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In den Vereinsfarben rot und weiß drehte der VfB-Kader die ersten Runden.  Sommer (2), Strobel
In den Vereinsfarben rot und weiß drehte der VfB-Kader die ersten Runden. Sommer (2), Strobel
Im Robert-Schlienz-Stadion wurde Stuttgarts Trainer Tim Walter als neuer Hoffnungsträger geradezu begeistert empfangen.
Im Robert-Schlienz-Stadion wurde Stuttgarts Trainer Tim Walter als neuer Hoffnungsträger geradezu begeistert empfangen.
20.06.2019

Unter dem neuen Trainer Tim Walter soll beim VfB Stuttgart Vieles anders werden - 4500 Zuschauer beim Trainingsauftakt

Stuttgart. Bei seinen ersten Schritten auf dem Trainingsrasen des VfB Stuttgart staunte der neue Trainer Tim Walter nicht schlecht. Der 43-Jährige stellte fest, dass sich die Fans vom erneuten Absturz in die Fußball-Zweitklassigkeit nicht die Laune verderben ließen. 4500 Zuschauer kamen zum Trainingsauftakt am Donnerstagnachmittag. „Wir werden alles geben“, versprach Sportvorstand Thomas Hitzlsperger per Mikrofon.

Es soll Vieles besser werden. Wie der Trainer verdeutlicht, steht dem zuletzt schwer kriselnden VfB eine kleine Revolution bevor: Der Fußball soll mutiger werden, dominanter, aggressiver und aktiver. Kurz: komplett anders.

„Es geht darum, sich darauf einzulassen. Die Bereitschaft zu haben, was Neues zu lernen“, sagte der 43-Jährige bei seiner Vorstellung. Und wo Neues entsteht, ist für Altes oft wenig Platz. Neben einem fußballerischen Strukturwandel vollzieht der VfB daher einen personellen Umbruch.

Die Routiniers Christian Gentner (33 Jahre), Dennis Aogo (32) und Andreas Beck (32) hatten keinen Vertrag mehr erhalten und der 30-jährige Torhüter Ron-Robert Zieler das Okay für die Rückkehr zum Rivalen Hannover 96. Stattdessen waren beim Trainingsauftakt die jungen Neuzugänge Atakan Karazor, Philipp Klement, Mateo Klimowicz und Pascal Stenzel dabei.

Ballbesitz-Fußball ist gefragt

Dass die Routiniers nicht zur fußballerischen Philosophie von Walter passen, sagten Mislintat oder Sportvorstand Thomas Hitzlsperger zwar nicht. Aber das auf Ballbesitz und aggressivem Verteidigen beruhende Konzept erfordert eine feine Technik und Schnelligkeit. Beides zählte zuletzt nicht zu den Qualitäten von Gentner, Aogo und Beck. Immerhin galten die drei so wie Zieler als Orientierungsgrößen in einer weitgehend orientierungslosen Mannschaft. Für Erfahrung stehen immerhin noch Mario Gomez oder Daniel Didavi.

Ob die jungen Neuzugänge jedoch diese Lücken füllen können, wird man sehen. „Ich glaube, dass wir in diesem Moment schon eine ziemlich schlagkräftige Truppe zusammen haben“, sagte Mislintat. Eine, die in den kommenden fünf Wochen bis zum Saisonstart Ende Juli die komplizierte Idee von Walter eingeimpft bekommen soll. Seine Idee beschreibt der Trainer so: „Es trifft schon zu, dass es manchmal etwas wild zugeht.“ Risikobehaftet sei sein Konzept, gibt der Ex-Coach von Holstein Kiel zu.

Ob die Idee mit Walter und seinem mutigen Spielstil clever ist, wollte VfB-Sportchef Hitzlsperger übrigens noch nicht bewerten: „Das wäre vermessen. Ob’s schlau war, sehen wir später“, sagte der 37-Jährige. Schon am Sonntagabend geht es ins Trainingslager nach Kitzbühel.