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27.03.2010

VfB Stuttgart schießt Bayern München von Platz 1

MÜNCHEN. Drei Tage vor dem Champions-League-Schlager gegen Manchester United hat Bayern München im Titelkampf der Fußball-Bundesliga erneut gepatzt. Eine Woche nach der Auswärtspleite in Frankfurt mussten die Bayern beim 1:2 (1:1) im Süd-Gipfel gegen den VfB Stuttgart die erste Heimniederlage seit dem 25. April 2009 hinnehmen. Und: Weil Schalke 04 am Abend mit 2:0 bei Bayer Leverkusen gewonnen hat, mussten die Münchner die Tabellenführung an den Revierclub abgeben.

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Nur eine Randnotiz: Nach jener nun vorletzten Heimniederlage vor elf Monaten musste Jürgen Klinsmann nach dem 0:1 gegen Schalke 04 gehen. Die Niederlage gegen den VfB Stuttgart wird für den holländischen Trainer Louis van Gaal wohl keine so dramatischen Folgen haben, allerdings ist der erste Platz in der Bundesliga-Tabelle vorerst Vergangenheit.

Bildergalerie: Schwabenstreich: Jubelorgie des VfB Stuttgart nach 2:1-Sieg bei Bayern München

Den machte Kevin Kuranyi für Schalke 04 perfekt. Mit dem Stuttgarter Sieg im Rücken erzielte der frühere deutsche Fußball-Nationalspieler in der 11. und 27. Minute zwei Tore gegen Bayer Leverkusen. Das reichte den Schalkern bis zum Abpfiff, um nun mit zwei Punkten Vorsprung vor den Bayern erstmals Meisterschaftsluft zu schnuppern. Bayer Leverkusen liegt mit drei Punkten Rückstand auf die Bayern auf Platz drei. Und selbst die Stuttgarter auf Rang sieben träumen noch vom internationalen Fußball, auch wenn es zu Werder Bremen auf Rang fünf schon sieben Punkte Rückstand sind.

Die Bayern gingen vor 69 000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena durch Ivica Olic (32. Minute) in Führung. Aber der starke Nationalspieler Christian Träsch (41.) und Ciprian Marica (50.) sorgten für die überraschende Wende zugunsten der Stuttgarter. Der VfB wahrte mit dem Sieg seine Chancen auf den Einzug in die Europa League.

Bayern-Coach Louis van Gaal versuchte nach dem erfolgreichen Pokal-Kraftakt gegen Schalke und mit Blick auf das Heimspiel gegen ManU am Dienstag, möglichst Kräfte und Personal zu schonen. Ohne die Tempo-Fußballer Ribéry und Robben, die bis zur Pause auf der Bank saßen, nahm die Partie nur gemächlich Fahrt auf. Den Bayern war die Müdigkeit der 120 Pokalminuten gegen Schalke anzumerken, Stuttgart begann verhalten.

Konsequenz: Die Höhepunkte waren rar. Es dauerte bis zur 24 Spielminute, als Sami Khedira Bayern-Keeper Jörg Butt mit einem Flachschuss aus 20 Metern prüfte. Kurz darauf musste Khedira verletzt ausgewechselt werden.

Ihre gefährlichsten Aktionen starteten die Bayern über die linke Seite: Der aufgerückte Abwehrchef Daniel van Buyten verfehlte nach einer Hereingabe von Daniel Pranjic ganz knapp das Tor (29.). Drei Minuten später überwand dafür der agile Olic - wiederum nach Pranjic-Flanke - Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann.

Die Freude der Münchner über das 1:0 währte nur kurz: Erst vergab Marica die große Chance zum Ausgleich (39.), dann konnte Träsch mit einem von Holger Badstuber abgefälschten Ball den chancenlosen Butt überwinden.

Mit den Topstars „Rib“ und Rob“ (für Olic und Pranjic) sollte beim Rekordmeister nach der Pause die Post abgehen, aber der Schuss ging nach hinten los. Zunächst konnte Butt einen Schuss von Timo Gebhart noch abwehren (49.). Im Anschluss an die Ecke hinderte Ribéry Geburtstagskind Cacau (29) nicht am Flanken - und Marica köpfte den Ball aus kürzester Distanz ins Münchner Tor.

Die Bayern mussten nun den Kraftaufwand erhöhen. Ribéry und Robben rannten über die Flügel an, aber erfolglos. Der erneut enttäuschende Nationalstürmer Klose scheiterte mit einem Kopfball an Lehmann (62.). Auf der Gegenseite verzog Zdravko Kuzmanovic, es wäre die Entscheidung gewesen.

So blieb es spannend, aber den Bayern fehlten Kraft und spielerische Mittel. Zudem verletzte sich Robben in der Schlussphase an der Wade - womöglich ein weiterer Schock vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen Manchester.