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Mit dem 4:0 machte Burak Camoglu gegen Münster früh alles klar.  Foto: dpa-Archiv 

Unerwartetes Schützenfest: KSC schießt fünf Tore gegen Preußen Münster

Karlsruhe. Nach dem 0:5 (0:3) beim Karlsruher SC saß der Frust beim Trainer des SC Preußen Münster tief: Marco Antwerpen machte jedenfalls – nicht explizit, aber sinngemäß – den Unparteiischen für die Pleite verantwortlich. Bundesligaschiedsrichter Sven Jablonski habe nach der ersten, noch torlosen halben Stunde mit drei „krassen Fehlentscheidungen“ zu Lasten der Gäste „gravierend“ in den Verlauf der Partie eingegriffen, erläuterte Antwerpen seine Sicht der Dinge.

Nach 30 Minuten sei das Drittliga-Spiel deshalb „in eine Richtung gekippt, die wir nicht mehr beeinflussen konnten.“ Bis dahin habe Münster gezeigt, „was wir auf den Platz bringen wollten“, und die Kicker des KSC keine Torchance gehabt.

Der Zweikampf zwischen KSC-Stürmer Marvin Pourié und Münsters Innenverteidiger Lion Schweers, der zum 1:0 durch Anton Fink (31.) führte, sei „natürlich niemals ein Elfmeter“ gewesen, eröffnete Antwerpen seine Argumentation. Bei der gegen seinen Spieler Ole Kittner verhängten Roten Karte (36.) habe zwar eine Berührung (gegen Marc Lorenz) vorlegen. Trotzdem fragte der Gäste-Trainer: „Ob man das so werten muss?“ Er jedenfalls hätte es nicht getan, sondern das Spiel weiterlaufen lassen. Vor dem Elfmeter zum 2:0 durch Lorenz (41.), habe es eine Tätlichkeit von KSC-Innenverteidiger Daniel Gordon gegen einen Münsteraner gegeben: „Der Elfmeter war ganz klar. Aber zu dieser Situation kommt es nicht, wenn der KSC einen Mann weniger auf dem Platz hat.“

Auch zum 3:0, das Burak Camoglu (43.) erzielte, hatte Antwerpen etwas zu sagen. Die Situation sei zwar „eine enge Geschichte“ gewesen, aber „definitiv Abseits“.

Antwerpen empfahl dem 23. Mann, sich erst einmal wieder in der Regionalliga für höhere Aufgaben zu qualifizieren, denn: „Das was heute abging – pah – das ist echt schwierig zu verkraften.“ Dem KSC wünschte der SCP-Trainer aber noch alles Gute: „Die können nichts dafür.“

Sogar ein höherer Sieg war drin

Antwerpens Karlsruher Kollege Alois Schwartz sah keine Veranlassung, sich zur Leistung des Schiedsrichters zu äußern, sondern lobte seine Mannschaft für den „fünften Sieg in Folge“, bei dem Camoglu (56.) und Marvin Pourié (80.) in der zweiten Hälfte das Ergebnis noch höher schraubten. Schwartz gab seinen Schützlingen „zwei Tage frei“. Sportdirektor Oliver Kreuzer war froh, dass er sich nach dem Seitenwechsel mit dem 4:0 „endlich einmal entspannt zurücklehnen“ konnte: „Das ist ein schönes Gefühl.“ Und hätten die KSCler ihre Kontermöglichkeiten in den zweiten 45 Minuten besser ausgespielt beziehungsweise Pourié zweimal sowie Marvin Wanitzek Mitte dieser Spielhälfte ihre Chancen besser genutzt, hätte Münster noch höher verlieren können.

Ein Wermutstropfen beim KSC war, dass Lorenz die fünfte Gelbe Karte sah. So fehlt er kommenden Samstag um 14 Uhr im Spitzenspiel beim Halleschen FC.