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Mittendrin statt nur dabei:  Pavel Pogrebnyak (Dritter von links) und Timo Gebhart (rechts daneben) mit Fanclub-Mitgliedern bei der Weihnachts feier in Neuenbürg.
Mittendrin statt nur dabei: Pavel Pogrebnyak (Dritter von links) und Timo Gebhart (rechts daneben) mit Fanclub-Mitgliedern bei der Weihnachts feier in Neuenbürg. © Hepfer
09.12.2010

VfB-Stars zum Anfassen in Neuenbürg

Es ist dieser Tage nicht gerade ein Zuckerlecken, Fan des VfB Stuttgart zu sein. Vielmehr wird die Leidensfähigkeit in dieser Saison auf eine harte Probe gestellt. Aktuell steht der VfB auf Platz 16 der Bundesliga-Tabelle und hat nur zwölf magere Pünktchen auf seinem Konto. Auch beim 1:1 im schwäbisch-badischen Derby gegen die TSG 1899 Hoffenheim ist der Knoten wieder nicht geplatzt.

Kein Wunder, dass im Lager der Rot-Weißen noch keine Weihnachtsstimmung aufkommen will. Zusammenrücken ist beim Fußball-Erstligisten und seinen Anhängern daher mehr denn je angesagt. Das dachten sich wohl auch die VfB-Fan-Clubs „Invasion 1893 Straubenhardt“, „Cannstatter Zuckerle Ersingen“, „Hakebier Birkenfeld“ und „S6 Höfen“, die am Dienstagabend im Neuenbürger Wanderheim eine ganz besondere Weihnachtsfeier auf die Beine stellten. Denn mit Timo Gebhart und Pavel Pogrebnyak waren eigens auch zwei Stuttgarter Star-Kicker angereist.

„Als offizielle VfB-Fan-Clubs haben wir uns beim Verein beworben und es hat zum Glück geklappt“, verriet Initiator Benjamin Voigt aus Straubenhardt, dessen „Invasion 1893“ in diesem Jahr das fünfjährige Bestehen feiert. „Auf diesem Weg wollten wir außerdem zeigen, dass es auch friedliche Fans gibt, die nicht gleich randalieren, wenn es im Stadion mal schlecht läuft“, so der Fan-Club-Chef weiter. Das unterstrichen die rund 170 VfB-Fans in Neuenbürg zusätzlich mit zwei Benefiz-Aktionen. So geht der Tombola-Erlös der Weihnachtsfeier an die Schömberger Kinderklinik. Außerdem kommt ein gesammelter Betrag von 527,70 Euro der am Angelman- Syndrom erkrankten Celine aus Wurmberg zugute.

Schonfrist trotz Abstiegskampf

Für einen gut gefüllten Saal sorgten derweil Gebhart und Pogrebnyak, die im Kreis der Fans Schonfrist genossen – trotz Abstiegsgefahr. Zuerst gab’s Schnitzel mit Pommes und Salat. Danach wurden reichlich Fotos geschossen. Und auch Autogrammjäger kamen voll auf ihre Kosten, zumal die VfB-Kicker ohne Berührungsängste auf Tuchfühlung gingen. „Ich hätte nie gedacht, dass wir hier so herzlich empfangen werden. Woanders hat uns der Wind schon schärfer ins Gesicht geblasen“, gestand Timo Gebhart, der sich lediglich wegen seines missglückten Fallrückziehers vor dem 0:1 gegen Hoffenheim Kritik gefallen lassen musste. Ansonsten wurde eifrig diskutiert, gefachsimpelt, aber auch nachgefragt. Ob etwa die falschen Stollen am 3:3 in Kaiserslautern schuld gewesen seien? Oder ob die Mannschaft vor der Heimniederlage gegen Köln vielleicht falsch trainiert habe? „Ähnliche Fragen stelle ich mir auch jeden Tag. Es ist aber schwer zu sagen, warum wir nicht ins Rollen kommen“, ließ Gebhart durchblicken. Während Pavel Pogrebnyak die Unterstützung der Fans einforderte: „Das brauchen wir jetzt am Nötigsten“, betonte der russische Angreifer.

Über die Gründe der Misere beim VfB ließ sich freilich auch unter den Fans vortrefflich streiten. „Das hat mit der Qualität der Mannschaft und den fehlenden Führungsfiguren zu tun“, meinte Stefan Münchinger vom badischen Fan-Club aus Ersingen. Rita Lindner („S6“) sieht dagegen eher ein „Kopfproblem“ bei den Spielern. Am besten gar nicht erst an Abstieg denken, rät Robin Engel von den Birkenfelder „Hakebiere“: „Wir alle pendeln zwischen Frustration und Hoffnung. Und das schon die zweite Saison in Folge“, hielt er fest. Auch deswegen wurde in Neuenbürg peinlich genau darauf geachtet, positive Stimmung zu erzeugen. Wie etwa beim Tischfußball-Spielen mit den beiden VfB-Profis, denen das Tore-Schießen dabei sichtlich leichter fiel, als zuletzt auf dem StadionRasen. Peter Hepfer