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Ging vorne weg: Spielertrainer Dejan Svjetlanovic (in Grün). Foto: Becker
Ging vorne weg: Spielertrainer Dejan Svjetlanovic (in Grün). Foto: Becker
Zu früh gefreut? Die Meisterschaft ist den Bilfingern nicht mehr zu nehmen, der Aufstieg in die Verbandsliga steht allerdings noch nicht fest. Foto: Hennrich
Zu früh gefreut? Die Meisterschaft ist den Bilfingern nicht mehr zu nehmen, der Aufstieg in die Verbandsliga steht allerdings noch nicht fest. Foto: Hennrich
Dirigierte von der Seitenauslinie: Co-Trainer Reiner Ackermann. Foto: Hennrich
Dirigierte von der Seitenauslinie: Co-Trainer Reiner Ackermann. Foto: Hennrich
23.05.2016

Verzichtet Landesliga-Meister TuS Bilfingen auf den Aufstieg in die Verbandsliga?

Der zweite Matchball saß: TuS Bilfingen hat am vorletzten Spieltag mit einem 1:0-Heimsieg die Meisterschaft in der Fußball-Landesliga perfekt gemacht und steigt damit in die Verbandsliga Nordbaden auf. Ein historischer Triumph, denn noch nie zuvor spielten die Kämpfelbacher in der sechsthöchsten Liga Deutschlands. Dementsprechend ausgelassen fiel auch die spontane Meisterfeier am Samstagabend aus. Aber möglicherweise steigt der Verein aber gar nicht in die Verbandsliga auf.

„Wir Trainer haben uns gegen Mitternacht verabschiedet. Die Jungs sind dann noch in die Stadt gezogen“, berichtet Co-Trainer Reiner Ackermann von der Meisterfeier. Ackermann war vor dieser Saison zum TuS gestoßen und hatte mit seiner Erfahrung maßgeblich zum Erfolg beigetragen. Für den 57-Jährigen war vor allem die Vergrößerung des Kaders während der Runde ausschlaggebend für den Titel. „Mit Nemanja und Nicola Milicevic, Yannik Fuchs und René Hook waren wir noch breiter aufgestellt. Das hat den Konkurrenzkampf erhöht und Druck innerhalb des Teams aufgebaut. Durch die Qualität auf der Bank konnten wir Ausfälle kompensieren und eben auch in Spielen wie gegen den CfR, Heidelsheim oder auch Mutschelbach am Ende nochmal nachlegen.“

Platz eins hatte Bilfingen vor der Runde gar nicht auf dem Zettel. Man wollte eher den Topteams wie Birkenfeld und Mutschelbach das Leben schwermachen. Dennoch wusste man auch, dass man mit den erfahrenen Akteuren wie Mathias Dörrich, Jens Helfrich, Oguzhan Celebi, Benjamin Krause und natürlich Spielertrainer Dejan Svjetlanovic ungeheure Qualität hatte. „Die Mischung stimmte“, meint Ackermann und nennt diesbezüglich auch die tolle sportliche Integration der Milicevic-Brüder wie auch von Jeremy Westphalen, der vor der Runde kam.

Was die Mannschaft auszeichnete, war die extreme Konstanz. Die schlechteste Platzierung in dieser Runde war Rang drei am 17. Spieltag. Ansonsten grüßten Helfrich und Co. 18 Spieltage lang von Platz eins. Zehn Tage war man Zweiter. Absolut Verlass – vor allem auch im Ligaendspurt – war auf Oguzhan Celebi. Der 26-jährige Stürmer netzte in den 29 Spielen 24-mal ein. Im internen Ranking folgt ihm Dejan Svjetlanovic mit zwölf Treffern.

Doch nicht nur die Offensive (65 Tore) trumpfte auf, auch die Defensive (27 Gegentreffer) mit Torhüter Mathias Dörrich und Innenverteidiger und Kapitän Jens Helfrich war bärenstark. Ein Abwehrbollwerk, das man auch für die Verbandsliga braucht. Doch wird der TuS überhaupt aufsteigen? Nach PZ-Informationen überlegt der Verein noch, ob es überhaupt Sinn mache, eine Etage höher zu gehen. Reiner Ackermann bestätigt das: „Der Aufstieg in die Verbandsliga steht auf der Kippe.“ Grund seien vor allem die „schwierigen Rahmenbedingungen beim TuS. Clubhaus und Kabine müssen saniert werden, außerdem würde der Aufwand für die berufstätigen Spieler steigen. Am meisten Probleme bereitet den Bilfingern aber ihr Sportgelände. Es gibt nur einen Rasenplatz. – und der wird sehr stark strapaziert. Schon öfters musste die Mannschaft deswegen zum Training nach Eisingen ausweichen.

Wie stehen nun die Chancen, dass der TuS das Abenteuer Verbandsliga wagt? „80:20 Prozent“, meinte Ackermann am Montag. Hans-Peter Best vom Förderverein sprach von „50:50“. Am Dienstagabend werde es eine Sitzung geben, sagte er, „danach wird die Presse informiert“.

Nach jetzigem Stand bleibt die Mannschaft zusammen. Abwehrmann Jens Rogge wird sich aber wohl aus beruflichen Gründen zurückziehen. Ein dickes Fragezeichen steht noch hinter Stürmer Bilal Yildiz, der nach seinem Kreuzbandriss vor gut einem Jahr nur schwer in die Gänge kommt. Den Kader ergänzen sollen laut Ackermann zwei bis drei Neue – egal, in welcher Liga man nächstes Jahr antreten wird.

Vom spielerischen Potenzial ist der TuS auf alle Fälle gut aufgestellt. Der Klassenerhalt sollte bei einem Aufstieg in die Verbandsliga drin sein.