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18.11.2016

Vertrag über KSC-Stadionbau fix

Die Verträge sind unterschrieben, der Neubau des Wildparkstadions kann in Angriff genommen werden. Für Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) und KSC-Präsident Ingo Wellenreuther war dies ein durchaus „historisches Ereignis“, denn 61 Jahre nach Eröffnung des inzwischen altehrwürdigen Wildparkstadions bekommt Karlsruhe nun eine neue Fußballarena. Der Beginn der Arbeiten wird laut Mentrup für Anfang 2018 angestrebt, fertig gestellt sein soll der Neubau im Jahr 2020.

Freitag um 9 Uhr hatten sich die Vertragsparteien im Notariat Karlsruhe getroffen und in Anwesenheit von Notar Gerhard Rastetter das 113 Seiten dicke Vertragswerk unterschrieben. „Damit ist der Weg frei für Stadt und Verein“, freute sich IHK-Präsident Wolfgang Grenke, dem es in den zurückliegenden Wochen gelang, als Mediator die verhärteten Fronten aufzubrechen. Grenke stellte dabei nochmals klar, dass es sich beim Stadionneubau keineswegs um ein Geschenk an den KSC handle. „Die Investitionen werden vom Verein über die Pacht zurückbezahlt.“ Es handle sich somit lediglich um eine Vorfinanzierung, die aber im Interesse der Stadt und auch der IHK getätigt werde. Auch Mentrup und Wellenreuther zeigten sich sichtlich erleichtert. „Heute darf richtig gefeiert werden“, sagte Wellenreuther, der hofft, dass zügig mit der Arbeit begonnen wird.

Ausschreibung braucht viel Zeit

Wie Mentrup ausführte, stehe zunächst ein Qualifizierungsverfahren an, in dessen Verlauf Firmenkonsortien den Nachweis erbringen müssen, dass sie Planung und Bau aus einer Hand durchführen können. Erst danach folgt die eigentliche Ausschreibung unter den ausgewählten Konsortien. Die Arbeiten sollen noch im kommenden Jahr vergeben werden. Nach Erteilung der Baugenehmigung kann der Abriss der Haupttribüne beginnen. Dies wird vom KSC so gewünscht, um anschließend schneller die neuen VIP-Logen und Business-Seats vermarkten zu können.

Allerdings muss der Abriss aus artenschutzrechtlichen Gründen 2018 vor der Vegetationsphase erfolgen. Notfalls würden ansonsten andere Arbeiten vorgezogen werden: der Fertigstellungstermin soll auf alle Fälle gehalten werden.

Da das Projekt während des Spielbetriebs laufen soll, erfolgen Abriss und Neubau in Etappen. Laut Wellenreuther wird durchgängig ein Mindestfassungsvermögen von 15 000 Zuschauern angestrebt. Nach Abriss der Haupttribüne sollen von der Stadt zudem in Zelten besondere Räumlichkeiten für VIP-Gäste geschaffen werden. Zur Kompensation der Einnahmeausfälle will die Stadt auch noch die Stadionmiete während der Bauzeit reduzieren.

Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten werden unter alleiniger Regie der Stadt laufen. In diesem Punkt hatte der KSC bis zuletzt ein Mitspracherecht eingefordert. Auch wenn man sich diesbezüglich nicht durchsetzen konnte, sprach Wellenreuther von einem überragenden Ergebnis, das in dreieinhalb Jahren sehr, sehr harter Verhandlungen erzielt worden sei. Sein Dank gelte ausdrücklich OB Mentrup, der für den Stadionneubau gekämpft habe.