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Straubenhardts Neuzugang David Belyavskiy verpasste kürzlich bei der WM eine Mehrkampfmedaille nur knapp.  Foto: dpa 
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Comeback in der Deutschen Turnliga: Olympiasieger Fabian Hambüchen geht beim Wettkampf in Heilbronn erstmals wieder für die KTV Obere Lahn an die Geräte.  Foto: dpa 

Verlieren verboten: KTV Straubenhardt startet mit Heimwettkampf in zweite Saisonhälfte

Straubenhardt. Die kurze Saison der Deutschen Turnliga (DTL) startet nach ihrer langen Sommerpause in die zweite und entscheidende Saisonhälfte. Drei Wettkampftage sind absolviert, vier stehen noch an – zum Abschluss gibt es dann das große Finale um die Plätze eins bis vier am 2. Dezember in Ludwigsburg. Die KTV Straubenhardt würde dann gerne ihren Titel verteidigen. Doch einfach wird das nicht.

Von der knappen Niederlage bei der KTV Obere Lahn schleppt das Team aus der Schwarzwaldgemeinde zwei Minuspunkte als Hypothek mit sich und ist aktuell nur Tabellenvierter. Am Samstag geht es zunächst in heimischer Halle um 18.00 Uhr gegen den Siegerländer KV. Was bringen die kommenden Wochen sonst noch? Die PZ beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wer erreicht das Finale der beiden besten Teams?

Die besten Chancen hat der Vorjahreszweite TG Saar, der die Tabelle mit 6:0 Punkten unangefochten anführt. Dahinter folgen der MTV Stuttgart und die KTV Obere Lahn (je 5:1) vor den Straubenhardtern (4:2), deren Trainer Dirk Walterspacher sagt: „Wenn wir ins große Finale wollen, müssen wir die restlichen vier Wettkämpfe gewinnen. Sonst sind wir auf die anderen Vereine angewiesen.“ Am letzten Wettkampftag (18. November) muss Straubenhardt zur TG Saar. Das wird wohl die höchste und entscheidende Hürde auf dem Weg ins Finale. Zuvor geht es für die Schwarzwälder noch nach Monheim und daheim gegen Stuttgart.

Wie stark ist der heutige Gegner Siegerländer KV?

Der Aufsteiger ist alles andere als Kanonenfutter, hat mit Matthias Fahrig einen echten Gerätespezialisten und mit Philipp Herder den einzigen deutschen Turner in seinen Reihen, der bei den jüngsten Weltmeisterschaften in Montreal den Einzug ins Mehrkampffinale geschafft hat. Am Ende wurde es Platz 18. Herder ist aber ebenso noch ein bisschen WM-geschädigt wie die Straubenhardter Weltmeisterschaftsteilnehmer Marcel Nguyen, Andreas Bretschneider, Nils Dunkel, Ivan Rittschik und der russische Neuzugang David Belyavskiy. „Alle haben ein paar Wehwehchen“, sagt Dirk Walterspacher.

Was ist vom russischen Neuzugang im KTV-Team zu erwarten?

Viel – wenn er fit ist. David Belyavskiy war bei der WM als Vierter bester Europäer hinter drei asiatischen Turnern aus China und Japan. „Wenn er nicht am Reck einen blöden Patzer gehabt hätte, wäre er wohl Weltmeister geworden“, glaubt Dirk Walterspacher. Der Russe hat seine Stärken vor allem am Pauschenpferd, Barren und Reck. Allerdings pausierte er nach der WM verständlicherweise. Bleibt also abzuwarten, was er heute bei seiner Premiere in der Straubenhardthalle anzubieten hat.

Wie sieht es sonst im KTV-Team aus?

Mit Vinzenz Haug (Verletzung an der Mittelhand) und Tobias Radoi fallen zwei Turner vorerst aus. Aber der Kader ist ja breit aufgestellt. Die beiden Zugpferde Marcel Nguyen und Andreas Bretschneider, die vor der Sommerpause noch ausfielen oder gehandicapt waren, sind wieder voll im Training.

Wie sieht es bei der Konkurrenz aus?

Ganz unterschiedlich. Die TG Saar dürfte ihr Ding durchziehen. Dirk Walterspacher rechnet damit, dass die Saarländer schon vor dem letzten Wettkampf gegen Straubenhardt für das große Finale qualifiziert sind. Trifft diese Vorhersage zu, dann hat die TG Saar bis dahin auch die beiden anderen Straubenhardter Rivalen aus Stuttgart und von der Oberen Lahn besiegt. Stuttgart muss damit klarkommen, dass Sebastian Krimmer nach einer Schulter-Operation ausfällt. Bei der KTV Obere Lahn kehrt beim Wettkampf heute in Heilbronn zwar Fabian Hambüchen zurück, der Reck-Olympiasieger wird nach seiner Schulter-OP aber nur noch drei Geräte (Boden, Sprung, Reck) turnen. Damit kann er Lukas Dauser nur zur Hälfte ersetzen. Der ehemalige Straubenhardter sollte bei den Hessen als Sechskämpfer das Zugpferd sein. Nach seinem Kreuzbandriss beim Turnfest fällt er aber den Rest der Saison aus.