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Dieses war der zweite Streich:  Miroslav Klose zappelt bereits im Netz des VfB-Tores, der Ball folgt sofort, denn Franck Ribéry (Zweiter von links) lässt Jens Lehmann im Stuttgarter Tor keine Chance.
Dieses war der zweite Streich: Miroslav Klose zappelt bereits im Netz des VfB-Tores, der Ball folgt sofort, denn Franck Ribéry (Zweiter von links) lässt Jens Lehmann im Stuttgarter Tor keine Chance. © Deck, dpa
28.01.2009

VfB kommt böse unter die Räder - Bayern demütigen Schwaben

STUTTGART. „Großes leisten“ wollte Teamchef Markus Babbel mit dem VfB gegen Bayern München. Von wegen! Der schwäbische Fußball-Bundesligist verabschiedete sich mit einer indiskutablen Leistung aus dem Pokalwettbewerb.

Bastian Schweinsteiger (14. und 55.), Franck Ribéry (16.), Luca Toni (43.) und Zé Roberto (55.) demütigten mit ihren Treffern die erschreckend schwachen Stuttgarter. Mario Gomez erzielte den Ehrentreffer (85.) für den VfB.

Markus Babbel überraschte mit seiner Aufstellung und bot nur einen Angreifer auf. Gomez gab im Sturm den Alleinunterhalter, hinter dem Torjäger spielte Yildiray Bastürk. An der defensiveren Ausrichtung hat es nicht gelegen, dass die Schwaben kein Bein auf den Boden brachten.
Im Dezember hatte das ganz anders ausgesehen, als der VfB die Münchener beim 2:2 in der Bundesliga phasenweise an die Wand spielten. Gestern Abend zeigten die Roten ihr hässliches Gesicht. Ohne Mumm, ohne Leidenschaft und ohne Laufbereitschaft gingen die Spieler zu Werke – das konnte gegen den Rekordmeister nicht gut gehen. Im Gegenteil: Mit unbändiger Spielfreude überrumpelten die Bayern den harmlosen Gastgeber, der besonders auf den Außenpositionen eklatante Schwächen offenbarte.

So auch in der 14. Minute, als Schweinsteiger auf der rechten Seite VfB-Verteidiger Arthur Boka den Ball abluchste und zielstrebig aufs Tor marschierte. Gegen seinen satten Schuss hatte Stuttgarts Keeper Jens Lehmann keine Chance. Der ehemalige Nationaltorwart muss sich wie im falschen Film vorgekommen sein, als drei Minuten später Franck Ribéry freistehend vor ihm auftauchte und die Hereingabe von Zé Roberto zum 0:2 verwertete.

Damit nicht genug. Dem unglücklichen Boka soll der Ball in der 20. Minute an die Hand gesprungen sein. Schiedsrichter Herbert Fandel zeigte auf den Elfmeterpunkt. Ribéry wollte es jedoch zu lässig machen und schlenzte den Ball in die Arme von Jens Lehmann.
Wer nun gehofft hatte, der gehaltene Strafstoß würde bei den Stuttgarter Spielern eine Initialzündung entfachen, der sah sich getäuscht. Die Babbel-Elf mühte sich ein bisschen, brachte sich aber mit schlampigen Abspielfehlern immer wieder in Verlegenheit. Die Unkonzentriertheiten waren ein gefundenes Fressen für einen genialen Spielgestalter wie Ribéry, der kurz vor der Halbzeit Luca Toni zum 0:3 bediente.

Schlimmer geht’s nicht mehr? Denkste! Nach dem Seitenwechsel setzte sich die bajuwarische Überlegenheit fort. Als Zé Roberto von Jens Lehmann gefoult wurde, verwandelte Bastian Schweinsteiger den Elfmeter sicher (55.). Wie im Training spielten sich die Klinsmänner nun lässig den Ball zu und Zé Roberto traf zum 0:5 (55.). Mario Gomez glückte fünf Minute vor dem Abpfiff noch etwas Ergebniskosmetik.