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Defensiv zeigte sich der VfB zuletzt verbessert: Torhüter Ron-Robert-Zieler und Verteidiger Ozan Kabak zählen zu den Leistungsträgern (rechts Gladbachs Thorgan Hazard).
Defensiv zeigte sich der VfB zuletzt verbessert: Torhüter Ron-Robert-Zieler und Verteidiger Ozan Kabak zählen zu den Leistungsträgern (rechts Gladbachs Thorgan Hazard).
21.05.2019

VfB geht trotz desaströser Saison als Favorit in die Relegation

Stuttgart/Berlin. Darf sich der VfB Stuttgart am Ende einer desolaten Saison über den Verbleib in der Fußball-Bundesliga freuen? Oder bejubelt der 1. FC Union Berlin den erstmaligen Aufstieg? Der Bundesliga-16. und der Zweitliga-Dritte stehen sich am Donnerstag (20.30 Uhr/Eurosport 2 HD Xtra) zunächst in Stuttgart gegenüber. „Vom Leistungspotential würde ich den VfB einen Tick höher einschätzen“, sagt Eurosport-Experte Matthias Sammer, der in Stuttgart Spieler und Trainer war. Was spricht für den VfB – und was für Union?

Drei Argumente pro VfB

Willig: Der 38 Jahre alte Interimstrainer hat dem VfB die Hoffnung zurück gegeben. „Nico Willig hat der Mannschaft neues Leben eingehaucht“, sagt Präsident Wolfgang Dietrich. Unter Willig holte der VfB in vier Spielen sieben Punkte, verlor nur gegen Hertha BSC – in Berlin. Der Stuttgarter Coach sagte gestern: „Es geht um den VfB, es geht um die Region, um das Schwabenland: Darum erwarte ich von meinen Spielern, dass sie auf den Tag genau bereit sind, Leistung abzurufen. Und ich muss ihnen sagen: Das Gefühl habe ich.“

Defensive Stabilität: Für Begeisterung sorgten die VfB-Auftritte auch unter Willig kaum, doch standen die Stuttgarter defensiv meistens sicher. Einzige Ausnahme war das 1:3 im Olympiastadion gegen die Hertha. Unter Willig kassierte Schlussmann Ron-Robert Zieler ansonsten kein Tor.

Statistik: Seit der Wiedereinführung der Relegation vor zehn Jahren haben sich nur zwei Zweitligisten durchgesetzt. Das gelang dem 1. FC Nürnberg (2009) und Fortuna Düsseldorf (2012).

Drei Gründe pro Union

Kein Druck: Union fühlt sich in der Rolle des Außenseiters wohl. „Für sie geht es ums Überleben in der ersten Liga, für uns geht es darum, Geschichte zu schreiben“, sagte Offensivspieler Joshua Mees. Aus dieser Position heraus erhoffen sich die Berliner eine gewisse Leichtigkeit, die beim dramatischen Abschluss der Punktejagd allerdings manchmal fehlte.

Heimvorteil: An der Alten Försterei im Berliner Stadtteil Köpenick erwartet die Stuttgarter im entscheidenden Rückspiel am kommenden Montag (20.30 Uhr/Eurosport 2 HD Xtra) eine besondere Atmosphäre. Die Fans haben geholfen, das Stadion aufzubauen und sorgen stets für Gänsehautstimmung. Union hatte die beste Heimbilanz der 2. Liga – nur eines der 17 Spiele ging verloren. Bundesligist Stuttgart schaffte hingegen nur einen Auswärtssieg.

Zuversicht: Nach schwierigen Wochen herrscht bei Union wieder Optimismus. Zwar verpassten die Hauptstädter durch das 2:2 beim VfL Bochum um ein Tor den direkten Aufstieg, dennoch feierte der Anhang. „Die Fans stehen komplett hinter uns. Ich kann versprechen, dass wir wieder alles geben“, sagte Kapitän Christopher Trimmel. Trainer Urs Fischer sagte gestern: „Optimal wäre es, wenn wir die negative Energie in eine Trotzreaktion umwandeln könnten.“ Der 53-jährige Schweizer kam vor einem Jahr und hat bei Union einen Vertrag bis 2020.