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18.08.2017

Versagen auf der ganzen Linie: KSC verliert 0:4 bei Fortuna Köln

Köln/Karlsruhe. Totale Ratlosigkeit macht sich breit beim Karlsruher SC. Nach dem 0:4-Debakel bei Fortuna Köln schrillen die Alarmglocken beim selbst ernannten Aufstiegsaspiranten. Die Mannschaft von Trainer Marc-Patrick Meister ließ am Freitagabend alle Tugenden vermissen, die eine gute Fußballmannschaft ausmachen. „Es gibt keine Erklärung. Wir brauchen nichts schönzureden. Wir haben komplett versagt“, sagte Mittelfeldspieler Marc Lorenz nach der Partie.

Schon zur Pause meinte Sportdirektor Oliver Kreuzer: „Es fehlt alles, was eine Mannschaft ausmacht, die aufsteigen will.“ Auch Trainer Marc-Patrick Meister gerät nun in die Kritik. „Es war klar, dass sich die neue Mannschaft erst finden muss. Aber der Abstand nach oben darf nicht zu groß werden“, warnt Kreuzer.

Vor dem Anpfiff spielte die Kölner Stadionregie den Klassiker „In unsrem Veedel“, in dem viel von Geselligkeit und Zusammenhalt die Rede ist, „ejal, was och passiert.“ Nach dem Spiel zogen hunderte glückliche Kölner dann auch tatsächlich in die nahe gelegenen Kneipen in der Südstadt, während sich die KSC-Fans nach der Niederlage frustriert auf den Nachhauseweg machten. Was passiert war, war aus Karlsruher Sicht ein fußballerischer Offenbarungseid.

Dabei hatte sich die Niederlage beim Low-Budget-Team aus Köln schon früh abgezeichnet. Die schnellen Offensiven der Fortuna um Hamdi Dahmani, Manuel Farrona Pulido und den auffälligsten Kölner Daniel Keita-Ruel, hatte die Karlsruher Defensive schon einige Male überfordert wirken lassen, ehe der KSC überhaupt einmal gefährlich über die Mittellinie kam. Schon in der elften Minute lag der KSC zurück: Nach einer schnellen Kombination über Dahmani und Keita-Ruel kam Farrona Pulido an den Ball und schoss ihn in die Strafraummitte, von wo aus ihn KSC-Kapitän Kai Bülow unglücklich ins eigene Tor lenkte (11.). Auch nach dem Rückstand verließ sich der wie gelähmt wirkende KSC ausschließlich lange Bälle, während die Fortuna läuferisch, erschreckenderweise aber auch spielerisch deutlich überlegen blieb. So kann man ein Spiel nicht erfolgreich gestalten, schon gar nicht, wenn auch die Basics nicht stimmen. Der zweite Kölner Treffer fiel nämlich nach einem Standard, als Kölns Bernard Kyere einen Freistoß von Maik Kegel ziemlich unbedrängt einköpfen konnte (33.).

0:2 lag damit eine Karlsruher Mannschaft zurück, deren Trainer Marc-Patrick Meister vor dem Spiel betont hatte, dass ein Sieg fest eingeplant sei. Dabei konnten die Badener von Glück sagen, dass sie in der Halbzeit mit elf Mann vom Feld gehen konnten. Denn der bereits verwarnte Bülow leistete sich ein zweites gelbwürdiges Foul. Doch an seiner Stelle zeigte Schiedsrichter Asmir Osmanagic dem Kölner Markus Pazurek die Gelbe Karte wegen Meckerns.

In der 40. Minute hatte der KSC allerdings Pech, dass Osmanagics Pfeife stumm blieb, als Kyere und Dominik Ernst Oskar Zawada in die Zange nahmen. Damit wurde die einzige Szene im ersten Durchgang unterbunden, die zu so etwas wie einer Torchance für den Zweitliga-Absteiger hätte werden können.

In der 50. Minute dann der dritte Fortuna-Treffer, und auch der war aus Karlsruher Sicht peinlich: Ein Freistoß von Kegel prallte im Karlsruher 16-er auf, wo Siebeck und Stoll nicht verhindern konnten, dass Robin Scheu den Ball zum 3:0 verwandelte. Am Ende traf Lars Bender zum 4:0. Es war das passende Ende eines verkorksten Abends. Nach vier Zählern aus fünf Spielen könnte es bald ungemütlich werden im Wildpark.