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Daniel Gordon.  Foto: Michael Deines/dpa 

Unverzichtbarer KSC-Oldie: Daniel Gordon zählt zu den Säulen der Mannschaft

Karlsruhe. In Kiel hat der KSC die erste Pflichtspielniederlage der Saison kassiert. Der Karlsruher Abwehrchef Daniel Gordon glaubt jedoch nicht, dass das 1:2 im hohen Norden negative Auswirkungen auf das Selbstvertrauen hat.

„Die Art und Wiese wie wir dort spielten war grundsätzlich okay. Wir haben Kiel den Ball überlassen, die sind spielstark – wir hatten Konterchancen. Wenn wir das zweite Tor machen, hätten wir das Spiel in die richtige Richtung lenken können. Nach diesem Auftritt ist mir alles andere als angst und bange vor dem HSV-Spiel“, führte Gordon aus. „Der HSV hat mehr Druck als wir, wir wollen besser abschneiden als in Kiel. Bei uns ist noch Luft nach oben. Das wollen wir gegen den HSV umsetzen.“ Aus „Gordi“ sprudelte es nur so heraus.

Nicht allein an Gegentor schuld

Bei Jae-sung Lees Ausgleichstreffer, der das Fußballspiel kippen ließ, sah KSC-Abwehrchef Gordon nicht gut aus. Der Innenverteidiger des Zweitliga-Rückkehrers wurde „ausgetanzt.“ Doch nur ihm den Treffer anzukreiden, wäre nicht fair: Gordon hatte seine Position im Abwehrzentrum gehalten, seine Mitspieler waren kurz vor der Pause unkonzentriert, wohl schon mit den Gedanken in der Kabine und ließen „Gordi“ alleine. Kapitän David Pisot bekannte denn auch: „Beim 1:1 haben wir uns allgemein schlecht verhalten.“

Mann klarer Worte

Doch Gordon ist selbstkritisch, redet nie um den heißen Brei herum. „Die Entstehung des Gegentores war ärgerlich. Aber es geht letztendlich schon auf einiges davon auf meine Kappe. Da habe ich meinen Anspruch nicht erfüllt. Ich bin dazu da, solche Situationen zu lösen. Aber – das passiert immer wieder mal. So etwas passiert auch einem Mats Hummels oder wem auch immer.“

Trotz des kleinen Patzers wurde im bisherigen Saisonverlauf eines deutlich: Der KSC-Oldie ist unverzichtbar! Auch, weil er der „König der Lüfte“ ist. Seine 194 Zentimeter Länge helfen Gordon, der Kopfballduelle fast nie verliert. Sein Verständnis mit dem 32-jährigen Innenverteidiger und Kapitän Pisot ist perfekt.

Gordon ist Taktgeber des KSC

Der 34 Jahre alte Karlsruher Abwehrchef ist eine der Säulen im Team, einer der Anführer. Der Ex-Nationalspieler Jamaikas ist der Taktgeber aus der Abwehr heraus. „Gordi“ hat großen Anteil am tollen Start mit drei Pflichtspielsiegen hintereinander. Der erfahrene Verteidiger, der rund 150 Einsätze in den oberen beiden Ligen hat, bleibt bodenständig: „Wir genießen den Moment – und arbeiten“, sagte er nach dem Pokaltriumph gegen Hannover 96.

Gordon will „natürlich jedes Spiel gewinnen“. Er sagt aber auch: „Wir machen uns keinen Druck. Wir werden wieder geduldig für unser Ziel arbeiten.“ Überhaupt sei „Arbeit“ die Grundlage, um zu punkten. „Wir erarbeiten uns unser Glück“, sagt er. „Wir haben beim 2:0 gegen Hannover ein fantastisches Pokalspiel abgeliefert. Die zweite Halbzeit war so, wie wir uns das vorstellen. Ich glaube, die Gegner spielen nicht so gerne gegen uns.“

Geduld besonders wichtig

Der Taktgeber der KSC-Defensive nennt weitere Stärken, die für die Erfolge verantwortlich sind: „Wir haben Geduld. Und: Das konzertierte Arbeiten, das immer defensiv konzentriert sein – das ist die Basis. Daraus dann Chancen kreieren, das bringt uns den Erfolg. So müssen wir auch in der Zukunft agieren“, sagt der Familienvater.

Dabei denkt Gordon schon an die kommende „Hammerpartie gegen den Hamburger SV“ am Sonntag (13.30 Uhr/Sky). Gegen den Traditionsverein will er „die nächste Duftmarke setzen“.