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Hannovers Philipp Tschauner streckt sich vergebens: Erik Thommys Schuss landet sehenswert zum 1:0 im Netz. Foto: Murat
Hannovers Philipp Tschauner streckt sich vergebens: Erik Thommys Schuss landet sehenswert zum 1:0 im Netz. Foto: Murat
Am Ende jubelt Hannover 96 – allen voran Niclas Füllkrug nach seinem Tor zum 1:1. Foto: Murat
Am Ende jubelt Hannover 96 – allen voran Niclas Füllkrug nach seinem Tor zum 1:1. Foto: Murat
15.04.2018

VfB Stuttgart kassiert gegen Hannover 96 späten 1:1-Ausgleich

Stuttgart. Statt Jubel, Trubel und Klassenerhaltsfreude – das hier: Pfiffe. Kurz, schrill aber durchaus deutlich vernehmbar sind sie nach diesem 1:1 des VfB Stuttgart gegen Hannover 96. Der Frust saß bei manch einem der 57 131 Zuschauer tief nach diesem späten Hannoveraner 1:1-Ausgleich in Minute 91.

39 Punkte hat der VfB Stuttgart nun. Das ist kein Grund für Unzufriedenheit, findet Stuttgarts Sportvorstand. Denn: „Mit 39 Punkten kann man nicht absteigen“, sagt Michael Reschke. Rechnerisch vielleicht, das ja. „Aber praktisch nicht“, meint Reschke und klingt dabei wie die Stimme eines Navigationsgerätes, das verkündet: „Sie haben Ihr Ziel erreicht.“

Daumen drücken für Freiburg

Der Trainer des VfB Stuttgart sieht das etwas anders. „Wir haben 39 Punkte und sind ganz nah dran“, sagte Tayfun Korkut nach dem 1:1 gegen Hannover. Das war der VfB ja auch an den Punkten 40 und 41. Winter-Neuzugang Erik Thommy traf nach 53 Minuten sehenswert aus der Distanz. „Endlich ist er mal reingegangen“, sagte der Schütze.

Der VfB war über 90 Minuten das bessere zweier unterdurchschnittlicher Teams. Entsprechend mau war der Kick auch über weite Strecken, was die Pfiffe nach dem Schlusspfiff nachvollziehbarer macht. Schön, offensiv oder unterhaltsam spielte der VfB Stuttgart unter Tayfun Korkut bisher nicht. Aber erfolgreich. Nach dem 0:3 in Dortmund war das 1:1 gegen Hannover nun die zweite Enttäuschung binnen einer Woche. Man habe vergessen, das 2:0 zu erzielen, klagte Reschke.

So kassierte der VfB in letzter Sekunde aus dem Nichts durch eine Kopfball-Bogenlampe von Niclas Füllkrug den 1:1-Ausgleich. Torwart Ron-Robert Zieler sah dabei unglücklich aus: „Es ist ärgerlich, dass ich einen Schritt nach vorne mache“, sagte er. Dadurch komme ich dann nicht mehr ran.“ Der Ball senkte sich über den ehemaligen Nationaltorwart – 1:1. Kein endgültig perfekter Klassenerhalt, kein Schielen auf Rang sieben, der die Europa-League-Qualifikation bedeuten könnte.

Die VfB-Profis werden heute Abend nicht vor dem Fernseher sitzen, wenn Mainz und Freiburg (20.30 Uhr, Eurosport 2) sich um Rang 16 duellieren. Sagten zumindest die Herren VfB-Profis Zieler und Aogo am Samstagabend. Auch Tayfun Korkut hat etwas Besseres vor, als Montagabendfußball. Gewinnt Freiburg ist der VfB auch rechnerisch durch – vier Spieltage vor Saisonende.

Das Stuttgarter Restprogramm hat es in sich. Bremen, Leverkusen, Hoffenheim und Bayern München heißen die finalen Gegner. Allesamt zuletzt prima in Form. So baute Reschke schon am Samstagabend vor, dass da möglicherweise nicht mehr allzu viele Punkte auf dem VfB-Konto landen könnten. Er widmet sich längst den Planungen für die Saison 2018/19. Vergangene Woche gab es ein Gespräch mit Holger Badstuber. Dessen Einjahresvertrag läuft aus. „Wir haben uns vertagt. Holger braucht noch Zeit“, sagte Reschke über den VfB-Abwehrboss. Er wolle keine Wasserstandsmeldung abgeben, machte das dann indirekt aber doch: „Es gibt einen internationalen Markt für Holger Badstuber, aber es gibt auch Argumente für den VfB.“ Es ist die Frage, wie überzeugend diese sind. Auch bei Emiliano Insua läuft der Vertrag aus.

Die Stadt Stuttgart ist voller Baustellen. Sie gibt es auch beim VfB. Es fehlt ein Spielgestalter, es mangelt an Kreativität. Das war am Samstag wieder einmal unübersehbar. „Wir tun uns schwer, Chancen herauszuspielen“, sagt deshalb auch Dennis Aogo.

Jetzt soll die 40-Punkte-Marke am nächsten Samstag (15.30 Uhr, Sky) genommen werden. Dann hat der VfB Stuttgart erneut ein Heimspiel, Werder Bremen ist zu Gast. Zuvor wird nebenan auf dem Cannstatter Wasen das 80. Frühlingsfest eröffnet. Ein prima Anlass, um auch in der VfB-Arena für Jubel, Trubel und Heiterkeit zu sorgen.