklungen.

Die 81,065 Zähler im Mehrkampf waren Bretschneider nicht so wichtig wie seine saubere Reck-Show. Auch ohne den von ihm kreierten „Bretschneider“-Flieger erhielt er die Spitzennote von 14,533 Punkten, die im Herbst 2017 zum WM-Titel in Montreal gereicht hätte. „Ich wollte das heute durchziehen und auch an meinem Spezialgerät nichts auslassen, obwohl die Schulter wieder wehtat“, sagte Bretschneider.

Der Russe David Belyavsky, ebenfalls ein KTV-Mann, sicherte sich mit 85,732 Punkten überlegen die 12 000 Schweizer Franken Siegprämie. In der Team Challenge war dann die russische Riege nicht zu bezwingen. Die deutschen Männer enttäuschten auf Platz sechs.

Die deutsche Rekordmeisterin Elisabeth Seitz (53,332 Punkt) musste sich gestern zwar der Chinesin Zhang Jin (53,431) beugen, bekam aber 10 000 Schweizer Franken. Außerdem ging sie nur drei Monate nach einer Fuß-Operation im Weltcup in Führung.