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Wolfgang Grandjean startete beim „Lauf geht’s“-Infoabend direkt mit den ersten Übungen.  Foto: Meyer 

Überwältigendes Interesse an der PZ-Aktion „Lauf geht’s“ - Projekt soll Teilnehmer gesünder und schlanker machen

Rund 250 Menschen waren am Montag ins PZ-Forum gekommen, um sich über die Aktion „Lauf geht’s“ zu informieren. „Wahnsinn, so voll war es hier noch nie“, staunte der geschäftsführende Verleger der Pforzheimer Zeitung Thomas Satinsky. Durch den Abend führte Wolfgang Grandjean, der vor fünf Jahren die Idee für „Lauf geht’s“ hatte und das Konzept selbst ausprobiert hat. Der Marketingfachmann beantwortete die wichtigsten Fragen rund um das Laufprojekt, bei dem Menschen in sechs Monaten für den Halbmarathon in Karlsruhe fit gemacht werden.

Was bringt mir „Lauf geht’s“?

Die meisten, die bisher bei dem Projekt mitgemacht haben, gaben im Vorfeld Gesundheit und Gewichtsabnahme als Motivation an. „Beides wird passieren, das kann ich versprechen“, sagt Grandjean, der nach eigenen Angaben seit seiner Teilnahme an der ersten „Lauf geht’s“-Auflage in Aalen keine Medikamente gegen Bluthochdruck mehr nehmen muss. Außerdem würde die Lebensenergie bei den Teilnehmern deutlich steigen. „Die Leute sind aktiver, gehen wieder mehr ins Kino oder in die Kneipe“. Viele würden ihn fragen, ob „Lauf geht’s“ ihn glücklicher gemacht habe, so Grandjean. „Glücklicher würde ich nicht sagen, das wäre mit zu esoterisch, aber ich bin deutlich gelassener geworden.“

Ist ein Halbmarathon nicht ein zu ambitioniertes Ziel?

Als „Genusslaufen ohne Leistungsdruck“ bezeichnet Grandjean das Projekt „Lauf geht’s“. Dennoch ist es ihm wichtig, ein ambitioniertes Ziel zu haben. „Wenn Sie sich mindestens zu 70 Prozent an unser Trainingsprogramm halten, dann schaffen Sie den Halbmarathon auch“, ist sich Grandjean sicher. Die Zeit, das betont der Marketingfachmann, die spiele bei „Lauf geht’s“ keine Rolle. „Natürlich machen die Veranstalter nach einer gewissen Zeit das Ziel zu, aber wir sorgen mit unserem Training in den sechs Monaten dafür, dass Sie ankommen, bevor das Ziel abgebaut wird“, verspricht Grandjean. Es gebe allerdings auch Menschen, denen die 21,5 Kilometer zu viel seien, denen es schon reichen würde, die zehn Kilometer zu laufen. „Auch die lehnen wir nicht ab“, erklärt Grandjean.

Wie sieht das Training aus?

„,Lauf geht’s‘ ist kein Laufprogramm, sondern ein ganzheitliches Gesundheitsprogramm“, stellt Grandjean klar. Das Konzept bestehe aus drei Säulen: modernster Trainingsmethoden, neuste Ernährungsmethoden und Motivation. Wichtig sei vor allem, die Einsteiger langsam an das Training heranzuführen. „Viele wollen zu schnell zu viel und sind dann spätestens nach vier Wochen verletzt“, so Grandjean. Daher würden die Anfänger zunächst mit Walken anfangen. Die Fortgeschrittenen bekämen einen anderen Trainingsplan. Man arbeite insgesamt viel mit der Pulsfrequenz. Auch Stabilitäts- und Mobilitätsübungen gehören zum Trainingsprogramm. „Die sind wichtig, damit auch die Sehnen, Gelenke und Bänder sich an die neue Belastung gewöhnen“, so Grandjean, der gleich mit dem Publikum einige Übungen ausprobierte.

Warum gehört auch die Ernährungsumstellung dazu?

Mit der Ernährung könne man das Training unterstützen. Das Ernährungskonzept wurde vom Sportwissenschaftler und Ernährungsbiologen Dr. Wolfgang Feil entwickelt, der dieses Programm eigentlich für Leistungssportler entworfen hat. „Wir sind die einzigen, die das im Gesundheitsbereich anwenden“, so Grandjean, der aber auch betont: „Das ist keine Diät und wir sind auch keine Sekte, niemand muss sich an das Ernährungsprogramm halten.“

Warum sind die Lauftreffs so wichtig?

Manchmal brauche man einen Tritt in den Arsch, sagt Grandjean zum Thema Motivation. Daher seien die wöchentlichen Lauftreffs wichtig. Dort treffe man Gleichgesinnte und könne sich auch für weitere Trainingseinheiten außerhalb der Lauftreffs verabreden. Schließlich müsse man auch zweimal die Woche alleine Laufen. „Wenn Sie sich dann mit anderen verabreden, dann sinkt die Hemmschwelle das Training ausfallen zu lassen, man will die anderen ja nicht hängenlassen.“ Auch sei es wichtig, dass die Trainer einen bei den Lauftreffs motivieren und auch mal bremsen.

Wer kann mitmachen?

Mindestens 16 Jahre alt müssen die Teilnehmer sein, erst dann kann man bei einem Halbmarathon mitmachen. Nach oben seien keine Grenzen gesetzt, sagt Grandjean. „Unsere älteste Teilnehmerin war 79 Jahre alt und die hat bis zum Schluss durchgehalten“. Bei der Anmeldung müsse ein Gesundheitsfragebogen ausgefüllt werden, bei dem unter anderem Körpergröße, Gewicht und der Bauchumfang abgefragt werden. „Den schaut sich die Forschungsgruppe von Dr. Feil an, sollte jemand einer Risikogruppe angehören, wird derjenige gebeten, vorab mit seinem Arzt zu klären, ob er teilnehmen kann“. Bisher habe man noch niemanden ablehnen müssen, sagt Grandjean. Man habe bei „Lauf geht’s“, dass inzwischen deutschlandweit in mehren Städten durchgeführt wird, kaum Abbrecher und kaum Verletzungen zu verzeichnen, so der Initaitor des Projekts.

Weitere Infos zu „Lauf geht’s“ und ein Anmeldeformular gibt es unter www.laufgehts-pforzheim.de.

Anna Wittmershaus 01

Anna Wittmershaus

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