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Frust pur: Der VfB Stuttgart mit Daniel Ginczek (sitzend) nach dem 1:2 in Berlin, links Sebastian Langkamp.   Eisenhuth
Frust pur: Der VfB Stuttgart mit Daniel Ginczek (sitzend) nach dem 1:2 in Berlin, links Sebastian Langkamp. Eisenhuth
18.09.2015

VfB sucht den Weg aus der Krise

Nach vier Niederlagen zum Start in der Bundesliga hofft der verunsicherte VfB Stuttgart gegen Europa-League-Teilnehmer FC Schalke auf einen ersten Schritt aus der Krise. „Wir wissen genau, wie kacke die Situation ist“, versicherte Trainer Alexander Zorniger vor dem Fußball-Heimspiel am Sonntag (15.30 Uhr). „Wir wissen, was funktionieren muss, nämlich dass wir punkten müssen.“

Zorniger bangt allerdings vor dem eminent wichtigen Duell um den Einsatz von Spielmacher Daniel Didavi. In der linken Kniekehle des 25-Jährigen ist eine Zyste geplatzt. Didavi musste daher im Training kürzertreten. Man müsse nun die weitere Reaktion abwarten, sagte der Coach der Schwaben gestern. Alexandru Maxim wäre der erste Vertreter des Regisseurs.

Auf Timo Baumgartl wird der VfB aber bauen dürfen. Der Innenverteidiger hatte das Auswärtsspiel bei Hertha BSC mit Problemen an der Patellasehne verpasst, ist aber wieder im Training. Der 19-Jährige dürfte in die erste Elf rutschen. Nach Ablauf seiner Rot-Sperre wird Przemyslaw Tyton ganz sicher im Kasten stehen.

Nach der ernüchternden spielerischen Vorstellung beim 1:2 gegen Hertha bescheinigte Zorniger seinen Spielern eine Trotzreaktion in der abgelaufenen Trainingswoche – unter anderem Youngster Timo Werner, der es nach mehr als zwei Jahren nicht in den Kader für die Dienstreise in die Hauptstadt geschafft hatte. „Es war genau die Reaktion, die wir erhofft hatten“, meinte Zorniger zufrieden.

Zufrieden war auch Schalkes Trainer André Breitenreiter nach der 3:0-Ouvertüre in der Europa League bei Apoel Nikosia. Dennoch warnte er vor verunsicherten Schwaben. „Die Stuttgarter haben zwar viermal verloren, aber viel Qualität“, sagte Breitenreiter.

VfB-Sportvorstand Robin Dutt mahnt indes wie so oft seit seinem Antritt im Januar Geduld an. „Die Leute aus Stuttgart wollen nicht jedes Jahr aufs Neue den gleichen Mist sehen. Sie wünschen sich, dass man auch mit ein bisschen Glück in ruhiges Fahrwasser kommt“, erläuterte der frühere DFB-Sportdirektor. „Aber wir wohnen auch in einer Region, die weiß, dass es dauert, bis Prozesse optimal laufen.“ Zweifel an seiner Marschroute und vor allem dem Trainer hat er nicht. „Mit Alexander Zorniger werden wir unseren Weg gehen und werden unsere Ziele erreichen. Dieses Vertrauen habe ich“, betonte Dutt.

Der Rückendeckung des Vereinschefs können sich sowohl Zorniger als auch Dutt sicher sein. Ihre Ansätze „sind und waren absolut schlüssig“, sagt Präsident Bernd Wahler. Klar ist aber zugleich: „Wir brauchen jetzt zügig Punkte.“

Dutt ist überzeugt, dass das Team einen gesicherten Mittelfeldplatz erreichen kann. „Bezogen auf unser Saisonziel haben wir die Qualität, die Mentalität und die richtige Mannschaft. Das bedeutet aber, es gibt Ausschläge nach oben und nach unten“, erklärte er weiter.

Mögliche VfB-Aufstellung: Tyton – Klein, Baumgartl, Sunjic, Insua – Serey Dié – Harnik, Gentner, Didavi, Kostic – Ginczek