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Einsatz fraglich: Stuttgarts Christian Gentner war zuletzt krank.  Foto: dpa
Einsatz fraglich: Stuttgarts Christian Gentner war zuletzt krank. Foto: dpa
12.12.2016

VfB-Stuttgart-Torhüter Langerak mit fatalem Blackout gegen Hannover 96

Ein Fehler von Torwart Mitch Langerak hat den VfB Stuttgart die Zweitliga-Tabellenführung gekostet und Hannover 96 beim 2:1 (1:1) im Spitzenspiel einen späten Sieg beschert. Felix Klaus drehte mit seinem Treffer in der 87. Minute das Spiel zugunsten der Gäste. Zuvor hatte Ex-VfB-Profi Martin Harnik (26. Minute) im Duell der Absteiger die Führung von Simon Terodde (12.) ausgeglichen.

Vor 47 125 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena hatten die klar überlegenen Niedersachsen am Montagabend lange Zeit beste Chancen nicht genutzt, durften aber letztlich noch jubeln. Stuttgarts Timo Baumgartl (90.+3) sah kurz vor Schluss wegen absichtlichen Handspiels obendrein die Rote Karte.

Durch den Sieg in Stuttgart verkürzte Hannover den Rückstand auf den neuen Tabellenführer Eintracht Braunschweig auf zwei Punkte. Der VfB liegt mit 32 Zählern auf Platz zwei der 2. Fußball-Bundesliga.

„Da passieren Unkonzentriertheiten, das ist nicht nachvollziehbar“, haderte Stuttgarts Christian Gentner mit Blick auf die unglückliche Entstehung des zweiten Gegentores, als sich der hinausgelaufene Langerak den Ball leichtfertig hatte abluchsen lassen. „Wenn wir aufsteigen wollen, dürfen wir solche Gegentore nicht bekommen.“ Coach Hannes Wolf sprach von „einem bitteren Moment“.

Hannovers Trainer Daniel Stendel zeigte sich stattdessen erfreut: „Es war ein glückliches Ende für uns, aber auch ein hochverdientes Ende“, bekannte er und stellte fest: „Wir sind noch oben dabei!“

Im letzten Heimspiel des Jahres nutzte der VfB seinen ersten guten Angriff sofort zur Führung. Über Carlos Mané und Takuma Asano kam der Ball zu Terodde, der zu seinem elften Saisontor abschloss. Für den Torschützenkönig der vergangenen Saison war es das neunte Tor in den vergangenen sieben Spielen.

Die besser in die Partie gestarteten Gäste wirkten verunsichert, Stuttgart hatte nun mehr Spielanteile. Doch wie so oft war die VfB-Defensive alles andere als souverän und hatte vor allem mit langen Bällen ihre Probleme. Der bei jeder Aktion ausgepfiffene ehemaliger Stuttgarter Harnik markierte aus so einer Situation heraus dann auch nach Vorlage von Noah Sarenren Bazee sein achtes Saisontor.

„Ich kann ausschließen, dass es langweilig wird“, hatte VfB-Trainer Hannes Wolf vor der Partie angekündigt. Er behielt Recht. Das lag vor allem an den - je nach Perspektive - meist gefährlichen Kontern oder dem schlechten Defensivverhalten der beiden offensivstärksten Mannschaften in Liga Zwei. Doch weder die 96-Profis Marvin Bakalorz (27.), Klaus (33.), Harnik (38.), Edgar Prib (54.) oder Manuel Schmiedebach (60.) noch VfB-Angreifer Asano (30.) und der kurz zuvor eingewechselte Daniel Ginczek auf der Gegenseite (82.) trafen zunächst. Kurz vor Schluss machte es Klaus besser - und entschied das Spiel für die Hannoveraner.