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Nach dem Spiel sah Timo Baumgartl (im Zweikampf mit dem in Rot gekleideten Kölner Leonardo Bittencourt) trotz der Niederlage des VfB Stuttgart viel Positives.  Foto: dpa 

VfB Stuttgart bleibt gelassen: Rückschlag ja, Tiefschlag nein

Von Resignation keine Spur: Trotz der bitteren Auftaktpleite gegen den Angstgegner 1. FC Köln herrschte beim VfB eher Aufbruchstimmung als Enttäuschung vor. Das unverdiente 1:3 (0:0) hatte den Stuttgartern zwar den Saisonstart und ihrem neuen Trainer Alexander Zorniger die Premiere in der Fußball-Bundesliga vermasselt, aber zugleich für Mut und Zuversicht gesorgt. „So spielen wir das ganze Jahr über Fußball, wenn es geht“, kündigte Zorniger kampfbereit an. „Wenn sie weiter so lernen, mache ich mir keine Sorgen. Wir ziehen das so durch.“

Kann der VfB so ein rasantes Tempo, konsequentes Gegenpressing, couragiertes Vorwärtsverteidigen und einen so unbändigen Offensivdrang konsequent und kontinuierlich liefern, sollte er erstmals seit zwei Jahren nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Dann könnte sich der Club zu einem Kandidaten für die obere Tabellenhälfte entwickeln. „Man hat gesehen, dass das System auch in der Liga greifen kann. Das muss uns Mut machen“, sagte der junge Innenverteidiger Timo Baumgartl. Zorniger resümierte: „Wir haben gezeigt, wie unser Fußball funktionieren soll. Wir sind in der Lage, einen bestimmten Fußball zu spielen.“

Die Anhängerschaft applaudiert

Die Fans honorierten den beherzten Auftritt mit donnerndem Applaus – auch nach dem Abpfiff. Kölns defensiver Mittelfeldspieler Matthias Lehmann bescheinigte den Verlierern „ein Riesenspiel“. Der VfB sei gegenüber der zurückliegenden Saison „kaum wiederzuerkennen“ gewesen. „Geißbock“-Coach Peter Stöger sagte: „Ich denke, dass es sehr schwierig wird, künftig hier Punkte mitzunehmen.“

Der weitgehend dominante VfB vergab allerdings ein Dutzend Chancen. So blieb es trotz bemerkenswerter 28 Torschüsse beim zwischenzeitlichen 1:2 von Spielmacher Daniel Didavi per Strafstoß (79. Minute). Dem standen die drei Treffer der Kölner durch Anthony Modeste (75./Elfmeter), Simon Zoller (77.) und Yuya Osako (90.+2) bei insgesamt nur neun Versuchen gegenüber.

Dass Schlussmann Przemyslaw Tyton mit seiner zum Strafstoß führenden Abwehraktion gegen Modeste die Partie zum Kippen brachte, führte zu keinen Vorwürfen. Zorniger nahm den polnischen Liga-Debütanten in Schutz: „Der Keeper hat die falsche Entscheidung getroffen, aber er musste eine treffen.“ Am Samstag spielt das Team beim Tabellenletzten Hamburger SV mit den Ex-VfB-Coach Bruno Labbadia trainiert.