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10.02.2010

VfR und 1. FC Pforzheim: Neuer Fusions-Anlauf im Sommer

PFORZHEIM. Die Überraschung ist geglückt. Dass es einen zweiten Anlauf zu einer Pforzheimer Fußballfusion geben soll, hat sich bereits abgezeichnet. Dass die Vereinigung aber schon im Sommer 2010 erfolgen soll, ist neu.

„Eine Stadt – ein Verein“ ist die Pressemitteilung überschrieben, die die beiden Vereine gestern gemeinsam verschickten. „Großartiges Signal für die Sportlandschaft Pforzheim“ steht über der Presseverlautbarung der Stadt Pforzheim.

Bereits zum 1. Juli wollen die Pforzheimer Traditionsclubs zusammengehen. Und dieser Beschluss ist an keine Vorbedingungen geknüpft. Der Verbandsligist und der Kreisligist behalten zunächst ihre Spielstätten. Letztlich aber soll der Fusionsclub in einem modernisierten und umgebauten Holzhofstadion eine neue Heimat finden. Vereinsvertreter erläuterten ihre Vorstellungen gam Mittwoch bereits in einer nichtöffentlichen Sitzung des gemeinderätlichen Schul- und Sportausschusses.

Rückblende: Bereits im Herbst 2006 hatte es konkrete Fusionspläne gegeben. Die Mitglieder hatten den Zusammenschluss sogar schon abgesegnet, als das Projekt im Mai 2007 wieder scheiterte. „Mangelnde Planungssicherheit“, nannten die Vereine als Grund für das Aus. Zuvor war es nicht gelungen, von der Stadt verbindliche Zusagen für den Ausbau des Holzhofstadions zu erhalten.

Beim neuen Anlauf verzichten die Vereine nun auf solche Zusagen des Gemeinderates vor dem Ja-Wort, setzen aber dennoch darauf, dass die Kommune Geld in die renovierungsbedürftige Heimat des VfR steckt. Dieses Geld soll aus einem Verkauf des FCP-Stadions kommen.

Die Vertreter beider Vereine sind sicher, dass die Mitglieder den Fusionsplänen auch im zweiten Anlauf zustimmen. Von März bis Mai sieht Marco Nabinger vom FCP-Präsidium den Zeitrahmen, in dem die Mitgliederversammlungen stattfinden sollen.

„Die Fusion ist die einzige reelle Chance, um den Fußall in Pforzheim voranzubringen“, sagt er. Auch für Robert Drotleff vom VfR-Vorstand bringt der Zusammenschluss nur Vorteile. „Es ist klar, dass nicht alles in einem halben Jahr klappt. Aber wir setzen darauf, dass die Stadt ihre Zusagen einhält und wir ein Stadion bekommen, das den Begriff Stadion auch verdient“, so Drotleff zur PZ.

Oberbürgermeister Gert Hager und Baubürgermeister Alexander Uhlig haben Unterstützung signalisiert. „Wir werden mit der vollen Unterstützung der ganzen Verwaltung die angestrebte Fusion erfolgreich begleiten“, verspricht Uhlig. Und Hager stellt klar: „Wir werden die Vereine nicht im Regen stehen lassen.“

Bis es aber so weit ist, bleibt noch Einiges zu klären. Welche Mannschaft spielt künftig in welchem Stadion? Wer übernimmt im neuen Verein welches Amt? Bleiben die Trainer – Rudi Herzog beim FCP und Gökhan Gökce beim VfR? Und wie soll das Kind denn überhaupt heißen?

Bei den Clubs geht man zunächst davon aus, dass die Trainer Herzog und Gökce bleiben. Und der Fusionsverein könnte 1. FC/VfR Pforzheim heißen. Aber festlegen will sich Marco Nabinger da noch nicht. „Vorerst“, so sagt er, „ist das aber nur ein Arbeitstitel.“

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