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VfB Stuttgart

Per Elfmeter traf Stuttgarts Steven Zuber (lins) zum 1:1 – Leipzigs Torhüter Peter Gulacsi versucht vergeblich, sich lang zu machen. Fotos: dpa
Kritik an der VfB-Führung gab’s vor dem Spiel von den Stuttgarter Fans.
Diskussion auf der Bank: Stuttgarts Trainer Markus Weinzierl (links) und Sportvorstand Thomas Hitzlsperger (rechts).
17.02.2019

Verantwortliche des VfB Stuttgart sehen trotz 1:3 gegen Leipzig eine Wende

Stuttgart. Die Frage, die derzeit alle im und um den krisengeschüttelten Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart nach der bitteren und unglücklichen 1:3 (1:1)-Niederlage gegen RB Leipzig bewegt, wurde erst am Ende der Pressekonferenz gestellt.

„Wie denken Sie über Ihre Zukunft, Herr Weinzierl?“, wollte die PZ vom Trainer wissen, dessen Stuhl immer wackliger wird. „Ich mache mir keine Gedanken über meine Zukunft. Ich mache mir Gedanken über die Mannschaft und das Spiel“, kam nach kurzem Zögern die Antwort des Coachs.

So recht mag man ihm das nicht glauben, die Sorglosigkeit über seine Zukunft. Daran ändert auch die Tatsache wenig, dass der seit Dienstag amtierende neue Sportvorstand des einstigen schwäbischen Vorzeigevereins, Thomas Hitzlsperger, gleich nach den aufregenden 90 Minuten verkündete: „Es gibt keinen Trainerwechsel vor dem nächsten Spiel am Freitag in Bremen.“ Der Reschke-Nachfolger zog ein positives Fazit trotz der verlorenen Punkte im Match der bis Samstag schlechtesten Offensive und schlechtesten Abwehr gegen die beste Defensive der Liga: „Ich bin optimistisch, weil ich viele gute Ansätze sehe. Das Ergebnis ist das Einzige, das nicht wünschenswert war.“

In der Tat: Die akut abstiegsbedrohten Stuttgarter präsentierten mal eine erste Halbzeit, die sich sehen lassen kann. „Von der sechsten bis zur 45. Minute haben wir ein Larifari-Gekicke abgeliefert“, kritisierte der Schwabe Ralf Rangnick seine Leipziger und gab damit Hitzlsperger indirekt recht. Hinzu kommt: In fast allen Statistiken hielt der Drittletzte gegen den Tabellenvierten mit.

Nur einer Unaufmerksamkeit der VfB-Hintermannschaft hatten es die Sachsen zu verdanken, dass Yussuf Poulsen nach Vorarbeit des Ex-Stuttgarters Timo Werner zum 0:1 abstauben konnte (6.). Durch einen per Videobeweis zustande gekommenen Elfmeter (16.) und Steven Zubers ersten Treffer im rot-weißen Trikot sowie dem ersten VfB-Tor gegen Leipzig im vierten Bundesligaspiel überhaupt, fanden die Platzherren zurück ins Spiel. RB-Kapitän Willi Orban hatte im Zweikampf mit VfB-Ersatzkapitän Mario Gomez – der etatmäßige Spielführer Christian Gentner hatte seinen Platz für Gonzalo Castro räumen müssen – mit der Hand den Ball berührt. Erst ein umstrittener direkter Freistoß von Marcel Sabitzer (68.) zum 1:2 warf die Stuttgarter vor 46.072 Zuschauern aus der Bahn. Poulsens Treffer zum 1:3 (74.) war der Tatsache geschuldet, dass die Schwaben nun alles riskieren mussten.

Trotz der Niederlage ist Gomez überzeugt: „Wir steigen tausendprozentig nicht ab.“ Und Zieler befindet: „Ich weiß nicht, warum der Trainer zur Debatte steht.“