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Jubelstimmung in Stuttgart: Trainer Tayfun Korkut (links) freut sich ebenso wie die Spieler Christian Gentner, Daniel Ginczek, Mario Gomez und Erik Thommy (von links). Foto: dpa
Jubelstimmung in Stuttgart: Trainer Tayfun Korkut (links) freut sich ebenso wie die Spieler Christian Gentner, Daniel Ginczek, Mario Gomez und Erik Thommy (von links). Foto: dpa
Drin ist der Ball, Frankfurt am Boden: Stuttgarts Erik Thommy schießt das 1:0. Foto: dpa
Drin ist der Ball, Frankfurt am Boden: Stuttgarts Erik Thommy schießt das 1:0. Foto: dpa
Jubelstimmung in Stuttgart: Trainer Tayfun Korkut (links) freut sich ebenso wie die Spieler Christian Gentner, Daniel Ginczek, Mario Gomez und Erik Thommy (von links).
Jubelstimmung in Stuttgart: Trainer Tayfun Korkut (links) freut sich ebenso wie die Spieler Christian Gentner, Daniel Ginczek, Mario Gomez und Erik Thommy (von links).
25.02.2018

VfB Stuttgart: Nach 1:0 gegen Frankfurt weiter weg von Abstiegszone

Stuttgart. Es ist eine erprobte journalistische Vorgehensweise, das Gegenüber mit unerwarteten Fragen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Also, Herr Reschke, wie ist das denn jetzt mit der Europa League? Der Sportvorstand des VfB Stuttgart war nach dem 1:0-Sieg am Samstag gegen Eintracht Frankfurt nur kurz verblüfft, fand das Thema „wirklich amüsant“ und lenkte den Blick sogleich auf die Tabellenregion, die er als bedeutsam für den VfB ansieht. „Den Relegationsplatz haben wir nach wie vor im Auge.“ Den Abstiegs-Relegationsplatz. Rang 16.

Auch wenn der VfB Stuttgart in der Korkut-Tabelle ein absolutes Spitzenteam ist mit zehn von zwölf möglichen Punkten aus den vier Spielen, seit Tayfun Korkut den Trainerjob übernommen hat – keiner redet von neuen Zielsetzungen. „Wir brauchen noch sieben, acht Punkte“, beschrieb Michael Reschke die interne Rettungs-Rechnung.

Satte 13 Zähler Vorsprung sind es auf den ersten direkten Abstiegsplatz. Immerhin sechs Punkte mehr hat der VfB als die Mainzer, die Sechzehnter sind. 

Die 30 Zähler, die das Stuttgarter Team nach dem Erfolg gegen Frankfurt beisammen hat, sorgen für Ruhe. „Aber dass es in der Bundesliga schnell gehen kann, haben wir selbst erfahren“, sagte Reschke und verwies auf die vielen Niederlagen, die zur Trennung von Hannes Wolf geführt hatten.

Und wie war es 2016 gelaufen, als der VfB schließlich absteigen musste? Da wähnte man sich zehn Spieltage vor Schluss so gut wie gesichert. Das 5:1 gegen Hoffenheim am 5. März war doch famos gewesen. Dann aber rutschte das Team in eine Abwärtsspirale und landete in der 2. Liga.

Das befürchtet der Sportvorstand diesmal zwar nicht. „Das ist jetzt ne richtige Männermannschaft.“ Aber Michael Reschke sieht es genauso wie Tayfun Korkut, der betonte: „Es läuft nichts von selber.“ Man dürfe jetzt „keine Zufriedenheit ausstrahlen“, müsse „konzentriert bleiben“. Es werde „wichtig sein, die Spannung zu halten“.

Zumal es nicht so ist, dass der VfB plötzlich sensationell kicken würde. „Wir wissen, dass wir uns die Siege erkämpfen müssen“, meinte Rechtsverteidiger Andreas Beck. „Es ist kein Fußball, der berauscht.“  

Aus Sicht des Frankfurter Trainers Niko Kovac war es ein sehr dürftiges Bundesligaspiel. „Das Niveau war nicht gut.“ Ein „ganz, ganz schlechtes Spiel“ seiner Eintracht hatte Kovac gesehen. Und der VfB? Na ja. Tayfun Korkut versuchte dann, die Stuttgarter Leistung aufzuwerten. Wer hatte denn den Frankfurtern den Nachmittag vermiest? „Der Gegner ist immer so stark, wie man es zulässt.“ 

Unangenehm ist der VfB geworden, ja, das vor allem. Aber in der Mannschaft ist noch viel Demut spürbar. „Wir wissen, wo wir vor drei, vier Wochen waren“,  sagte Andreas Beck. „Es ist nicht so, dass wir jetzt sagen: Wow, geil!“ 

Die Europa League? Nur ein Thema, um Michael Reschke zu pieksen. Wirklich.

Thommys erstes Tor

Erik Thommy durfte sich freuen: erstes Bundesligator, Tusch! In der 13. Minute wurde der Winterzugang zum VfB-Matchwinner. „Ich hatte das Glück, dass mir der Ball direkt vor die Füße fällt. Das war leichte Arbeit.“ Der frühere Augsburger Reservist ist sofort zum Stammspieler und Erfolgsfaktor beim VfB geworden. „90 Prozent des Tores“ gab er an den Vorbereiter Daniel Ginczek ab. Der hätte später bei Chancen selbst treffen können. „Wir müssen dran arbeiten, vielleicht noch das eine oder andere Tor mehr zu schießen“,  sagt Ginczek selbstkritisch. Der gut gelaunte Erik Thommy meinte: „Lieber spielen wir dreimal 1:0 als einmal 3:0.“ Auch richtig.