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FC Nöttingen

Der Ball ist im Tor und Nöttingens Colin Bitzer (Mitte) dreht nach dem Treffer zum 1:1 jubelnd ab. Foto: Ripberger
Der Ball ist im Tor und Nöttingens Colin Bitzer (Mitte) dreht nach dem Treffer zum 1:1 jubelnd ab. Foto: Ripberger
02.12.2018

Versöhnlich ins Wintertraining: Bitzer rettet Serie des FC Nöttingen

Mit einem späten Ausgleichstor von Colin Bitzer hat sich der FC Nöttingen versöhnlich in die Winterpause verabschiedet. Der Treffer in der 87. Minute half auch, die stolze Serie zu wahren – das Team ist nun seit elf Spielen in der Fußball-Oberliga ungeschlagen. Eine Niederlage wäre auch ärgerlich gewesen, denn der FCN hat dem großen Liga-Favoriten im Verfolgerduell einen großen Kampf geliefert. „Das Unentschieden ist mehr als verdient“, sagte Nöttingens Trainer Michael Wittwer und lag damit wohl richtiger als sein Stuttgarter Kollege Tobias Flitsch, der nach 90 Minuten auch einen Sieg seiner Elf als verdient erachtet hätte.

Die Gastgeber mussten auf den am Knie verletzten Ernesto de Santis verzichten, Riccardo Di Piazza war unter der Woche erkältet und saß neben Torjäger Michael Schürg auf der dünn besetzten Nöttinger Bank. Schürg blieb zunächst draußen, weil Wittwer Jimmy Marton den Vorzug gab. Er hatte für den schnellen Angreifer die nötigen Räume gegen ein offensives Gäste-Team richtig prognostiziert. „Und Jimmy hat sich das mit den Trainingsleistungen auch verdient“, so der Trainer.

Den Nöttingern spielte es in die Karten, dass die Gäste ab der 77. Minute in Unterzahl waren. Die Hand von Stuttgarts Lhadji Badiane war im Laufduell wohl im Gesicht von Michael Schürg gelandet, was der Unparteiische Stefan Fimpel mit Gelb ahndete. Badiana fühlte sich aber zu Unrecht bestraft und machte das dem Schiedsrichter so unmissverständlich und gestenreich klar, so dass Fimpel auch noch Rot zückte. Kickers-Coach Flitsch vermisste das so gerne zitierte „Fingerspitzengefühl“, wusste aber auch: „Das darf Badiane nicht passieren.“

Für Michael Wittwer war das so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit, denn nach seiner Meinung hätte Stuttgarts Johannes Ludmann schon vor der Pause die Ampelkarte sehen müssen, als der gelb-verwarnte Mittelfeldspieler Jimmy Marton eine klare Torchance genommen hatte.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag, als Daniel Niedermann den Ball nach einer Ecke an die Latte des Nöttinger Tores köpfte (2.). Auf der Gegenseite scheiterte Marton aus spitzen Winkel an Gästekeeper Ramon Castellucci (7.). In der Folge hatten die Kickers phasenweise ein Übergewicht, ohne dabei zu hochkarätigen Chancen zu kommen.

Mitten hinein in die Drangphase

Nach der Pause war dann plötzlich der FCN am Drücker und hatte durch Tolga Ulusoy (47.) und Leutrim Neziraj (51.) zwei Großchancen. Mitten in diese Drangphase fiel dann das 0:1, als sich Badiane links schön durchsetzte und Mijo Tunjic in Torjägermanier seinen ersten Torschuss der Partie eiskalt nutzte (58.). Danach versäumten die Gäste die Vorentscheidung. Auf der Gegenseite brachte Michael Wittwer mit Michael Schürg und Riccardo di Piazza. Der FCN blies zur Aufholjagd und wurde belohnt, als Bitzer nach Doppelpass mit Leutrim Neziraj eiskalt vollstreckte (87.). „Mein erstes Tor in der Liga seit zwei Jahren“, freute sich der erfolgreiche Spieler, fügte aber hinzu: „Mir wäre es lieber, ich hätte nicht getroffen und wir hätten gewonnen.“

Danach gab es noch einige Aufreger im Stuttgarter Strafraum, den größten, als Schürg mit einem Flugkopfball von der linken Seite am Pfosten und am eingewechselten Ibrahima Diakite scheiterte (88.). In der Nachspielzeit wurde dann auch noch ein Kopfballversuch von Sascha Walter in höchster Not geklärt.