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Über eine vergebene Chance ärgert sich Bielefelds Christopher Nöthe. Doch auch die Karlsruher Martin Stoll, Moritz Stoppelkamp und Yili Sallahi (von links), der später noch Gelb-Rot sieht, haben wenig Grund zur Freude. Krato 
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Viele Nicklichkeiten prägen das Spiel. Hier gerät Christopher Nöthe mit den KSC-Profis Bjarne Thoelke und Rene Vollath (von links) aneinander. 

Verkrampfter Auftakt auf der Alm - Karlsruher SC spielt 0:0 in Bielefeld

Mit einem „positiven Ergebnis“ wollte Tomas Oral den ersten Spieltag der neuen Saison in der 2. Fußball-Bundesliga bewältigen. Der Wunsch des neuen Trainers vom Karlsruher SC: Ein Ergebnis, das „uns nicht mit leeren Händen dastehen lässt“. Der ist mit dem torlosen Unentschieden in Bielefeld in Erfüllung gegangen.

Vor knapp 18 000 Zuschauern, darunter etwa 1000 KSC-Fans, waren die Wildparkprofis zwar nicht die wesentlich schlechtere Mannschaft. Weil sie den Gastgebern aber einige Chancen auflegten, muss der Teilerfolg zumindest als ein bisschen glücklich bezeichnet werden.

„Wir hatten mehr Spielanteile und haben Bielefeld nie richtig zur Entfaltung kommen lassen. Allerdings haben wir Arminia zweimal eingeladen und hatten Glück, dass das nicht bestraft wurde“, fasste Oral sein Punktspieldebüt als KSC-Trainer zusammen. „In der zweiten Halbzeit hätten wir in Führung gehen können. Dann hätten wir sicher mehr Räume bekommen und das Spiel auch gewinnen können.“

Mit drei Neuzugängen in der Startelf sowie Enrico Valentini als Kapitän konnte der KSC die ersten zehn Minuten auf der Alm noch ausgeglichen gestalten. Anschließend erarbeiteten sich die Gastgeber ein Übergewicht. Schon in der 13. Minute hatte Tomasz Holata nach einem Fehler von David Kinsombi das 1:0 auf dem Fuß, schoss aber aus 18 Metern über das Tor. Und in der 35. Minute – der KSC wurde gerade besser – eröffnete Martin Stoll mit einem Ballverlust gegen Andreas Voglsammer den Hausherren ihre beste Chance. Der von seinem Sturmpartner mit der Hacke in Szene gesetzte Kapitän Fabian Klos aber vertändelte allein vor René Vollath die Riesenchance. Im Gegenzug kam es nach einem Foul an Manuel Torres zu einer Rudelbildung, wegen der die Karlsruher Valentini und Dimitris Diamantakos und der Bielefelder Julian Börner verwarnt wurden.

Nach dem Seitenwechsel war zunächst der KSC die aktivere Mannschaft: Speziell Diamantakos, der nach einem Solo aus spitzem Winkel am Fuß von Bielefelds Schlussmann Wolfgang Hesl scheiterte (48.) und kurz darauf mit der Hacke nicht das nötige Glück hatte. Nach einer Stunde mobilisierte dann die Arminia ihre letzten Kräfte – und der KSC hatte Glück, dass Christopher Nöthe den Ball nicht richtig traf. Knapp eine Viertelstunde später machte Diamantakos wieder von sich reden – aber auch Hesl. Wieder hatte sich der Grieche durchgewurstelt, schoss aber aus der Drehung den Keeper an (74.).

Die nächste Chance auf seinen ersten Saisonsieg hat der KSC am Samstag gegen den VfL Bochum, der sein Auftaktspiel gegen Union Berlin 2:1 gewann. An mindestens einer Position sieht die badische Elf dann anders aus. Denn Ylli Sallahi, der schon in der 14. Minute wegen eines Handspiels verwarnt worden war, handelte sich kurz vor dem Abpfiff mit einem Bodycheck die Gelb-Rote Karte ein.

„Das war ein hitziges Spiel, hart umkämpft“, meinte KSC-Sportdirektor Jens Todt, „mit wenig Chancen auf beiden Seiten. Wir sind mit dem Auftritt unserer Mannschaft zufrieden und können mit dem Punkt leben.“