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Haben Holger Badstuber und Co. wieder Grund zu jubeln? In jedem Fall dürfte der Stuttgarter Verteidiger nach abgelaufener Sperre wie Marc Oliver Kempf (rechts) einen Platz in der Startformation haben. Baumann 

VfB Stuttgart gegen den VfL Osnabrück - oder: Verschwenderische Offensive trifft auf starke Defensive

Stuttgart. Für ein Team mit den Ambitionen des VfB Stuttgart ist der Umgang mit Torchancen verschwenderische. Das räumt der meist optimistisch denkende Trainer Tim Walter ein. „Wer die nackten Zahlen liest, dass wir wenige Tore geschossen haben aus den Chancen, die wir hatten: Da kann man ja nicht zufrieden sein, das liegt ja auf der Hand“, sagte er vor dem Spiel beim VfL Osnabrück am Samstag (13 Uhr/Sky). Für ein Tor benötigt der VfB 10,6 Versuche – Zweitliga-Tabellenführer Hamburger SV etwa braucht drei Schüsse weniger für einen Treffer.

Eine Woche nach dem 3:1 gegen Dynamo Dresden, als die Stuttgarter Fußballer erstmals in dieser Saison in einem Heimspiel drei Tore erzielten, steht die VfB-Offensive nun vor einem Härtetest: Nur der HSV hat nach zwölf Spielen weniger Gegentore zugelassen (11) als Aufsteiger aus Osnabrück (12). „Ich glaube, dass die bislang einen sehr guten Job machen“, lobte Walter die Niedersachsen, auch wenn sie vor dem 13. Spieltag nur auf Rang 15 der Tabelle standen.

Plätze in Viererkette vergeben

Welche Optionen Walter am Tag nach seinem 44. Geburtstag in der Offensive wählen will, behielt er für sich. Dass Holger Badstuber nach seiner Sperre wieder in die Innenverteidigung rückt und auch der zuletzt als Linksverteidiger überzeugende Gonzalo Castro spielt, bestätigte er: Defensiv ist die stärkste Formation des VfB mit Pascal Stenzel, Kapitän Marc Oliver Kempf, Badstuber und Castro in der Viererkette relativ offensichtlich.

Doch an wen wird im zuletzt bevorzugten 4-3-2-1 der einzige Platz im Sturm gehen? Es streiten sich Nicólas González, Hamadi Al Ghaddioui, Silas Wamangituka, Mario Gomez und der junge Roberto Massimo. Nimmt man die beiden Positionen dahinter dazu, sind auch Philipp Förster, Philipp Klement, Mateo Klimowicz und Tanguy Coulibaly in der Verlosung. Für Daniel Didavi kommt die Partie dagegen zu früh: Der Spielmacher könnte nach seiner Verletzung fürs Derby gegen den Karlsruher SC, das nach der Länderspielpause am Sonntag, 23. November ansteht, eine Option sein.

Sicher scheint, dass Ex-Nationalspieler Gomez kein Kandidat für die Startelf ist. Seit dem Tor am ersten Spieltag hat er nicht mehr getroffen und ist in der Rangfolge hinter Gonzalez und Al Ghaddioui zurückgefallen, die beide schon vier Tore erzielten. Auch der 20 Jahre alte Wamangituka ist mit zwei Toren erfolgreicher als Gomez und besticht durch Dynamik und Geschwindigkeit. „Er weiß genau, woran er ist“, sagte Walter zuletzt über Gomez. „Mario merkt auch, dass die anderen Tore schießen und Spiele gewinnen. Er hatte auch die Möglichkeit zu spielen, hat aber nicht so getroffen.“ Dass dem Topverdiener die Situation nicht gefallen kann, ist klar: „Das wird ihm sicher nicht schmecken“, sagte Sportdirektor Sven Mislintat zu Wochenbeginn über Gomez.

Mögliche VfB-Aufstellung:

Kobel – P. Stenzel, Badstuber, Kempf, Castro – Karazor – Mangala, Ascacibar – Klement, P. Förster – Gonzalez