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Mit wem der neue Trainer Jos Luhukay in Stuttgart zusammenarbeitet, muss sich erst noch zeigen. Foto: Schulze
Mit wem der neue Trainer Jos Luhukay in Stuttgart zusammenarbeitet, muss sich erst noch zeigen. Foto: Schulze
18.05.2016

VfB Stuttgart hat Posten des Sportvorstands bisher noch nicht neu vergeben

Stuttgart. Trainer Jürgen Kramny weg, Präsident Bernd Wahler weg, Manager Robin Dutt weg und Trainer Jos Luhukay kommt. Nach dem Abstieg des VfB Stuttgart haben sich schnell einige Personalfragen erledigt. Daraus sind aber neue Fragen entstanden. Und die Zukunft des VfB ist nach dem ersten Abstieg aus der Fußball-Bundesliga seit vier Jahrzehnten noch in weiteren Bereichen ungewiss. Zudem steht der Verein unter Zeitdruck.

Wie verändert sich die Sommerplanung durch den Abstieg?

Die Sommerpause ist kürzer. Die 2. Bundesliga beginnt schon am ersten August-Wochenende (5. bis 8. August), die Bundesliga startet erst drei Wochen später. Ungefähr Mitte Juni wird der VfB in die Vorbereitung starten.

Mit welchem Kader geht der VfB in die 2. Bundesliga?

Auch beim Klassenverbleib wäre Stuttgarts bester Torschütze, Daniel Didavi, zum VfL Wolfsburg gewechselt. Wegen des Abstiegs ist unwahrscheinlich, dass die Offensivtalente Timo Werner und Filip Kostic bleiben. Auch der junge Innenverteidiger Timo Baumgartl könnte einen neuen Job in der Bundesliga bekommen. Stammspieler wie Emiliano Insua, Christian Gentner, Kevin Großkreutz und Serey Dié haben sich zum Verein bekannt. Verpflichtet wurde bisher Jean Zimmer vom 1. FC Kaiserslautern – ein Mann mit Erfahrungen in Liga zwei.

Wer wird Nachfolger von Sportvorstand Robin Dutt?

Darüber wird wild spekuliert. Einerseits sollte sich der Verein schnell entscheiden, damit der Nachfolger das Projekt Wiederaufstieg planen kann. Andererseits darf sich der VfB keinen Fehlgriff leisten. Dementiert hat der Club am Mittwoch Medienberichte, wonach Jochen Sauer neuer Sportvorstand wird. „Es ist unglaublich, welche Spekulationen und Unwahrheiten im Zusammenhang mit dem VfB Stuttgart derzeit verbreitet werden“, sagte Aufsichtsratsboss Martin Schäfer. Sauer, der aus Reutlingen stammt, ist Geschäftsführer des österreichischen Fußball-Meisters RB Salzburg. „Es gab und gibt keinen Kontakt mit dem VfB Stuttgart, mit dem Thema befasse ich mich nicht“, stellte er fest. Sauer hatte in der Bundesliga bereits für den VfL Wolfsburg und Hertha BSC gearbeitet und ist seit 2012 Geschäftsführer in Salzburg. Ein VfB-Sprecher dementierte ebenfalls, dass Stefan Schwarz, frühere U19-Trainer in Stuttgart und derzeit für den FC Augsburg tätig, neuer Chefscout wird.

Wer wird der neue Präsident?

Das ist ungewiss – und vor allem ist noch nicht klar, wann überhaupt ein neuer Präsident gewählt werden kann. Laut Statuten braucht die Wahl eine Vorlaufzeit von vier Monaten. Namen, die immer wieder genannt werden, sind die ehemaligen VfB-Spieler Karl Allgöwer und Guido Buchwald.

Wie verkraftet der Verein die finanziellen Einbußen?

Die Stuttgarter sind schuldenfrei, aber durch den Abstieg nehmen Fernsehgelder, wie auch Zuschauereinnahmen und Zahlungen von Sponsoren deutlich ab. Der VfB muss seine Ausgaben daher anpassen.

Gelingt der Wiederaufstieg?

Mit Luhukay hat der Verein nun einen Trainer, der dreimal den Aufstieg geschafft hat. Von den 25 Absteigern der vergangenen zehn Jahre gelang jedoch nur sieben die unmittelbare Rückkehr. Der Wiederaufstieg ist also machbar, aber schwierig.