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Stuttgarts Daniel Didavi (l) im Zweikampf mit Leverkusens Torwart Lukas Hradecky. Foto: Marijan Murat/dpa

VfB Stuttgart in Not: Wütende Fans, unnötiger Elfmeter und Rot für Spuck-Attacke

Stuttgart. Der Druck auf den VfB Stuttgart im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga nimmt zu. Der Tabellen-Drittletzte von Trainer Markus Weinzierl verlor am Samstag vor 53 657 Zuschauern gegen Bayer Leverkusen 0:1 (0:0) - was aus vielen Gründen völlig unnötig war.

Nationalspieler Kai Havertz machte mit seinem verwandelten Strafstoß (64. Minute) die Hoffnungen der Schwaben auf einen Punktgewinn zunichte. Nach zuvor drei Niederlagen bewahrte der 19-Jährige die Elf von Trainer Peter Bosz in seinem 100. Pflichtspiel für Bayer damit auch vor einem weiteren Rückschlag im Rennen um die Europa-League-Plätze.

Am Donnerstag hatte der VfB mit der Verpflichtung des früheren Dortmunder Chefscouts Sven Mislintat als neuem Sportdirektor für positive Schlagzeilen gesorgt. Nun verpassten die Schwaben es, vor dem Auswärtsauftritt beim Konkurrenten FC Augsburg am kommenden Wochenende, auch sportlich zu überraschen. In der Nachspielzeit kassierte Santiago Ascacibar noch die Rote Karte - wie der SWR berichtet, hatte er seinen Gegner angespuckt - und wird damit zunächst fehlen.

Nach der Partie mussten die Stuttgarter Spieler wütende Beschimpfungen ihrer Anhänger über sich ergehen lassen. Vor dem Spiel hatten sich etwa 100 Fans eine Massenschlägerei geliefert.

VfB-Trainer Weinzierl hatte eine Woche nach dem 1:1 im Abstiegsduell mit Nürnberg seine Elf auf drei Positionen umgestellt. Gonzalo Castro kehrte nach einem Bündelriss im Adduktorenbereich überraschend früh zurück und sollte mit Spielmacher Daniel Didavi das Angriffsspiel beleben. Stürmer Nicolás González erhielt statt Mario Gomez das Vertrauen. Die Gefahr in der Offensive blieb dennoch aus.

Didavi, der erstmals seit zwei Monaten wieder von Beginn an spielte, leitete immerhin die erste gute Chance für die Gastgeber ein, als er Alexander Esswein in Szene setzte. Doch der Schuss des Flügelspielers stellte Bayer-Torhüter Lukas Hradecky nicht vor große Probleme (16.). 

Leverkusen machte zu wenig aus seinem Ballbesitz und brachte die VfB-Defensive kaum in Gefahr. VfB-Torhüter Ron-Robert Zieler war in der ersten Hälfte lange wenig gefordert. Dann konnten sich die Stuttgarter aber bei dem ehemaligen Nationaltorhüter bedanken, dass sie mit einem torlosen Remis in die Pause gingen.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff lenkte der 30-Jährige einen Schuss aus rund zehn Metern von Kevin Volland mit einer glänzenden Reaktion über die Latte und bewahrte seine Elf vor einem Rückstand. Ein Abschluss von Nationalspieler Havertz kullerte zuvor am Pfosten vorbei (39.).

In der zweiten Halbzeit war Leverkusen spielerisch weiter die bessere Mannschaft und kam durch Julian Brandt (50.) und Volland zu Chancen (52.). Die Führung fiel aber erst dank Stuttgarter Mithilfe. Nach einem Foul von Castro an Volland entschied Schiedsrichter Tobias Stieler auf Elfmeter. Der 19-jährige Havertz ließ Zieler keine Chance. Weinzierl brachte Erik Thommy und Anastasios Donis sowie in den Schlussminuten auch noch Gomez, um immerhin ein Remis zu retten. Der VfB bemühte sich und kämpfte. Der Distanzschuss von Ozan Kabak blieb harmlos - Zieler musste auf der Gegenseite noch gegen Volland (74.) und Lucas Alario (83.) parieren.