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Sportvorstand Jan Schindelmeiser, möchte seine Stuttgarter am Ende der Saison auf Platz eins sehen. Foto: dpa
Sportvorstand Jan Schindelmeiser, möchte seine Stuttgarter am Ende der Saison auf Platz eins sehen. Foto: dpa
18.05.2017

VfB-Stuttgart-Sportvorstand Jan Schindelmeiser will die Schale

Stuttgart. „Wahrscheinlich werde ich singen müssen“, sagt Jan Schindelmeiser noch und lächelt schief. Man wird von einem, der sich selbst als „Nordlicht“ bezeichnet, nicht erwarten dürfen, dass er zu sehr aus sich herausgeht. „Ich werde mich freuen“, sagt der Sportvorstand des Fußball-Zweitligisten VfB Stuttgart über den Moment, wenn die Mannschaft – wie angesichts der hervorragenden Ausgangslage zu erwarten – den Wiederaufstieg in die Bundesliga feiert. Richtig freuen wird er sich jedoch nur, wenn der VfB nach dem Spiel am Sonntag gegen die Würzburger Kickers (15.30 Uhr/Sky) als Meister aufsteigt: „Wir wollen die Schale in den Himmel heben.“

Er möchte auch, dass alles für eine schöne Party bereitet sein wird: „Wir wollen den Menschen etwas zurückgeben. Wir sind auch Botschafter dieser Stadt.“ Ein Sieg soll her gegen die in der Rückrunde heftig schwächelnden Würzburger – um Revanche für die 0:3-Hinspielniederlage zu nehmen, um Meister zu werden, um für eine euphorische Partystimmung zu sorgen – und für Arminia Bielefeld. Keiner betonte so deutlich wie Schindelmeiser, dass der VfB nur durch den 6:0-Kantersieg der Arminia gegen Aufstiegskonkurrent Eintracht Braunschweig für Sonntag getrost den Schampus kaltstellen kann. Keiner freute sich nach dem 0:1 zuletzt bei Hannover 96 so wenig wie er.

„Die Bielefelder haben uns ein bisschen den Hintern gerettet. Wir spielen jetzt gegen einen ihrer Mitbewerber im Kampf gegen den Abstieg und stehen in der Pflicht, da etwas zurückzugeben.“ Ein weiterer Sieg wäre auch nochmal ein Dankeschön für die Fans. „Man hat nach dem Abstieg gespürt, wie verletzt und traurig sie waren“, erklärt er – und dann kam es zu dieser enormen Unterstützung. „Ich weiß nicht, ob wir die schwierigen Phasen dieser Saison ohne unser Publikum überstanden hätten.“ Auch das wird Ansporn sein: Eine Mannschaft zusammenstellen, die in der kommenden Saison in der Bundesliga bestehen kann. Denn nachdem der FC Ingolstadt sowie Darmstadt 98 nicht mehr da sind und mit dem VfB vermutlich Hannover 96 aufsteigen wird, ist – zumindest unterhalb der Spitzengruppe – mit einer sehr starken und ausgeglichenen Liga zu rechnen. Wie umfangreich die Verstärkungen sein müssen und werden, ist die große Denksportaufgabe.

An Urlaub ist für Schindelmeiser und sein Team nicht zu denken. Fest steht bislang ja nur, dass Florian Klein (bei Maccabi Haifa im Gespräch) und Torhüter Benjamin Uphoff (zum Karlsruher SC) gehen, und dass sich im Fall des Aufstiegs der Leihvertrag von Josip Brekalo verlängert.