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Carlos Soteras Merz (links) hat mit der 7er-Rugby-Nationalmannschaft für Aufsehen gesorgt. Jetzt will er mit dem TV Pforzheim bei der 7er-Rugby-DM in Heustenstamm erfolgreich sein. Foto: Kessler-Sportfotografie
Carlos Soteras Merz (links) hat mit der 7er-Rugby-Nationalmannschaft für Aufsehen gesorgt. Jetzt will er mit dem TV Pforzheim bei der 7er-Rugby-DM in Heustenstamm erfolgreich sein. Foto: Kessler-Sportfotografie
23.07.2015

Verletzungspech plagt TV Pforzheim vor Start der 7er-Rugby-DM

Heusenstamm/Pforzheim. Nach dem erfolgreichen Auftritt beim europäischen 7er-Rugby-Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro am vergangenen Wochenende in Lissabon kommt es nun in Heusenstamm zum erneuten Treffen der Nationalspieler. Allerdings spielen sie dort an diesem Samstag und Sonntag gegeneinander – bei der deutschen 7er-Rugby-Meisterschaft. Unter den 16 Mannschaften kämpft auch der TV Pforzheim um den DM-Titel, den sich der TVP schon einmal 2012 sichern konnte.

2013 und 2014 reichte es zur Vizemeisterschaft. „Das wird dieses Jahr sehr schwer“, warnt TVP-Teammanager Jens Poff. „Wir haben extrem viel Verletzte, darunter die früheren Nationalspieler Tim Kasten und Timo Vollenkemper. Manasah Sita hat sich die Schulter geprellt, die Einsätze von Sam Gavigan und Markus Bachofer sind fraglich. Einige Stammspieler sind noch nicht vom Urlaub zurück“, dämpft der DRV-Vizepräsident aus Pforzheim die Erwartungen. Mit Carlos Soteras-Merz habe man jedoch einen aktuellen und erfolgreichen 7er-Nationalspieler an Bord, der mit dem früheren Kapitän des 7er-Nationalteams, Mustafa Güngör, ein Superduo bilde. „Wir werden auch mit Spielern der zweiten Mannschaft antreten“, sagte Poff der PZ.

Erschwerend käme hinzu, dass der TVP mit den Bundesligisten SC Neuenheim und TSV Handschuhsheim plus dem starken Zweitligisten RC Rottweil die wohl schwerste Gruppe erwischt hat. „Wenn wir die Gruppenphase überstehen, sind wir schon glücklich“, so Poff.

Die sportlichen Verantwortlichen für das 7er-Rugby im Deutschen Rugby-Verband (DRV) nutzen die Meisterschaft, um weitere Talente für die Nationalmannschaft zu sichten. Denn die international boomende olympische Rugby-Variante lockt auch immer mehr Superstars aus der klassischen 15er-Variante an, die sich ihren Traum von Rio 2016 erfüllen wollen. Daher intensiviert auch der DRV seine Spielersichtung, um talentierte Akteure zu fördern. So spielten sich bereits vergangenes Jahr die Zwillingsbrüder Johannes und Simon Schreieck von der TG 75 Darmstadt in den Kader der DRV VII. „Das Turnier ist das am hochkarätigsten besetzte Turnier in Deutschland und daher für uns in Sachen Sichtung sehr wichtig“, betont DRV-Leistungssportreferent Manuel Wilhelm. Dabei wird auch der Bogen zu der klassischen 15er-Variante geschlagen. „Unser Ziel muss es sein, Spieler bis zum Alter von 26 Jahren in der 7er-Nationalmannschaft zu entwickeln, um sie dann an die DRV XV abzugeben“, erklärt Wilhelm.

Das Hauptaugenmerk liegt aber zunächst darauf, sich im April 2016 in Hongkong für die Sevens World Series zu qualifizieren. Zudem steht im Juni kommenden Jahres noch das Welt-Qualifikationsturnier für Rio an. Ein weiteres Ziel ist die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2018. Für diese ehrgeizigen Vorhaben ist die Deutsche 7er-Meisterschaft in Heusenstamm der erste Schritt auf nationaler Ebene, um mit der DRV VII auf internationalem Parkett ganz vorne mitzuspielen.