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Anastasios Donis ist weg: Er wechselt vom VfB zu Stade Reims. Foto: dpa/Gollnow

VfB-Offensive kann Donis entbehren – Grieche wechselt erst einmal per Leihe zu Stade Reims

Stuttgart. Sven Mislintat lacht nach dem dritten Heimsieg des VfB Stuttgart, wirkt aber trotzdem ein wenig erschöpft. „Wollen wir nicht endlich einmal über das Spiel reden?“, fragt der Sportdirektor, nachdem er fast ausschließlich nach Transfers gefragt wird.

Am Ende ging es aber nur noch um Anastasios Donis. Und da stand kurz nach Mitternacht fest, dass der griechische Nationalspieler einen Verein gefunden hat. Donis wechselt erneut in die erste französische Liga. Der 23-Jährige wird zunächst für eine Leihgebühr von einer Million Euro an Stade Reims ausgeliehen. Nach der Saison werden fünf weitere Millionen Euro fällig, falls der reisefreudige junge Mann dort bleibt. Außerdem winken dem VfB dem Vernehmen nach noch drei Millionen Euro Bonus.

Donis war bereits einmal bei OGC Nizza, wäre nun aber gerne in der Fußball-Bundesliga geblieben. 1899 Hoffenheim, Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach winkten jedoch ab. Sie wollten sich keinen Ärger einhandeln. Auch GFC Genua in Italien meldete sich nach großzügigem Angebot nicht mehr.

Da erinnerten sich die Berater des Griechen an das Juni-Angebot von Reims. Also nichts wie nach Frankreich. Mislintat atmete durch, es war schon ein ziemlicher Stress mit dem jungen Griechen. Aber kein böses Wort. „Anastasios hat sich vorbildlich verhalten“, sagt Mislintat, der nach eigenem Bekunden „noch nie über längere Zeit so intensiv am Telefon gehangen hat wie beim VfB Stuttgart“.

Selbst beim Zweitligaspiel gegen Bochum auf der Ersatzbank hat es dauernd geklingelt, aber da hat der Sportdirektor einfach nicht mehr die grüne Taste gedrückt. „Es ging um das Spiel. Und mit dem bin ich zufrieden, auch wenn das einige von Euch wieder nicht verstehen werden“, sagte Mislintat der Presse. Für Zweitligaverhältnisse ist die VfB-Offensive überragend – aber Balance hat das Spiel des VfB noch lange nicht. „Wir befinden uns in einem Prozess“, sagt Daniel Didavi: „Unsere Spielweise ist ziemlich wild, aber das ist gut so.“ Nun denn.

Trainer Tim Walter spricht nach dem 2:1 (1:1) gegen den Leid geprüften VfL Bochum davon, dass „wir das Restfeld noch besser absichern müssen“. In der eigenen Hälfte wird es phasenweise vogelwild. Behielte nicht Ex-Nationalspieler Holger Badstuber meist den Überblick, würde es schlimm stehen um den VfB. Nur ist Bad-stuber auch für Zweitligaverhältnisse ziemlich langsam: Am Montag kam selbst der Griff nach dem Trikot des Bochumer Angreifers und Torschützen Silvere Ganvoula oft zu spät.