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Den Einzug in den DFB-Pokal schaffte der FC Nöttingen mit Kapitän Timo Brenner letztmals 2015 nach dem 3:2 im badischen Finale gegen den SV Spielberg. PZ-Archiv/Ripberger
Den Einzug in den DFB-Pokal schaffte der FC Nöttingen mit Kapitän Timo Brenner letztmals 2015 nach dem 3:2 im badischen Finale gegen den SV Spielberg. PZ-Archiv/Ripberger
Gefährlichster Heidelberger Angreifer ist Marcel Gessel (links).   PZ-Archiv/Becker
Gefährlichster Heidelberger Angreifer ist Marcel Gessel (links). PZ-Archiv/Becker
23.05.2017

Und wieder winkt der Einzug in den DFB-Pokal: FC Nöttingen gegen SG Heidelberg-Kirchheim Favorit

Zum siebten Mal in acht Jahren steht der FC Nöttingen im Pokalfinale des Badischen Fußball-Verbandes (BFV), aber noch nie waren die Lila-Weißen so klarer Favorit wie in dieser Saison. In den vergangenen Jahren ging es zumeist gegen Kontrahenten, die man höher einschätzte oder zumindest auf Augenhöhe sah.

Das ist am Donnerstag, wenn ab 12.45 Uhr im Stadion der TSG Hoffenheim der Ball rollt, anders. Dann trifft der Regionalliga-Absteiger auf die SG Heidelberg-Kirchheim, die zwei Klassen tiefer in der Verbandsliga gerade den Abstieg vermieden hat.

Die Gelegenheit scheint günstig, den dritten badischen Pokalerfolg der Vereinsgeschichte zu feiern und nach 2012, 2013 und 2015 zum vierten Mal in den DFB-Pokal einzuziehen. Die großen Spiele vor großer Kulisse gegen Hannover 96, Schalke 04 und Bayern München sind bei den Lila-Weißen noch in bester Erinnerung. Von rund 120 000 Euro Fernsehgeld für den Sieger ganz zu schweigen.

FCN-Trainer Dubravko Kolinger will sich aber von der scheinbar komfortablen Ausgangslage nicht blenden lassen: „Wir werden konzentriert und fokussiert antreten, nicht überheblich sein“, verspricht er. Was passiert, wenn man den Gegner auf die leichte Schulter nimmt, musste der SV Waldhof Mannheim im Halbfinale schmerzlich erfahren. Der Regionalliga-Vizemeister scheiterte im Elfmeterschießen am krassen Außenseiter. Im Viertelfinale hatte sich Heidelberg-Kirchheim – ebenfalls im Elfmeterschießen – beim Landesligisten FV Niefern durchgesetzt.

Die Heidelberger fühlen sich in ihrer Außenseiterrolle wohl. „Wir wollen das Ganze einfach genießen“, sagt der Sportliche Leiter Jürgen Herbel. Das Pokalfinale ist für den Verbandsligisten nach einer schwierigen Saison ein Höhepunkt zum Ausklang. Nach einem Trainerwechsel im Herbst – Manuel Wengert kam für Thorsten Moser – hat sich das Team stabilisiert. Wer Waldhof Mannheim geschlagen hat, rechnet sich natürlich auch gegen Nöttingen etwas aus. Die mannschaftliche Geschlossenheit nennt Herbel als großes Plus bei der SG. „Und im Elfmeterschießen braucht man natürlich auch ein Quäntchen Glück“, so der Sportliche Leiter.

Konterstarker Gegner

Dubravko Kolinger hat den Nöttinger Gegner selbst unter die Lupe genommen und weiß: „Die werden defensiv stehen und versuchen, mit Kontern Nadelstiche zu setzen. Da müssen wir aufpassen.“ Kolinger ist aber überzeugt, dass seine Mannschaft die Qualität hat, schnelle Angriffe des Gegners zu unterbinden. Seine Forderung: „Wir müssen ruhig bleiben.“ Fast alles laufe bei den Heidelbergern über den schnellen Marcel Gessel, der mit zehn Treffern auch bester Torschütze des Verbandsligisten ist.

Beim FCN sind bis auf die Langzeitverletzten Simon Frank und Sascha Walter sowie den erkrankten Innenverteidiger Niklas Kolbe (Angina) alle Spieler an Bord. Wer Kolbe ersetzt, lässt Kolinger noch offen: „Wir haben da mehrere Alternativen“, sagt er.