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Huckepack der Meisterschaft entgegen: Stuttgarts Simon Terodde (unten) und Kapitän Christian Gentner sind breit für die große Sause. Foto: Calagan
Huckepack der Meisterschaft entgegen: Stuttgarts Simon Terodde (unten) und Kapitän Christian Gentner sind breit für die große Sause. Foto: Calagan
19.05.2017

VfB Stuttgart: Ein kleiner Schritt fehlt noch zur großen Feier

Der Aufstieg allein ist dem VfB Stuttgart nicht genug. Die geplante Rückkehr in die Fußball-Bundesliga soll am Sonntag mit der Meisterschale veredelt werden. „Das ist das große Ziel“, sagte Trainer Hannes Wolf. Der Coach fiebert dem Saisonfinale gegen die Würzburger Kickers mit großer Vorfreude entgegen. Und der VfB würde den direkten Wiederaufstieg an einem für den Club historischen Datum realisieren: auf den Tag genau vor 40 Jahren hatten die Schwaben zum ersten und bisher einzigen Mal den Aufstieg aus der 2. Liga in die Bundesliga gefeiert.

Besondere Atmosphäre

Es kann auch eigentlich nichts mehr schiefgehen. Damit der VfB sich den direkten Aufstieg noch verbaut, müsste es schon zu einer kleinen Fußball-Sensation kommen. Drei Punkte und zehn Tore trennen die Schwaben von Eintracht Braunschweig auf dem Relegationsrang. Und am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) trifft der VfB auf die Kickers, die 2017 noch kein Spiel gewonnen haben. Auch Wolf spürt schon die ganz besondere Atmosphäre innerhalb seiner Mannschaft. „Wenn man mit den Jungs redet, sagen viele, dass sie gerade das bisher Größte ihrer Karriere erleben“, sagte der Coach.

Kapitän Christian Gentner will am frühen Sonntagabend unbedingt die Meisterschale in den Stuttgarter Himmel stemmen. Die Rahmenbedingungen dafür scheinen perfekt. Seit Wochen sind die 60 000 Tickets für die Mercedes-Benz Arena vergriffen. Ungefähr genauso viele Fans werden auf dem benachbarten Wasen zum Public Viewing erwartet. Nach den geplanten Feierlichkeiten im Stadion will auch die Mannschaft am Abend noch zum Wasen fahren. Darüber reden möchte Wolf aber noch nicht so gerne.

„Ich habe aber keine Sorge, dass wir danach nicht mit unserer Zeit umgehen können“, sagte der 36-Jährige mit einem Lächeln. Auch für ihn wäre der Aufstieg etwas ganz besonderes. Vor weniger als einem Jahr hatte den ehemaligen Jugendtrainer des BVB noch kaum jemand auf der Rechnung. VfB-Sportvorstand Jan Schindelmeiser aber sah in ihm den idealen Nachfolger für Jos Luhukay, von dem sich der Club früh in der Saison getrennt hatte. Schindelmeiser sollte recht behalten. Für Wolf wäre der Aufstieg der bisher größte Erfolg seiner jungen Karriere.

Großer Respekt vor dem Gegner

An der Vorbereitung für dieses besondere Spiel will er allerdings nichts ändern. Das Abschlusstraining ist heute, dann wird im Hotel übernachtet, am Sonntag geht es mit dem Bus zum Stadion. Vor den Würzburgern, die nach starker Vorrunde nun kurz vor dem Abstieg stehen, hat Wolf großen Respekt. „Sie versuchen dich in Zweikämpfe zu verwickeln. Und wenn du dann nicht da bist, gibt’s Probleme“, warnte er. Denn er erinnert sich noch genau an das Hinspiel im vergangenen Dezember, als der VfB mit 0:3 untergegangen war.

Doch das soll sich am Sonntag nicht wiederholen. „Ich bin mir sicher, dass wir es schaffen werden“, sagte der Coach. Er wird dabei auch auf fast sein gesamtes Stammpersonal zurückgreifen können. Bis auf den leicht am Knie verletzten Jean Zimmer und dem Langzeitverletzten Carlos Mané stehen ihm alle Spieler zur Verfügung.