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Konzentration auf das Training und den nächsten Gegner: Stuttgarts Trainer Hannes Wolf. Foto: Baumann
Konzentration auf das Training und den nächsten Gegner: Stuttgarts Trainer Hannes Wolf. Foto: Baumann
20.10.2016

VfB Stuttgart will gegen 1860 München die 0:5-Pleite vergessen lassen

Mit einem fast schüchternen „Hallo zusammen“ betritt Hannes Wolf den Raum. „Das Debakel von Dresden war und ist noch ein großes Thema“, erklärt Wolf. „Natürlich schläft man in den Nächten danach schlechter“, gibt der neue Trainer des Fußball-Zweitligisten VfB Stuttgart Einblick in sein Gefühlsleben nach dem 0:5: „Diese Niederlage darf und muss auch noch weh tun.“ Im Heimspiel am Freitagabend (18.30 Uhr/Sky) geht es in der Mercedes-Benz-Arena gegen den TSV 1860 München „natürlich ein Stück weit um Wiedergutmachung und darum, den Eindruck von Dresden zu revidieren“, stellt VfB-Sportvorstand Jan Schindelmeiser fest.

Das sieht Wolf ebenfalls so. Allerdings warnt er auch vor der Schwere der Aufgabe, da die 60er aus einer „ähnlichen Konstellation wie Dresden“ kämen. Die Löwen verloren zuletzt dreimal, der Stuhl von Trainer Kosta Runjaic wackelt. „Wir wollen es auf alle Fälle anders machen als gegen Dresden und sowohl besser als auch erfolgreicher Fußball spielen“, verspricht der VfB-Coach den über 50.000 Zuschauern. Das Interesse am Ex-Bundesligisten ist trotz der Berg- und Talfahrt unverändert groß. Vielleicht ja gerade auch deshalb.

1:1 in Bochum, 4:0 gegen Greuther Fürth und zuletzt das schmerzliche 0:5 in Dresden – ein größeres Wechselbad der Gefühle hätte Wolf seit seinem Amtsantritt am 21. September kaum durchleben können. „Wir haben nie den Eindruck gehabt, dass wir hier ein Mal Hand auflegen und alles ist gut“, erklärt der 35-Jährige.

Offene Ansprache

Die Dinge nach der Niederlage im Sächsischen wurden offen angesprochen. Ohne Intensität geht’s nicht. Das muss spätestens jetzt jedem Cannstatter Kicker klar geworden sein. Und auch der Ton des neuen Kommandogebers war anders. „Ich bin nicht immer leise, muss aber auch nicht hinstehen und die Spieler anschreien“, erklärt der Westfale.

Klar ist derzeit nur, dass der defensive Mittelfeldmann Hajime Hosogai – gegen Dresden noch einer, der Kampf zeigte – wegen eines gebrochenen kleinen Zehs am rechten Fuß ausfällt, dafür Simon Terodde wieder zur Verfügung steht. Der seit dem 1:1 in Bochum wegen einer Muskelverletzung fehlende Stürmer (zwei Treffer) kehrte ins Mannschaftstraining zurück.

Zuletzt gab’s den ehemaligen Süd-Schlager in der Bundesliga-Saison 2003/04. Damals gewann der VfB durch Tore von Zvonimir Soldo und Marco Streller. Lang ist’s her. Bei einem erneuten Sieg wäre das Team zumindest über Nacht mindestens auf Rang drei.